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„fein“ – Versionsunterschied

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feine,feinen,feiner,feinem,feines,feinst<p>fin ⇛ fein&nbsp;|&nbsp;‘zart, zierlich, zerkleinert, genau’,&nbsp;mhd.&nbsp;''fīn'',&nbsp;''vīn''&nbsp;‘fein, schön’,&nbsp;mnd.&nbsp;''fīn''&nbsp;ist aus&nbsp;afrz.&nbsp;''fin''&nbsp;‘zart, rein, ausgezeichnet’ entlehnt.</p>
fein [[Sprachstufe::lat.-frz.-deu.]] [[wrtl.]] [[an sich]] '[[enden]]', das ''[[Ende]]'' des möglichen ist erreicht; höchst ‘[[zart]], [[zierlich]], [[zerkleinert]], [[genau]]’,  


<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Zugrunde liegt&nbsp;lat.&nbsp;''fīnis''&nbsp;‘Ende, Grenze’, aus dessen übertragenem Gebrauch ‘Äußerstes, höchste Vollendung’, z. B.&nbsp;''fīnis honōrum''&nbsp;‘das Höchste an Ehren’, aus dem sich &nbsp;frz. egswl. Gebrauch entwickelt, daher&nbsp;afrz.&nbsp;''fin''&nbsp;Egsw. eigentlich ‘von höchster Qualität’. S. auch&nbsp;''Finesse'',&nbsp;raffiniert.</p>
fin- 'end-' ⇛ fein "höchst endlich", [[mlw.]] durch lautlicher Nähe zu ''[[klein]]'', meist das erlangte Ende durch verkleinern, zerkleinern.
 
* fein Adj. ‘zart, zierlich, zerkleinert, genau’,
* mhd. fīn, vīn ‘fein, schön’,
* mnd. fīn
* ist aus afrz. ''fin'' ‘zart, rein, ausgezeichnet’ entlehnt.
* Zugrunde liegt lat. ''[[fīnis]]'' ‘Ende, Grenze’, ''[[fīnīre]] 'enden, beenden, fertigstellen'''
** aus dessen übertragenem Gebrauch ‘Äußerstes, höchste Vollendung’,
*** z. B. ''fīnis honōrum'' ‘das Höchste an Ehren’,
** sich im Frz. adjektivischer Gebrauch entwickelt,
*** daher afrz. ''fin'' Adj. eigentlich ‘von höchster Qualität’. S. auch Finesse, raffiniert.
 
=== <span class="dwb-italics dwb-hi">fein</span><ref>''Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1861), Bd. III (1862), Sp. 1452, Z. 8.''</ref> ===
<span class="dwb-italics dwb-hi">fein, subtilis, erst später aus dem romanischen zugeführt, weder goth. noch ags. alts., nur eine einzige ahd. gl. des</span>10. 11 <span class="dwb-italics dwb-hi">jh. gibt</span> fînlîho, zeiʒo, <span class="dwb-italics dwb-hi">tenere</span> (<span class="dwb-author">[https://www.dwds.de/wb/dwb/bibl/g#graff Graff]</span> 3, 523) <span class="dwb-italics dwb-hi">und nach Island werden</span> fînn <span class="dwb-italics dwb-hi">politus, subtilis</span> (<span class="dwb-author">[https://www.dwds.de/wb/dwb/bibl/s#sveinbioern Sveinbiörn Egilsson]</span> 171ᵃ), fînlega <span class="dwb-italics dwb-hi">egregie,</span> fîna <span class="dwb-italics dwb-hi">polire kaum vor dem</span> 14. 15 <span class="dwb-italics dwb-hi">jh. gedrungen sein. genug verbreitet ist schon mhd.</span> fîn, vîn, <span class="dwb-italics dwb-hi">doch nicht anzutreffen bei</span> <span class="dwb-caps dwb-hi">Hartman</span>, <span class="dwb-caps dwb-hi">Wolfram, Gotfried, Wirnt, Rudolf</span> <span class="dwb-italics dwb-hi">u. a. m., wol aber bei</span> <span class="dwb-caps dwb-hi">Konrad</span>, <span class="dwb-caps dwb-hi">Hadlaub, Boner</span> <span class="dwb-italics dwb-hi">u. a. nnl.</span> fijn, <span class="dwb-italics dwb-hi">engl.</span> fine, <span class="dwb-italics dwb-hi">schw.</span> fin, <span class="dwb-italics dwb-hi">dän.</span> fiin. <span class="dwb-italics dwb-hi">auch dem latein unbekannt, mlat.</span> finus <span class="dwb-italics dwb-hi">hervorgegangen aus roman.</span> fino. <span class="dwb-italics dwb-hi">die übliche ableitung vom part.</span> finitus (<span class="dwb-author">[https://www.dwds.de/wb/dwb/bibl/d#ducange Ducange]</span> 3, 301. <span class="dwb-author">[https://www.dwds.de/wb/dwb/bibl/d#diez Diez]</span> 146) <span class="dwb-italics dwb-hi">flöszt zweifel ein, warum hätte sich neben</span> finito, fini <span class="dwb-italics dwb-hi">mit dem ton auf zweitem</span> i <span class="dwb-italics dwb-hi">ein gestumpftes, den ton auf die wurzel legendes</span> fino, fine, fin <span class="dwb-italics dwb-hi">eingefunden und andere bedeutung empfangen? denn diese ist weniger perfectus, vollendet, sp.</span> acabado, <span class="dwb-italics dwb-hi">fr.</span> achevé <span class="dwb-italics dwb-hi">als subtilis, delicatus, tenuis, tener. das ebenso weit, nur nicht im romanischen, verbreitete</span> tenuis, <span class="dwb-italics dwb-hi">skr.</span> tanu, <span class="dwb-italics dwb-hi">ahd.</span> dunni, <span class="dwb-italics dwb-hi">nhd.</span> dünn, <span class="dwb-italics dwb-hi">ags.</span> þynne, <span class="dwb-italics dwb-hi">engl.</span> thin, <span class="dwb-italics dwb-hi">altn.</span> þunnr, <span class="dwb-italics dwb-hi">schw.</span>tunn, <span class="dwb-italics dwb-hi">dän.</span> tynd, <span class="dwb-italics dwb-hi">russ.</span> tonkii, <span class="dwb-italics dwb-hi">böhm.</span> tenký, <span class="dwb-italics dwb-hi">poln.</span> cienki <span class="dwb-italics dwb-hi">buchstäblich mit</span> fino <span class="dwb-italics dwb-hi">zu vergleichen wage ich nicht ohne festeren anhalt, höchstens das wallon.</span> tenne <span class="dwb-italics dwb-hi">mince liesze sich anführen. der übergänge von lingualis zu labialis sahen wir sonst schon mehrere,</span> feines laub, feines papier, dünnes, zartes laub, dünnes papier, feiner, dünner regen <span class="dwb-italics dwb-hi">liegen sich nahe, auch</span> <span class="dwb-author">[https://www.dwds.de/wb/dwb/bibl/s#schmellern Schmellern]</span> 1, 534 <span class="dwb-italics dwb-hi">erschien die bedeutung von dünn und subtil in</span> fein <span class="dwb-italics dwb-hi">die erste.</span>
 
feine,feinen,feiner,feinem,feines,feinst

Aktuelle Version vom 8. Juni 2025, 07:50 Uhr

fein lat.-frz.-deu. wrtl. an sich 'enden', das Ende des möglichen ist erreicht; höchst ‘zart, zierlich, zerkleinert, genau’,

fin- 'end-' ⇛ fein "höchst endlich", mlw. durch lautlicher Nähe zu klein, meist das erlangte Ende durch verkleinern, zerkleinern.

  • fein Adj. ‘zart, zierlich, zerkleinert, genau’,
  • mhd. fīn, vīn ‘fein, schön’,
  • mnd. fīn
  • ist aus afrz. fin ‘zart, rein, ausgezeichnet’ entlehnt.
  • Zugrunde liegt lat. fīnis ‘Ende, Grenze’, fīnīre 'enden, beenden, fertigstellen'
    • aus dessen übertragenem Gebrauch ‘Äußerstes, höchste Vollendung’,
      • z. B. fīnis honōrum ‘das Höchste an Ehren’,
    • sich im Frz. adjektivischer Gebrauch entwickelt,
      • daher afrz. fin Adj. eigentlich ‘von höchster Qualität’. S. auch Finesse, raffiniert.

fein[1]

fein, subtilis, erst später aus dem romanischen zugeführt, weder goth. noch ags. alts., nur eine einzige ahd. gl. des10. 11 jh. gibt fînlîho, zeiʒo, tenere (Graff 3, 523) und nach Island werden fînn politus, subtilis (Sveinbiörn Egilsson 171ᵃ), fînlega egregie, fîna polire kaum vor dem 14. 15 jh. gedrungen sein. genug verbreitet ist schon mhd. fîn, vîn, doch nicht anzutreffen bei Hartman, Wolfram, Gotfried, Wirnt, Rudolf u. a. m., wol aber bei Konrad, Hadlaub, Boner u. a. nnl. fijn, engl. fine, schw. fin, dän. fiin. auch dem latein unbekannt, mlat. finus hervorgegangen aus roman. fino. die übliche ableitung vom part. finitus (Ducange 3, 301. Diez 146) flöszt zweifel ein, warum hätte sich neben finito, fini mit dem ton auf zweitem i ein gestumpftes, den ton auf die wurzel legendes fino, fine, fin eingefunden und andere bedeutung empfangen? denn diese ist weniger perfectus, vollendet, sp. acabado, fr. achevé als subtilis, delicatus, tenuis, tener. das ebenso weit, nur nicht im romanischen, verbreitete tenuis, skr. tanu, ahd. dunni, nhd. dünn, ags. þynne, engl. thin, altn. þunnr, schw.tunn, dän. tynd, russ. tonkii, böhm. tenký, poln. cienki buchstäblich mit fino zu vergleichen wage ich nicht ohne festeren anhalt, höchstens das wallon. tenne mince liesze sich anführen. der übergänge von lingualis zu labialis sahen wir sonst schon mehrere, feines laub, feines papier, dünnes, zartes laub, dünnes papier, feiner, dünner regen liegen sich nahe, auch Schmellern 1, 534 erschien die bedeutung von dünn und subtil in fein die erste.

feine,feinen,feiner,feinem,feines,feinst

  1. ↑ Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1861), Bd. III (1862), Sp. 1452, Z. 8.