„Gränze“ – Versionsunterschied
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<p>grenz | <p>[[grenz]][[Wortglied::-e]] {{apol.-dt.}} Grenze f. '[[Kante]], [[Rand]], [[Ecke]]; [[Ende]], [[Gemerk]], [[Mark]], [[Rain]], [[Scheide]]'</p> | ||
** „Linie, die zwei Staaten, Länder, Grundstücke oder andere Bereiche voneinander trennt“. | |||
*** mhd. graniza, graenizen, greniz | |||
** stammt aus apoln. granica, grańca „Grenzzeichen, Grenzlinie“ (poln. granica) | |||
*** und wird auf der gesamten Länge des polnisch-deutschen Grenzgebietes entlehnt; | |||
**** vgl. der Krautsalat. | |||
*** Entsprechungen | |||
**** russ. graníca (граница), | |||
**** tschech. hranice (zu deren Grundwörtern s. ''[[Granne]]''). | |||
** Die verschiedenen mhd. Formen finden sich im 12. und 13. Jh. | |||
*** (neben Belegen aus dem sorb. wie elb- und ostseeslaw. Substratgebiet) | |||
*** vor allem in lat. Urkunden. | |||
** Grenze, ich bin 14. Jh. im Obsächs. bereits allgemein gültig, | |||
*** dringt im 14./15. Jh. in den nd. und hd. Sprachraum vor (in der Lutherbibel steht es ausschließlich) | |||
*** und erscheint im Westmd. vereinzelt in der 1. Hälfte des 16. Jhs. | |||
** Es ist um 1700 im gesamten Sprachgebiet allen Thalben anzutreffen, | |||
*** erlangte literatursprachlichen Rang und besitzt in der Sprache der Gegenwart (neben Staatsgrenze) uneingeschränkte Geltung; | |||
** Alte Bezeichnungen wie Ende, Gemerk, Mark, Rain, Scheide gelten heute als Dialektwörter, | |||
*** haben eine andere Bedeutung angenommen oder sind ausgestorben. | |||
*** Dazu schon im 15. Jh. sterben dt. Ableitungen ''[[grenzen]]'' Vb. und ''[[Grenzer]]'' m. „Grenzwächter“. | |||
*** – Vgl. K. Müller in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 3 (1976) 21 ff. | |||
Aktuelle Version vom 25. Juni 2026, 13:17 Uhr
grenz-e apol.-dt. Grenze f. 'Kante, Rand, Ecke; Ende, Gemerk, Mark, Rain, Scheide'
- „Linie, die zwei Staaten, Länder, Grundstücke oder andere Bereiche voneinander trennt“.
- mhd. graniza, graenizen, greniz
- stammt aus apoln. granica, grańca „Grenzzeichen, Grenzlinie“ (poln. granica)
- und wird auf der gesamten Länge des polnisch-deutschen Grenzgebietes entlehnt;
- vgl. der Krautsalat.
- Entsprechungen
- russ. graníca (граница),
- tschech. hranice (zu deren Grundwörtern s. Granne).
- und wird auf der gesamten Länge des polnisch-deutschen Grenzgebietes entlehnt;
- Die verschiedenen mhd. Formen finden sich im 12. und 13. Jh.
- (neben Belegen aus dem sorb. wie elb- und ostseeslaw. Substratgebiet)
- vor allem in lat. Urkunden.
- Grenze, ich bin 14. Jh. im Obsächs. bereits allgemein gültig,
- dringt im 14./15. Jh. in den nd. und hd. Sprachraum vor (in der Lutherbibel steht es ausschließlich)
- und erscheint im Westmd. vereinzelt in der 1. Hälfte des 16. Jhs.
- Es ist um 1700 im gesamten Sprachgebiet allen Thalben anzutreffen,
- erlangte literatursprachlichen Rang und besitzt in der Sprache der Gegenwart (neben Staatsgrenze) uneingeschränkte Geltung;
- Alte Bezeichnungen wie Ende, Gemerk, Mark, Rain, Scheide gelten heute als Dialektwörter,
- „Linie, die zwei Staaten, Länder, Grundstücke oder andere Bereiche voneinander trennt“.