weil
weil | eigentlich "fortwährend"; zur Angabe des Grundes, der Ursache, wenn dem Grund, der Ursache eine ‘Ruhe, Rast, Pause’ als Weile zugleich besteht; "weil dies so und so ..." entspricht "da fortwährend es so und so ist, etwas darauf beruht oder rastet, also verweilt ...."
Das Wort weil birgt die Möglichkeit, daß fortwährendes Tun zum Ruhepunkt, Grund für anderes Dasein wird, sodaß sich ein zusammenfall von Gegensätzen daraus erwirkt. (ndt.....9
Die temporalen Fügungen ahd. thiu (h)wīla sō ‘so lange wie’, eigentlich ‘den Zeitraum als’ (11. Jh.), mhd. die wīle sō (auch al die wīle sō) ‘so lange wie, während’, mnd. de(r) wīle, al(le) de wīle, mnl. de wīle dat, aengl. þā hwīle þeent halten den Wenfall der Zeit des unter Weile behandelten Hptw..
Im Dt. entwickelt sich durch Wegfall des satzanknüpfenden sō die Konjunktion mhd. die wīle ‘solange, während’, nhd. (all)dieweil und einfaches weil (seit 15. Jh.).
Der vorerst weiter geläufige temporale Gebrauch tritt im 18. Jh. zurück.
Heute herrschender kausaler Gebrauch kommt ebenfalls im Mhd. (14. Jh., erste Belege bei Tauler) auf in Sätzen, in denen die temporale Konjunktion zugleich begründende Funktion annimmt.
Vgl. die ähnliche Entwicklung bei nl. wijl ‘da, weil’ und engl. while (nur temporal) ‘während’.