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„Feuer“ – Versionsunterschied

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Version vom 2. April 2026, 07:42 Uhr

Feuer n. ‘Brand, Flammenbildung’,

    • ahd. fiur (8. Jh.), (älter fuir[1] )
    • mhd. viur, viwer, viuwer,
    • asächs. fiur,
    • mnd. vǖr,
    • mnl. vuur, vier,
    • nl. vuur,
    • aengl. fȳr,
    • engl. fire,
    • anord. fūrr, fȳrr.
  • Verwandt sind
    • griech. pȳ́r (πῦρ),
    • umbr. pir,
    • tschech. (älter) pýř,
    • arm. hur
    • hett. pahhur
    • umbr. pir
  • die auf einen ursprünglich heteroklitischen r-/n-Stamm ie. *peu̯ōr, *pū̌r, Genitiv *punés[2]zurückgehen;
    • den n-Stamm bewahren
      • got. fōn, vielleicht auch
      • anord. funi ‘Feuer’
    • und (mit k-Suffix) Funke.
  • Die etymologische Entwicklung der genannten Formen ist im einzelnen undurchsichtig; sie dürfte von morphologischen Einflüssen bestimmt worden sein.
    • Vgl. Bammesberger Die Morphologie des urgerm. Nomens (1990) 205. –

Feuer steht für:

Feuer ist der Familienname folgender Personen:

  • Cy Feuer (1911–2006), US-amerikanischer Theaterbesitzer, Musikdirektor, Film- und Theaterproduzent
  • Debra Feuer (* 1959), US-amerikanische Schauspielerin
  • Henry Feuer (1912–2011), österreichisch-US-amerikanischer Chemiker
  • Ian Feuer (* 1971), US-amerikanischer Fußballspieler

Feuer oder Das Feuer ist der Titel folgender Werke:

Feuer

Feuer
Video eines Feuers

Das Feuer (von gleichbedeutend mittelhochdeutsch viur, althochdeutsch fiur) bezeichnet „die sichtbare Erscheinung einer Verbrennung“ unter Abgabe von Wärme und Licht, wobei ein Feuer „je nach Aggregatzustand des brennbaren Stoffes […] als Flamme und/oder Glut auftreten“ kann.[3] Voraussetzungen für das Entstehen und das Aufrechterhalten eines Feuers sind vier Dinge: ein brennbarer Stoff, Sauerstoff und die Mindesttemperatur für die Verbrennung sowie das richtige Mengenverhältnis von brennbarem Stoff zum Sauerstoff.[4]

Als Umweltfaktor spielen regelmäßige Brände in den meisten Biomen der Erde eine wichtige Rolle. Waldbiome trockener Regionen (viele tropische Savannen und alle subtropischen Hartlaubbiome) gelten als Feuerklimax, da ihre Entstehung und Erhaltung zwingend vom Feuer abhängig sind. Diese Zusammenhänge einschließlich des anthropogenen Einflusses werden von der Feuerökologie untersucht.

Die Erzeugung von Feuer durch den Menschen zählt zu den ältesten Kulturtechniken. Die Nutzung und zunehmende Beherrschung des Feuers waren ein wichtiger Faktor der Menschwerdung und sind ein Bestandteil aller Kulturen. Im Jahr 2012 wurde in der südafrikanischen Wonderwerk-Höhle die früheste Nutzung von Feuer auf rund eine Million Jahre datiert.[5]

Chemisch-physikalischer Hintergrund

s. Feuer Chemisch-physikalischer Hintergrund

Feuernutzung durch Raubvögel in Australien

Auf natürliche Weise in Grasland entstandene Buschfeuer in Australien werden einem 2017 publizierten Forschungsbericht zufolge gelegentlich durch Schwarzmilane, Keilschwanzmilane und Habichtfalken verbreitet.[6] Demnach ergreifen diese Vögel brennende Zweige in ihrem Schnabel oder ihren Klauen, fliegen mit ihnen davon und lassen sie an anderer Stelle fallen, so dass neue Brandherde entstehen. Daraufhin fliehen kleine Vögel, Eidechsen und Insekten vor dem Feuer und können von den Greifvögeln erbeutet werden.

Prähistorische Feuernutzung

s. Feuer (Prähistorische Feuernutzung)

Entfachen eines Feuers

Feuer (Entfachen eines Feuers)

Frühe naturwissenschaftliche Konzepte

Religiöse Bedeutung

s- Feuer (Religiöse Bedeutung)

Feuerspucker
Holzfeuer

Kategorisierung

Zweckfeuer/Nutzfeuer

Feuerjongleur

Zweckfeuer ist – im Gegensatz zu Schadfeuer – das beabsichtigte und kontrollierte Feuer, das zum Erwärmen oder Verbrennen von Gegenständen oder anderem gedacht ist, zum Beispiel das Kamin­feuer, Lagerfeuer, Grillfeuer und Schwedenfeuer. Wobei das Feuer als Flammen oder flammenlos (beim Kohlenfeuer[10]) als Glut auftritt.

Der Mensch hat schon sehr lange gelernt, das Feuer zu beherrschen, und nutzt es bis heute, zum Teil indirekt in Form des elektrischen Stroms. Aber auch in damit betriebenen Anlagen wird der Begriff Feuer verwendet, zum Beispiel in Befeuerung und Leuchtfeuer. In der Technik bezeichnet man eine technische Vorrichtung, die mithilfe von Feuer Wärme erzeugen soll, als Feuerung. Bei flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen kommt meist ein Brenner zum Einsatz.

Dass der unsachgemäße Umgang mit offenem Feuer sehr gefährlich ist, war spätestens im 18. Jahrhundert bekannt. Durch die für auch weitere deutsche Gebiete beispielhafte Gesamtverordnung zur Brandverhütung vom 27. November 1783 im Kurfürstentum Trier erging an die Einwohner gemäß § 11, dass „gleichergestalten das freye und offene Tragen des Feuers aus einem Haus in das andere“ verboten und „die Aufbehaltung der Asche in einem leicht feuerfangendem Geschirr“ nach § 12 strafbar ist.[11]

Schadfeuer

Waldbrand


Das Schadfeuer – auch Brand genannt – ist ein zerstörerisches, überwiegend unbeabsichtigtes Feuer. Es verbrennt ungewollt Gegenstände und ist erst kontrollierbar, nachdem es eingedämmt wurde. Die Bekämpfung von Schadfeuern ist die originäre Aufgabe der Feuerwehren.

Versicherungen definieren den Begriff Brand üblicherweise als Feuer, welches ohne einen bestimmungsgemäßen Herd entstanden ist oder diesen verlassen hat und sich selbstständig auszubreiten vermag. Bestimmungsgemäßer Herd kann hier jedes Objekt sein, welches dafür bestimmt ist, Hitze (Backofen, Bügeleisen) oder Feuer zu erzeugen. Absichtliche Schadfeuer können durch Pyromanie entstehen.

Mithilfe von Brandwaffen kann Feuer im Kampf auch zur gezielten Schädigung eines Gegners genutzt werden.

Siehe auch

Literatur

Kulturgeschichte
  • Helmut Gebelein: Das Element Feuer in Haushalt und Familie. In: Trude Ehlert (Hrsg.): Haushalt und Familie in Mittelalter und früher Neuzeit. Sigmaringen 1991, ISBN 978-3-7995-4156-5, S. 137–151.
  • Johan Goudsblom: Feuer und Zivilisation. 2. Auflage, Springer VS, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-06505-8.
  • Katharine MacDonald et al.: Middle Pleistocene fire use: The first signal of widespread cultural diffusion in human evolution. In: PNAS. Band 118, Nr. 31, 2021, e2101108118, doi:10.1073/pnas.2101108118.
  • Fire and the Genus Homo. Themenheft von: Current Anthropology. Band 58, Nr. S16, August 2017, S. S163–S370, Themenübersicht und Links zum freien Volltext.
  • Claudia Sticher: Feuer. Symbol des Lebens und des Glaubens. Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-460-27192-0.
  • Richard Wrangham: Feuer fangen – wie uns das Kochen zu Menschen machte – eine neue Theorie der menschlichen Evolution. Deutsche Verlagsanstalt, München 2009, ISBN 978-3-421-04399-3 (englisch: Catching Fire. New York 2009. Übersetzt von Udo Rennert).
Technik
  • Roy Bergdoll, Sebastian Breitenbach: Verbrennen und Löschen (= Die Roten Hefte. Heft 1). 18., erweiterte und überarbeitete Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 2021, ISBN 978-3-17-026968-2.
  • Lothar Schott, Manfred Ritter: Aktuelles Grundwissen Feuerwehr. Feuerwehr Grundlehrgang. 22. Auflage. Wenzel Verlag UG, Marburg 2025, ISBN 978-3-88293-222-5.
  • Adam Merschbacher: Brandschutz: Praxishandbuch für die Planung, Ausführung und Überwachung. Verlagsgesellschaft Rudolf Müller, Köln 2005, ISBN 978-3-481-02054-5.
  • Jürgen Warnatz, Ulrich Maas, Robert W. Dibble: Verbrennung. 3. Auflage, Springer, Berlin Heidelberg 2001, ISBN 978-3-540-42128-3.
Commons: Feuer – Album mit Bildern und Videos
Wikiquote: Feuer – Zitate
Wiktionary: Feuer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikisource: Feuer – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ↑ Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage, hrsg. von Walther Mitzka, De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 195.
  2. ↑ Das Herkunftswörterbuch (= Der Duden in zwölf Bänden. Band 7). 5. Auflage. Dudenverlag, Berlin 2014 (S. 281). Siehe auch DWDS („Feuer“) und Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 7. Auflage. Trübner, Straßburg 1910 (S. 134).
  3. ↑ Hans Kemper: Brennen und Löschen. 4. Auflage. Ecomed, Landsberg am Lech 2016, ISBN 978-3-609-69585-3, S. 13.
  4. ↑ Roy Bergdoll, Sebastian Breitenbach: Verbrennen und Löschen (= Die Roten Hefte. Heft 1). 18. Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-17-026968-2, S. 12–13.
  5. ↑ Gezielte Feuernutzung schon vor einer Million Jahren? Auf: spektrum.de vom 2. April 2012.
  6. ↑ Mark Bonta et al.: Intentional Fire-Spreading by „Firehawk“ Raptors in Northern Australia. In: Journal of Ethnobiology. Band 37, Nr. 4, 2017, S. 700–718, doi:10.2993/0278-0771-37.4.700, Volltext.
    „Feuervögel“ verursachen Brände in Australien. Auf: nationalgeographic.de vom 24. Januar 2018.
  7. ↑ Allison Coudert: Der Stein der Weisen. Die geheime Kunst der Alchemisten. (Originalausgabe: Alchemy: the Philosopher’s Stone. 1980) Lizenzausgabe. Pawlak, Herrsching 1992, ISBN 3-88199-911-6, S. 66–67.
  8. ↑ Helmut Gebelein: Das Element Feuer in Haushalt und Familie. In: Trude Ehlert (Hrsg.): Haushalt und Familie in Mittelalter und früher Neuzeit. Sigmaringen 1991, ISBN 978-3-7995-4156-5, S. 137–151, hier: S. 139.
  9. ↑ Allison Coudert: Der Stein der Weisen. Die geheime Kunst der Alchemisten. (Originalausgabe: Alchemy: the Philosopher’s Stone. 1980) Lizenzausgabe. Pawlak, Herrsching 1992, ISBN 3-88199-911-6, S. 42–45 und 90–92.
  10. ↑ Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 409 (zu mittelhochdeutsch kole, ‚Holzkohle‘ und kolfewr ‚Holzkohlenglut‘)
  11. ↑ Franz-Josef Sehr: Brandschutz im Heimatgebiet vor 300 Jahren. In: Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg (Hrsg.): Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 2022. Limburg 2021, ISBN 3-927006-59-9, S. 223–228.