vorn
vorne
vor + n | ‘an der Vorderseite, in der Nähe des Betrachters, am Anfang’, ahd. forna (9. Jh.), erweitert fornān (um 1000), mhd. vorn(e), vornān, vornen,
asächs. foran ‘vorn’, forana ‘von vorn’, mnd. vȫrn(e), vȫren ‘vorn, früher, vorher’, mnl. vōren ‘vorn, vorher’, nl. voren ‘vorn’, aengl. foran ‘vorher, vorn, vorwärts’ sind Bildungen mit dem ursprünglich die Herkunftsrichtung (so bei den Pronominaladverbien, s. dann, hin, wann; vgl. nochasächs. forana), dann vorwiegend die Ruhelage (s. außen, innen, oben, unten, hinten) kennzeichnenden n-Suffix (ger. -ana, -na) zu der unter vor dargestellten Lokalpartikel.
Von den im Nhd. zunächst miteinander konkurrierenden Formen vorn, vorne und vornen (bis ins 18. Jh. auch mit f-Schreibung des Anlauts) setzt sich verkürztes vorn in der Literatursprache durch, während vorne heute als umgangssprachlich, vornen als gewählt-altertümlich empfunden wird. Häufig wird vorn mit dem Gegensatzhinten verbunden; daher die Übertragung vorn und hinten (auch hinten und vorn, hinten oder vorn) ‘überall, ganz und gar, in jeder Weise’ (Ende 15. Jh.).
Der Richtungsangabe dienen präpositionale Fügungen wie nach vorn (19. Jh.), von vorn (18. Jh.), letzteres auch zeitlich, vgl. von vorn anfangen, ferner von vornherein, älter auch vorn herein ‘von Anfang an, gleich anfangs’ (um 1800).