Zum Inhalt springen

„sinnen“ – Versionsunterschied

aus AufEinWort, der freien Forschung
[ungesichtete Version][ungesichtete Version]
Keine Bearbeitungszusammenfassung
K Textersetzung - „{{:“ durch „{{Schaufenster|modus=ignorieren|link=1|linkpos=prefix|Seite=“
 
(2 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
[[sinn]][[-en]] {{dt.}} ‘seine Gedanken in eine Richtung gehen lassen, sie auf etw. richten’
[[sinn]][[-en]] [[Wortform::Nebenwortform|Nwf.]]


* ‘eine Richtung nehmen, gehen’,
{{Schaufenster|modus=ignorieren|link=1|linkpos=prefix|Seite=sinn}}
* übertragen ‘empfinden, warnehmen, fühlen';
* 'meinen, denken’
** [[Anm. KF]] einen Ausgangspunkt, eine Richtung zu finden; ‘seine Gedanken in eine Richtung gehen lassen, sie auf etw. richten’
** verwandt mit ''[[senden]]'', ''[[Sinn]]'', ''[[Sünde]]'', ''[[sondern]]'';
** sinnen ist grundlegend das Senden der Sinne aus dem die ''[[Besinnung]]'' des ''[[Bewußtsein]]'' mit den ''[[Bewusstseinsinhalten]]'' hervorgeht, und infolge dessen das Beobachten, Denken entsprechend seine Richtung und seinen Gang nimmt, somit die Sinne das Denken auf die "Reise" schicken und die Denkrichtung vorbestimmen und sinnieren ist dann gegeben, wenn der Bewusstseinsinhalt überwiegend mit Gedanken, Erinnerungen, Vorstellungen gefüllt wird und nicht mit der Wahrnehmung über die körperlichen Sinne und auf diese Art und gedanklich gereist kommt einem dann etwas in den Sinn (Bewusstsein), macht etwas Sinn (Schlussfolgerung oder Erkenntniß). Was in den Sinn kommt ist von den Sinnen zuvor gesendet worden, oder geistig.;
* ahd. ''sindōn'' ‘sich auf den Weg begeben, reisen’ (um 800);
* ahd. ''sind'' ‘Weg, Richtung, Seite’ (8. Jh.),
* mhd. ''sint'', auch ‘Reise, Fahrt’;
** ‘sich auf den Weg begeben, reisen’ (um 800)
** ‘nachdenken, grübeln, seine Gedanken planend auf etw. richten'
** ‘gehen, reisen, wahrnehmen, merken, verstehen, seine Gedanken oder Begierden auf etw. richten’;
** ‘erstreben, denken, nachsinnen;
* uig. ''*[[sent-]]'' ‘eine Richtung nehmen, gehen’, übertragen ‘empfinden, wahrnehmen, fühlen’; ''*séynos'';
** uig. ''*sent-n-''; ''*sennaną'', ''*senþnaną'',
** uger. *sinnaną;
** ger. *''senþnan'', *sendnan ‘Weg, Richtung, Seite’,
** uwger. ''[[wikt:Reconstruction:Proto-West_Germanic/sinnan|*sinnan]], ''
** ahd. ''[[wikt:sinnan#Old_High_German|sinnan]]'' ‘gehen, reisen, wandern, streben, verlangen’ (9. Jh.),
** mhd. ''[[wikt:sinnen#Middle_High_German|sinnen]]'' ‘gehen, reisen, wahrnehmen, merken, verstehen, seine Gedanken oder Begierden auf etw. richten’,
** mnd. sinnen ‘erstreben, denken, nachsinnen’,
** nl. (aus dem Dt.) ''zinnen'',
** aengl. ''sinnan'', auch ‘achthaben, sorgen’.
* Für das stark flektierende Verb und das zugehörige, unter ''[[Sinn]]'' behandelte Verbalsubstantiv
** ist von einem Nasalpräsens ger. *''senþnan'', *sendnan auszugehen,
*** das sich mit ahd. ''sind'' ‘Weg, Richtung, Seite’ (8. Jh.),
*** mhd. ''sint'', auch ‘Reise, Fahrt’,
*** asächs. ''sīð'',
*** aengl. ''sīþ ‘''Weg, Gang, Reise’,
*** anord. ''sinn'' ‘Mal, Gang’,
*** got. ''sinþs'' ‘Gang’ (s. ''Gesinde'' sowie verwandtes ''senden'')
** und dem dazu gebildeten schwach flektierenden Verb
*** ahd. ''sindōn'' ‘sich auf den Weg begeben, reisen’ (um 800),
*** mhd. sinden,
*** asächs. sīðon,
*** aengl. sīþian,
*** anord. sinna
** sowie mit
*** air. sēt ‘Weg’,
*** awest. ''hant''- ‘gelangen (lassen)’,
*** kymr. ''hynt'' ‘Weg, Straße’,
*** lit. ''siũͅsti'' ‘senden, schicken’,
** auch mit
*** lat. ''[[sentīre]]'' ‘fühlen, empfinden, wahrnehmen, Einsicht haben, meinen, denken’,
**** ''[[sēnsus]]'' ‘Empfindung, Gesinnung, Ansicht, Sinn’,
*** lit. ''sintė́ti'' ‘sich entschließen, denken’
** auf eine Wurzel uig. *[[sent-|''sent''-]] ‘eine Richtung nehmen, gehen’,
*** übertragen ‘empfinden, wahrnehmen’
** zurückführen läßt.
** Als Ausgangsbedeutung für die heute allein geltende übertragene Verwendung ist ‘seine Gedanken in eine Richtung gehen lassen, sie auf etw. richten’ anzusetzen.
<p>'''[http://www.zeno.org/Adelung-1793/A/Sinnen?hl=sinnen Sinnen]'''<ref>Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 106-107.
 
Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000435368
 
Lizenz: [http://www.zeno.org/Zeno/-/Lizenz%3A+Gemeinfrei Gemeinfrei]
 
Faksimiles: [http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-04-0106 106]&nbsp;|&nbsp;[http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-04-0107 107]</ref>, ''verb. irregul. neutr.''&nbsp;welches das Hülfswort haben erfordert; Imperf. ich sann; Mittelw. gesonnen, Imper. sinne. Nachdenken, durch wiederhohltes oder geschärftes Denken zu erforschen suchen. Ich sinne und sinne, und kann mich doch nicht darein finden. Hin und her&nbsp;sinnen. Überall herum&nbsp;sinnen. Julchen denkt und sinnt und lebt in mir. Gell. Die Sache, welche man durch Denken zu erforschen sucht, bekommt das Vorwort auf. Auf eine List&nbsp;sinnen. Er sann auf neue Foltern ihn zu peinigen. Der Geist der Kaufmannschaft sinnt nur auf den Erwerb der Reichthümer. Daher das&nbsp;Sinnen.</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Anm. So auch in den Zusammensetzungen ''aussinnen'', ''besinnen'', ''ersinnen'', ''nachsinnen''. Allein in ''gesinnen'' hat es noch einige andere Bedeutungen, welche doch insgesammt in dem Hauptworte ''Sinn'' gegründet sind. Die Mittelwörter ''gesinnt'' und ''gesonnen'' sind allem Ansehen nach eher von diesem Zeitworte ''gesinnen'' abzuleiten, als von dem einfachen&nbsp;''sinnen''. Daß es vermuthlich ein Intensivum von ''sehen'' ist, ist schon bey ''Sinn'' bemerket worden, S. dasselbe. Das bey dem Ottfried befindliche&nbsp;''sinnan,''&nbsp;reisen, gehöret nicht hierher, sondern zu ''Gesinde'' und ''Senden'', von welchem letztern es das Neutrum ist.</p><p></p>

Aktuelle Version vom 8. Dezember 2025, 18:16 Uhr

sinn-en Nwf.