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„Werk:De ven. sap./9“ – Versionsunterschied

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K Textersetzung - „De ven. sap.“ durch „Werk:De ven. sap.“
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Aktuelle Version vom 21. Mai 2026, 12:12 Uhr

9▶Intellectus magistri vult creare artem syllogisticam. Ipse enim posse fieri huius artis praecedit; quae ars in ipso est ut in causa. [1] Ponit igitur et firmat posse fieri huius artis. Nam quae ars illa requirit, fieri possunt, ut sunt nomen et verbum et propositiones ex illis et ex illis syllogismus, qui fit ex tribus propositionibus, quarum duae praemittuntur, ex quibus tertia concludens sequitur. Requiritur etiam, quod subiecta et praedicata omnium trium [2] propositionum non habeant nisi tres terminos. Ideo necesse est unum in praemissis bis resumi, qui dicitur medium. Aut igitur hoc est, quando in prima praemissa, quae dicitur maior, ille est subiectum et in minori praemissa praedicatum; aut ubi in ambabus praedicatum aut subiectum. Et ita oriuntur tres figurae. Cuiuslibet figurae [3] etiam varii modi oriuntur ex varia et utili combinatione propositionum inutilibus combinationibus reiectis, sicut sunt trium negativarum et trium particularium propositionum – et aliis secundum figuram inutilibus. Et primum ex tribus affirmativis universalibus nominant Barbara in prima figura. Secundum ex universalibus, [4] maiori negativa et minori affirmativa et conclusione negativa, nominant Celarent; et ita consequenter. Et hae sunt specificae formae syllogisticae in ratione fundatae et permanentes, quas necesse est omnem syllogismum, qui sensibili sermone exprimitur, imitari. Et ita posse fieri huius artis explicatur.

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Übs. Sg.

Der Intellekt des Meisters will die Kunst des Schlußverfahrens schaffen. Er geht nämlich dem Werden-Können dieser Kunst voraus; sie ist in ihm als in ihrer Ursache. Er setzt und befestigt also das Werden-Können dieser Kunst. Denn was jene Kunst fordert, das kann werden, nämlich Gegenstandswort und Tätigkeitswort, aus ihnen geformte Sätze und der aus diesen geformte Schluß. Dieser besteht aus drei Sätzen, von denen zwei als Vordersätze dienen, während der dritte sich aus ihnen als Schlußsatz ergibt. Eine weitere Bedingung ist, daß Satzgegenstände und Satzaussagen aller drei Sätze nur drei Begriffe haben. Darum muß ein Begriff in den Vordersätzen zweimal aufgenommen werden, der darum Mittelbegriff heißt. Das geschieht entweder in der Form, daß er im ersten Vordersatz, der Obersatz heißt, als Satzgegenstand dient und im Untersatz als Satzaussage oder daß er in beiden Sätzen als Satzaussage bzw. als Satzgegenstand steht. So entstehen drei Figuren. Bei jeder Figur ergeben sich wieder verschiedene Arten durch verschiedene und zweckdienliche Verbindung der Sätze, wobei die unzweckmäßigen Verbindungen ausgeschlossen sind, wie etwa die Verbindung dreier negativer oder dreier partikularer Sätze, ebenso andere Verbindungen, die der Figur nach unzweckmäßig sind. Den ersten Syllogismus, der aus drei allgemeinen und bejahenden Sätzen besteht, nennt man in der ersten Figur Barbara. Den zweiten, der aus allgemeinen Sätzen, jedoch einem verneinenden Obersatz, einem bejahenden Untersatz und einem verneinenden Schlußsatz besteht, nennt man Celarent, und so fort. Das sind die artgerechten Schlußformen, die mi Verstand begründet sind und bestehen bleiben. Jedes Schlußverfahren, das in sinnlich faßbarer Sprache seinen Ausdruck findet, muß sie nachbilden. So entfaltet sich das Werden-Können dieser Kunst.

Übs. Dp.

Der Geist des Meisters will die Syllogistik schaffen, denn er selbst geht dem Werden-Können dieser Kunst, die in ihm als in ihrem Ursprungsgrund ist, voraus. Er gründet und festigt das Werden-Können dieser Kunst, denn was jene Kunst erfordert, kann werden.

Es sind dies: Name, Wort, die aus ihnen bestehenden Prämissen und der aus diesen zusammengesetzte Syllogismus; dieser besteht aus drei Sätzen, von denen zwei vorausgeschickt werden, aus denen sich der dritte als Schlußfolgerung ergibt. Es ist darum erforderlich, daß die Subjekte und Prädikate aller drei Sätze nur drei Begriffe enthalten. Daher muß ein Begriff, den man Mittelbegriff nennt, in den Prämissen zweimal enthalten sein. Das ist der Fall, wenn er in der ersten Prämisse, die Obersatz genannt wird, Subjekt ist und im Untersatz Prädikat, oder wenn er in beiden Prädikat oder Subjekt ist.

Und so entstehen drei Figuren. Auch die verschiedenen Arten der einzelnen Figuren entstehen aus der verschiedenen und brauchbaren Kombination der Sätze, nachdem man die unbrauchbaren Kombinationen ausgeschieden hat, wie die von drei Negationen oder von drei partikulären Sätzen oder der andern, der Figur zufolge unbrauchbaren Kombinationen. Den ersten Syllogismus, der aus drei allgemeinen, affirmativen Urteilen besteht, nennt man in der ersten Figur «Barbara», den zweiten, der aus einem allgemeinen, verneinenden Obersatz und einem bejahenden Untersatz und aus einem verneinenden Schlußsatz besteht, nennt man «Celarent», usw. Diese eigenen spezifischen Formen des Syllogismus sind in dem bestimmenden Verstand begründet und bestehen in ihm. Diesen muß jeder in sinnlich wahrnehmbarer Rede ausgedrückte Syllogismus entsprechen. Und so kann man das Werden-Können dieser Kunst erklären.

  1. ↑ Z.5
  2. ↑ Z.10
  3. ↑ Z.15
  4. ↑ Z.20