Zum Inhalt springen

„gelt“ – Versionsunterschied

aus AufEinWort, der freien Forschung
[ungesichtete Version][ungesichtete Version]
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 1: Zeile 1:
<p>[[gel]] + [[-t]] | (für)’,</p>
<p>[[gel]] + [[-t]] | (für)’,</p>


galt, gält, gelte, geltet, gelten, geltend, gilst, gilt, &nbsp;gölte, gegolten,<p style="text-align: justify;" ><span class="etymwb-headword">'''<span class="etymwb-orth">gelt<sup>1</sup></span>''', </span>auch <span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">''gelle'', ''gell''</span>, <span class="etymwb-gramgrp">Erregungsausruf&nbsp;</span></span>eine besonders im <abbr title="süddeutsch">Süddeutsch,</abbr>&nbsp;<abbr title="südwestdeutsch">Südwestdeutsch</abbr>&nbsp;und <abbr title="mitteldeutsch">Mitteldeutsch</abbr>&nbsp;übliche formelhafte Äußerung, mit der man sich der Zustimmung eines anderen vergewissern will, im Sinne von ‘nicht wahr?, ja?’, <abbr title="spätmittelhochdeutsch">smhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">gelte, </span>''‘es möge gelten’, <span class="etymwb-mentioned">dt. </span>''<span class="etymwb-mentioned">gilt</span>''&nbsp;"einverstanden, es ist gültig" von <span class="etymwb-mentioned">gelten</span>, (möglicherweise zuerst) als Bekräftigung bei Wettabschlüssen und Vertragsabschlüssen.</p>
galt, gält, gelte, geltet, gelten, geltend, gilst, gilt, &nbsp;gölte, gegolten,
 
'''gelt<sup>1</sup>''', auch gelle, gell, Erregungsausruf&nbsp;
 
* eine besonders im Süddeutsch,&nbsp;Südwestdeutsch&nbsp;und Mitteldeutsch&nbsp;übliche formelhafte Äußerung,  
** mit der man sich der Zustimmung eines anderen vergewissern will,  
** im Sinne von ‘nicht wahr?, ja?’,  
* smhd. gelte, ‘es möge gelten’,  
* dt. ''[[gilt]]''&nbsp;"einverstanden, es ist ''[[gültig]]''" von ''[[gelten]]'', (möglicherweise zuerst) als Bekräftigung bei Wettabschlüssen und Vertragsabschlüssen.
 
'''gelt<sup>2</sup>''' Adj. ‘unfruchtbar, nicht milchgebend’ (vom Vieh und vom Wild),
 
* Ww
** ahd. (11. Jh.), mhd. galt, nhd. (obd.) galt,
** (md.) gelde, gelt,
** mnl. gelde,
** aengl. gielde,
** anord. geldr
** (germ. *galdi-);
* Herkunft unbekannt.
** Die Vermutung, das Adjektiv stehe mit
*** ahd. (um 800), aengl. galan ‘singen’,
*** bes, ‘Zauberformeln (singend) hersagen, verzaubern, behexen’ (s. ''[[Nachtigall]]''),
** in Verbindung, ist durchaus erwägenswert, da unfruchtbares Vieh als verhext galt.

Version vom 24. Juli 2024, 14:44 Uhr

gel + -t | (für)’,

galt, gält, gelte, geltet, gelten, geltend, gilst, gilt,  gölte, gegolten,

gelt1, auch gelle, gell, Erregungsausruf 

  • eine besonders im Süddeutsch, Südwestdeutsch und Mitteldeutsch übliche formelhafte Äußerung,
    • mit der man sich der Zustimmung eines anderen vergewissern will,
    • im Sinne von ‘nicht wahr?, ja?’,
  • smhd. gelte, ‘es möge gelten’,
  • dt. gilt "einverstanden, es ist gültig" von gelten, (möglicherweise zuerst) als Bekräftigung bei Wettabschlüssen und Vertragsabschlüssen.

gelt2 Adj. ‘unfruchtbar, nicht milchgebend’ (vom Vieh und vom Wild),

  • Ww
    • ahd. (11. Jh.), mhd. galt, nhd. (obd.) galt,
    • (md.) gelde, gelt,
    • mnl. gelde,
    • aengl. gielde,
    • anord. geldr
    • (germ. *galdi-);
  • Herkunft unbekannt.
    • Die Vermutung, das Adjektiv stehe mit
      • ahd. (um 800), aengl. galan ‘singen’,
      • bes, ‘Zauberformeln (singend) hersagen, verzaubern, behexen’ (s. Nachtigall),
    • in Verbindung, ist durchaus erwägenswert, da unfruchtbares Vieh als verhext galt.