z
Erscheinungsbild
z, Z[1]
[2]Z,
- der sechs und zwanzigste
- und letzte Buchstab des Deutschen Alphabetes,
- und der zwanzigste unter den Consonanten.
- Es ist der härteste unter den sogenannten Sauselauten,
- welche den Graden der Härte nach so auf einander folgen:
- das gelinde s,
- in sehen, sieben, leise;
- das ß, oder einfach geschärfte nach gedehnten Vocalen,
- Spaß, spaßen, süß, fließen, außer;
- das doppelt geschärfte nach geschärften Vocalen,
- Wasser, wissen, lassen;
- und das harte,
- oder z,
- welches seiner Natur nach sowohl
- nach gedehnten, als geschärften Vocalen stehen kann,
- ob es gleich im Hochdeutschen nach gedehnten selten ist.
- welches seiner Natur nach sowohl
- Es wird, wie im Griechischen und Lateinischen,
- vermittelst eines starken Druckes der Zunge an die Zähne ausgesprochen,
- und stehet sowohl zu Anfange eines Wortes und einer Sylbe,
- Zahl, Zeit, zu, zur,
- als auch am Ende,
- und in diesem Falle am häufigsten nach gewissen Consonanten,
- besonders nach dem l, n, r und t,
- schmelzen, Filz, Lenz, schmerzen, Schatz, Witz, schützen.
- besonders nach dem l, n, r und t,
- oder z,
- das gelinde s,
- welche den Graden der Härte nach so auf einander folgen:
Da dieser Buchstab
- mit einem Drucke der Zunge an die Zähne ausgesprochen werden muß,
- welcher einige Ähnlichkeit mit dem t hat,
- und auch im Hochdeutschen nicht leicht nach gedehnten Vocalen gesetzet wird,
- so haben viele diesen Buchstab
- für einen zusammen gesetzten gehalten,
- der aus tz entstanden sey,
- und daraus weiter die Folge gezogen,
- daß das tz überflüßig sey,
- indem schon in dem bloßen z ein t liege.
- und daraus weiter die Folge gezogen,
- der aus tz entstanden sey,
- für einen zusammen gesetzten gehalten,
- Allein,
- es streiten sowohl wider die Voraussetzung,
- als die daraus gezogene Folge, folgende Gründe.
- 1. In der Figur des z ist keine Spur einer Zusammensetzung,
- sondern es ist ein bloßes einfaches Zeichen so wie die übrigen.
- Die Zusammensetzung müßte also bloß in dem Laute liegen.
- Allein auch hier kann sie
- 2. nicht liegen,
- weil der Druck, mit welchem ein Buchstab vor andern seiner Classe ausgesprochen wird,
- noch keine Zusammensetzung macht.
- F, k, p und t
- sind gleichfalls die harten Buchstaben ihrer Classe,
- erfordern also auch einen Druck,
- der, wenn man ihn langsam auflöset,
- Ähnlichkeit mit einem h hat,
- ohne das es bisher noch jemanden eingefallen wäre,
- diese Buchstaben für zusammen gesetzt zu halten.
- weil der Druck, mit welchem ein Buchstab vor andern seiner Classe ausgesprochen wird,
- 3. Ein doppelter Buchstab
- fordert zwar der Regel nach einen geschärften Vocal vor sich,
- und wahr ist es,
- daß das z im Hochdeutschen fast allemahl nach geschärften Vocalen stehet.
- Allein,
- wäre es seiner Natur nach doppelt,
- so könnte es weder in den Mundarten noch in andern Sprachen nach gedehnten Vocalen stehen,
- welches doch häufig genug geschiehet:
- gaza, oryza,
- die eigenen Nahmen Buzo, Mozyr, Wizo, Rozan,
- die provinziellen kuzeln für kitzeln, Striezel, Kietz, biezeln, bröckeln,
- und viele andere mehr,
- und selbst die Hochdeutschen Hiez, Miez, Katzen zu rufen, der Biez, u.s.f.
- und wahr ist es,
- fordert zwar der Regel nach einen geschärften Vocal vor sich,
- 4. Die Etymologie zeiget sehr deutlich,
- daß das z am Ende einer Sylbe
- und in der Mitte der Wörter
- aus dem gelindern s entstanden ist,
- besonders wenn es nach gewissen Consonanten stehen sollte,
- die ihrer Natur nach dieses s gern in das härtere z verwandeln,
- wohin besonders l, n und r gehören:
- schmelzen, salzen, schmerzen, tanzen, u.s.f.
- wo es aus den Ableitungssylben -sen und seln entstanden ist.
- Wenn das t ein s nach sich haben sollte,
- so theilet sich dessen eigenthühmlicher Druck gern auch dem folgenden s mit,
- daher dasselbe gleichfalls in ein z übergehet:
- Platz, sitzen, Schatz, hetzen, schützen, reitzen, putzen u.s.f.
- daher dasselbe gleichfalls in ein z übergehet:
- Man sehe, was von jedem dieser Wörter in Ansehung der Etymologie gesaget worden,
- so wird man allemahl finden,
- daß das z aus einem bloßen gelinden s entstanden ist,
- und daß folglich das t zur Wurzel gehöret;
- daher auch die Niederdeutschen,
- welche das s gern durch ein t ausdrucken,[3]
- dergleichen Wörter oft vermittelst eines tt sprechen und schreiben:
- Schatt, sitten, schütten,
- außer wo die Onomatopöie noch zu merklich ist,
- wie in blitzen, platzen u.s.f.
- dergleichen Wörter oft vermittelst eines tt sprechen und schreiben:
- welche das s gern durch ein t ausdrucken,[3]
- daß das z aus einem bloßen gelinden s entstanden ist,
- Es ist also eine wahre Verstümmelung und Verletzung der nächsten Abstammung,
- wenn man in solchen Fällen das t,
- da es doch zur Wurzel gehöret, weglassen,
- und Schaz, sizen, hezen u.s.f. schreiben wollte,
- weil dergleichen Wörter nicht anders als gedehnt gesprochen werden können,
- Schāz, sīzen, hēzen.
- da es doch zur Wurzel gehöret, weglassen,
- wenn man in solchen Fällen das t,
- Eben so groß ist die Verstümmelung,
- wenn man dem tz ein zz unterschieben will,
- weil zwar die Aussprache dadurch erhalten,
- aber der Bau des Wortes nicht minder zerstöret,
- und zugleich eine Wirkung ohne Ursache angenommen und angebracht wird;
- indem das z in allen diesen Fällen seinen Grund bloß in dem vorher gehenden t hat,
- und wieder in ein s übergehen müßte,
- wenn dieses wegfallen könnte,
- daher auch ein zz ganz wider die Analogie der Deutschen Sprache ist.
- wenn man dem tz ein zz unterschieben will,
- Es ist dieser zugleich ein neuer Beweis,
- so wird man allemahl finden,
- so theilet sich dessen eigenthühmlicher Druck gern auch dem folgenden s mit,
- besonders wenn es nach gewissen Consonanten stehen sollte,
- 1. In der Figur des z ist keine Spur einer Zusammensetzung,
Eben so wenig
- kann das z,
- wenn es zu Anfange eines Wortes stehet,
- für einen doppelten Buchstaben gelten,
- indem die Niederdeutsche Mundart,
- als eine Feindinn der Sauselaute,
- ihn gern mit dem zwar eben so harten, aber dennoch einfachen t vertauschet:
- taë, Tagel, Tack, Tahl, tehen u.s.f.
- für, zähe, Zagel, Zacke, Zahl, ziehen;
- dagegen sie in manchen andern Fällen
- das sanftere Hochdeutsche s
- in das härtere z verwandelt:
- Zabel, zuften, für, Säbel, seufzen.
- indem die Niederdeutsche Mundart,
Den alten Mundarten hatte dieses z noch nicht Härte genug, daher sie es noch durch ein vorgesetztes c verdoppelten: erczaigen, Pfalczgraff, Maincz, czu, Getäncz, churcz, Arczt, Erczeney, Churczweyl.
- ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 1641-1642. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000543411; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 1641 | 1642; Kategorien: Lexikalischer Artikel
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