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fein

aus AufEinWort, der freien Forschung

fein lat.-frz.-deu. wrtl. an sich 'enden', das Ende des möglichen ist erreicht; höchst ‘zart, zierlich, zerkleinert, genau’,

fin- 'end-' ⇛ fein "höchst endlich", mlw. durch lautlicher Nähe zu klein, meist das erlangte Ende durch verkleinern, zerkleinern.

  • fein Adj. ‘zart, zierlich, zerkleinert, genau’,
  • mhd. fīn, vīn ‘fein, schön’,
  • mnd. fīn
  • ist aus afrz. fin ‘zart, rein, ausgezeichnet’ entlehnt.
  • Zugrunde liegt lat. fīnis ‘Ende, Grenze’, fīnīre 'enden, beenden, fertigstellen'
    • aus dessen übertragenem Gebrauch ‘Äußerstes, höchste Vollendung’,
      • z. B. fīnis honōrum ‘das Höchste an Ehren’,
    • sich im Frz. adjektivischer Gebrauch entwickelt,
      • daher afrz. fin Adj. eigentlich ‘von höchster Qualität’. S. auch Finesse, raffiniert.

fein[1]

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fein, subtilis, erst später aus dem romanischen zugeführt, weder goth. noch ags. alts., nur eine einzige ahd. gl. des10. 11 jh. gibt fînlîho, zeiʒo, tenere (Graff 3, 523) und nach Island werden fînn politus, subtilis (Sveinbiörn Egilsson 171ᵃ), fînlega egregie, fîna polire kaum vor dem 14. 15 jh. gedrungen sein. genug verbreitet ist schon mhd. fîn, vîn, doch nicht anzutreffen bei Hartman, Wolfram, Gotfried, Wirnt, Rudolf u. a. m., wol aber bei Konrad, Hadlaub, Boner u. a. nnl. fijn, engl. fine, schw. fin, dän. fiin. auch dem latein unbekannt, mlat. finus hervorgegangen aus roman. fino. die übliche ableitung vom part. finitus (Ducange 3, 301. Diez 146) flöszt zweifel ein, warum hätte sich neben finito, fini mit dem ton auf zweitem i ein gestumpftes, den ton auf die wurzel legendes fino, fine, fin eingefunden und andere bedeutung empfangen? denn diese ist weniger perfectus, vollendet, sp. acabado, fr. achevé als subtilis, delicatus, tenuis, tener. das ebenso weit, nur nicht im romanischen, verbreitete tenuis, skr. tanu, ahd. dunni, nhd. dünn, ags. þynne, engl. thin, altn. þunnr, schw.tunn, dän. tynd, russ. tonkii, böhm. tenký, poln. cienki buchstäblich mit fino zu vergleichen wage ich nicht ohne festeren anhalt, höchstens das wallon. tenne mince liesze sich anführen. der übergänge von lingualis zu labialis sahen wir sonst schon mehrere, feines laub, feines papier, dünnes, zartes laub, dünnes papier, feiner, dünner regen liegen sich nahe, auch Schmellern 1, 534 erschien die bedeutung von dünn und subtil in fein die erste.

feine,feinen,feiner,feinem,feines,feinst

  1. ↑ Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1861), Bd. III (1862), Sp. 1452, Z. 8.