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[ | [[Datei:Bronze statuette of Juno Regina, 2nd half of 2nd century AD, Staatliche Antikensammlungen, Munich (8956810497).jpg|mini|Bronze-Statuette der [[Juno Regina]], deren religiöser Kult durch eine Evocatio von [[Veji]] nach Rom gelangt sein soll.<ref>{{Literatur |Autor = [[Jürgen von Ungern-Sternberg]] |Titel=Römische Studien Geschichtsbewußtsein – Zeitalter der Gracchen – Krise der Republik |Verlag=Walter de Gruyter |ISBN=978-3-11-093871-5 |Datum=2006 | Online = {{Google Buch |BuchID=4_KTTbuix3IC |Seite=55 |Hervorhebung = "Juno Regina" Evocatio}} |Seiten=55 |Abruf=2015-07-30}}</ref><ref>{{Literatur |Autor=Eric Orlin |Titel=Foreign Cults in Rome: Creating a Roman Empire |Verlag=Oxford University Press |ISBN=978-0-19-978020-4 |Datum=2010 |Online = {{Google Buch |BuchID=oI5bb22yAxEC |Seite=38 |Hervorhebung = "Juno Regina" Evocatio}} |Seiten=38 |Abruf=2015-07-30}}</ref> Spätes Zweites Jahrhundert u. Z., [[Staatliche Antikensammlungen]], München]] | ||
== | '''Evocatio''', von [[latein]]isch ''e-voco'' oder ''e-vocare'',<ref>{{Internetquelle |url=http://de.pons.eu/latein-deutsch/evocare |titel=evocare : Deutsch » Latein : PONS.eu |hrsg=PONS GmbH, Stuttgart |format=JavaScript |zugriff=2012-08-11 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20131224062040/http://de.pons.eu/latein-deutsch/evocare |archiv-datum=2013-12-24}}</ref> bezieht sich auf ein „Heraus-, Herbeirufen“ der lokalen [[Gott|Götter]] eines Gebiets, insbesondere auch die Toten der [[Unterwelt]] herbeizurufen, um sie zum [[Erscheinung|Erscheinen]] zu veranlassen.<ref>{{Internetquelle|url=https://de.scribd.com/document/317909899/Kultische-Reaktionen-Auf-Misserfolg-Und-Versagen-in-Der-Griechischen-Antike|titel=Kultische Reaktionen auf Misserfolg und Versagen in der Griechischen Antike|titelerg=Das Verhältnis der Menschen zu den Göttern|autor=Wolfgang Schaffler|hrsg=Karl-Franzens-Universität Graz|werk=|seiten=6 ff.|datum=2011-09-29|sprache=|format=PDF|zugriff=2012-08-11|archiv-url=https://web.archive.org/web/20160710150600/https://de.scribd.com/document/317909899/Kultische-Reaktionen-Auf-Misserfolg-Und-Versagen-in-Der-Griechischen-Antike|archiv-datum=2016-07-10}}</ref> Ferner bezeichnete der Begriff Evocatio die Rückberufung ehemaliger, bereits entlassener Legionäre in den Dienst der [[Römische Legion|Legion]] des [[Römisches Reich|Römischen Reiches]], siehe dazu [[Evocatus]]. Die Evocatio als „[[Ladung (Recht)|Vorladung]]“ war auch ein Begriff [[Römisches Recht|römischen Rechts]] ohne offensichtlichen Bezug zu ihrem magisch-religiösen Aspekt,<ref>{{Literatur | Autor = [[Theodor Mommsen]] |Titel=Römisches Staatsrecht |Verlag=Cambridge University Press |ISBN=1-108-00993-X |Datum=2010 |Band=Bd. 3 | Online = {{Google Buch | BuchID = -3h7jkeULokC |Seite=1197 |Hervorhebung=Evocatio Vorladung }} |Seiten=1197 }}</ref> der bis heute in der [[Rechtswissenschaft]] als Fachbegriff eine Rolle spielt. | ||
== Religiöse Bedeutung in der Antike == | |||
Der Ausdruck „einen Gott herbeirufen“ ist vom 1. Jahrhundert v. Chr. bis zum 6. Jahrhundert belegt.<ref>[[Titus Livius]]: 1.55, 5.21, 5; [[Plinius der Ältere]]: [[Naturalis historia]] 24.160; 28.18; [[Sextus Pompeius Festus]]: De verborum significatione, s.v. Peregrina sacra, Novae curiae, Tauri ludi; [[Maurus Servius Honoratus|Servius]]: [[Aeneis]] 2.244, 351; 9.446; [[Macrobius Ambrosius Theodosius|Macrobius]]: Saturnalia 3.9</ref> Vornehmlich bezeichnete dieser [[Brauch]] die [[antike]] Praxis, die [[Laren|Schutzgottheit]] einer [[Belagerung|belagerten]] Stadt durch eine [[Magie|magische]] [[Beschwörung]] heraus zu locken, um ihr eine neue Unterkunft in [[Rom]] anzubieten, und die belagerte Stadt damit sozusagen ihrer Existenzgrundlage zu berauben.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.rhm.uni-koeln.de/106/Koeves.pdf |titel=Plinius über den Untergang der Stadt Pometia |titelerg=Nat. Hist. VII, 68/69 | autor=[[Thomas Köves-Zulauf|Thomas Köves]] |hrsg=Universität Köln |seiten=24 ff. |datum=2008-02-29 |zugriff=2012-08-11 |format=PDF; 6,8 MB }}</ref> Aus diesem Grund wurde der Name der Schutzgottheit der Stadt Rom sowie der tatsächliche, eigentliche Name dieser Stadt in der Antike geheim gehalten, um den Feinden die Verfluchung unmöglich zu machen.<ref>Angelo Brelich, Die geheime Schutzgottheit von Rom. Zürich, 1949.</ref> | |||
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== Literatur == | |||
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== Siehe auch == | |||
* [[Evokationsrecht]] | |||
* [[Evocatus]] | |||
* [[Devotio]] | |||
{{Wiktionary|Evokation}} | |||
== Einzelnachweise == | |||
<references /> | |||
[[Kategorie:Römische Religion]] | |||
[[Kategorie:Römische Militärgeschichte]] | |||
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Aktuelle Version vom 11. April 2026, 18:45 Uhr
Evocatio lat.-deu. wrtl. 'Aufrufung' sgm. 'Anrufung, Beschwörung', z. lat. ēvocātio

Evocatio, von lateinisch e-voco oder e-vocare,[3] bezieht sich auf ein „Heraus-, Herbeirufen“ der lokalen Götter eines Gebiets, insbesondere auch die Toten der Unterwelt herbeizurufen, um sie zum Erscheinen zu veranlassen.[4] Ferner bezeichnete der Begriff Evocatio die Rückberufung ehemaliger, bereits entlassener Legionäre in den Dienst der Legion des Römischen Reiches, siehe dazu Evocatus. Die Evocatio als „Vorladung“ war auch ein Begriff römischen Rechts ohne offensichtlichen Bezug zu ihrem magisch-religiösen Aspekt,[5] der bis heute in der Rechtswissenschaft als Fachbegriff eine Rolle spielt.
Religiöse Bedeutung in der Antike
Der Ausdruck „einen Gott herbeirufen“ ist vom 1. Jahrhundert v. Chr. bis zum 6. Jahrhundert belegt.[6] Vornehmlich bezeichnete dieser Brauch die antike Praxis, die Schutzgottheit einer belagerten Stadt durch eine magische Beschwörung heraus zu locken, um ihr eine neue Unterkunft in Rom anzubieten, und die belagerte Stadt damit sozusagen ihrer Existenzgrundlage zu berauben.[7] Aus diesem Grund wurde der Name der Schutzgottheit der Stadt Rom sowie der tatsächliche, eigentliche Name dieser Stadt in der Antike geheim gehalten, um den Feinden die Verfluchung unmöglich zu machen.[8]
Als Taktik der psychologischen Kriegsführung untergrub die Evocatio das Selbstbewusstsein des Feindes, bedrohte die Heiligkeit seiner Stadtmauern (→ Pomerium) und andere Formen des göttlichen Schutzes. Gewöhnlich war die Evocatio jedoch nur eine Methode, die ansonsten frevlerische Plünderung sakraler Gegenstände zu legitimieren.[9]
Literatur
- Jörg Rüpke: Domi militiae. Franz Steiner Verlag, 1990, ISBN 3-515-05679-3, S. 16, 70 ff., 120, 155, 164, 259 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
Siehe auch
Einzelnachweise
- ↑ Jürgen von Ungern-Sternberg: Römische Studien Geschichtsbewußtsein – Zeitalter der Gracchen – Krise der Republik. Walter de Gruyter, 2006, ISBN 978-3-11-093871-5, S. 55 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 30. Juli 2015]).
- ↑ Eric Orlin: Foreign Cults in Rome: Creating a Roman Empire. Oxford University Press, 2010, ISBN 978-0-19-978020-4, S. 38 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 30. Juli 2015]).
- ↑ evocare : Deutsch » Latein : PONS.eu. (JavaScript) PONS GmbH, Stuttgart, archiviert vom am 24. Dezember 2013; abgerufen am 11. August 2012.
- ↑ Wolfgang Schaffler: Kultische Reaktionen auf Misserfolg und Versagen in der Griechischen Antike. (PDF) Das Verhältnis der Menschen zu den Göttern. Karl-Franzens-Universität Graz, 29. September 2011, S. 6 ff., archiviert vom am 10. Juli 2016; abgerufen am 11. August 2012.
- ↑ Theodor Mommsen: Römisches Staatsrecht. Band 3. Cambridge University Press, 2010, ISBN 1-108-00993-X, S. 1197 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Titus Livius: 1.55, 5.21, 5; Plinius der Ältere: Naturalis historia 24.160; 28.18; Sextus Pompeius Festus: De verborum significatione, s.v. Peregrina sacra, Novae curiae, Tauri ludi; Servius: Aeneis 2.244, 351; 9.446; Macrobius: Saturnalia 3.9
- ↑ Thomas Köves: Plinius über den Untergang der Stadt Pometia. (PDF; 6,8 MB) Nat. Hist. VII, 68/69. Universität Köln, 29. Februar 2008, S. 24 ff., abgerufen am 11. August 2012.
- ↑ Angelo Brelich, Die geheime Schutzgottheit von Rom. Zürich, 1949.
- ↑ Volker Michael Strocka: Kunstraub in der Antike. (PDF; 3,5 MB) Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 5. Mai 2008, S. 9 ff., abgerufen am 12. August 2012: „Beim Beutemachen waren die römischen Feldherrn und ihre Heere also nicht durch religiöse Rücksichten gehemmt.“