vermeintlich
vermeint-lich Wrtdtng: 'dem eigenen meinungsgemäßen Denken und Schlußfolgern nach wirklich oder tatsächlich';
‘(irrtümlich) angenommen, angeblich’ (16. Jh.).
dem eignen dafürhalten entsprechend. das wort ist in älterer zeit nicht nachgewiesen. zusammensetzung mit dem part. prät. von vermeinen in ähnlicher weise wie bekanntlich: vermeintlich noch aer in seim haertzen spricht: ha. ps. D 4ᵃ; wie ich nun .. reden und forschen hörte, fuhr indessen der pater mit seinem beschwören immer fort und den teuffel vermeyntlich stumm zu machen, besprenget er den mänschen offt mit weyhwasser. 1, 17; dasz eben diese vermeintlichen güter, welche mir mitten in ihrem genusse so viele unruhe und zerstreuung zugezogen, die einzigen hindernisse meines wahren glückes gewesen — diese gedanken setzten mich in eine innerliche freude. 2, 127; auf meinem vermeintlichen todbette wurde mir ihr packet gebracht. 7, 159; durch diese absonderung ... der zweiten, als einer eignen ... wissenschaft, hoffe ich das zu bewirken, dasz man sich nicht mit vermeintlicher einsicht auf die eine etwas zu gute thue, was eigentlich blos der andern angehört. 10, 71; die gröszte schwierigkeit bei dieser vermeintlichen neuerung liegt blos im namen. ebenda.
vermeintliche,vermeintliches,vermeintlicher,vermeintlichen,vermeintlichem
- ↑ Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1893), Bd. XII,I (1956), Sp. 856, Z. 24.