voll
vol + -l | ‘gefüllt, bedeckt’; verwandt mit viel;
volle,vollen,vollem,voller,volles,vollstes
¦⊗¦ in einem solchen Zustand, dass nichts, niemand mehr (ohne Druck oder Überdichte) hineingeht, darin, darauf Platz hat; ganz gefüllt, bedeckt, besetzt oder Änliches;
¦√¦ uig. *pl̥h₁nós, von *pleh₁- “füllen” + *-nós; *pḷno- bzw. *plēno-‘angefüllt’; uig. *pel(ə)-, *plē- ‘gießen, fließen, aufschütten, (ein)füllen’
¦↵¦ uger. *fullaz; germ. *fulla-; ahd. fol, foll, (8. Jh.), mhd. vol; asächs. ful, mnd. vul, mnl. nl. vol, aengl. full, anord. fullr, schwed. full, got. fulls (germ. *fulla-) und aind. pūrṇáḥ ‘voll, gefüllt’, lit. pìlnas, aslaw. plьnъ, russ. pólnyj (полный) ‘voll’ sowie (ablautend) lat. plēnus ‘voll’ sind alte Partizipialbildungen mit dem Suffix ie. -no-, führen also auf ie. *pḷno- bzw. *plēno-‘angefüllt’ (im Germ. mit Assimilation von -ln- zu -ll-). Vergleichbar sind griech. pimplánai (πιμπλάναι) ‘füllen’, lat. plēre ‘füllen’, so daß eine Wurzel ie. *pel(ə)-, *plē- ‘gießen, fließen, aufschütten, (ein)füllen’ zugrunde gelegt werden kann (wozu auch viel).
voll + en | ahd. follūn Adv. (8. Jh.), follon (9. Jh.).