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z

aus AufEinWort, der freien Forschung
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 27. Dezember 2023 um 17:10 Uhr durch Nikolaos (Diskussion | Beiträge). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.

z, Z[1]

[2]Z,
  • der sechs und zwanzigste
    • und letzte Buchstab des Deutschen Alphabetes,
    • und der zwanzigste unter den Consonanten.
  • Es ist der härteste unter den sogenannten Sauselauten,
    • welche den Graden der Härte nach so auf einander folgen:
      • das gelinde s,
        • in sehen, sieben, leise;
      • das ß, oder einfach geschärfte nach gedehnten Vocalen,
        • Spaß, spaßen, süß, fließen, außer;
      • das doppelt geschärfte nach geschärften Vocalen,
        • Wasser, wissen, lassen;
      • und das harte,
        • oder z,
          • welches seiner Natur nach sowohl
            • nach gedehnten, als geschärften Vocalen stehen kann,
            • ob es gleich im Hochdeutschen nach gedehnten selten ist.
        • Es wird, wie im Griechischen und Lateinischen,
          • vermittelst eines starken Druckes der Zunge an die Zähne ausgesprochen,
          • und stehet sowohl zu Anfange eines Wortes und einer Sylbe,
            • Zahl, Zeit, zu, zur,
          • als auch am Ende,
          • und in diesem Falle am häufigsten nach gewissen Consonanten,
            • besonders nach dem l, n, r und t,
              • schmelzen, Filz, Lenz, schmerzen, Schatz, Witz, schützen.

Da dieser Buchstab

  • mit einem Drucke der Zunge an die Zähne ausgesprochen werden muß,
    • welcher einige Ähnlichkeit mit dem t hat,
    • und auch im Hochdeutschen nicht leicht nach gedehnten Vocalen gesetzet wird,
    • so haben viele diesen Buchstab
      • für einen zusammen gesetzten gehalten,
        • der aus tz entstanden sey,
          • und daraus weiter die Folge gezogen,
            • daß das tz überflüßig sey,
            • indem schon in dem bloßen z ein t liege.
    • Allein,
      • es streiten sowohl wider die Voraussetzung,
      • als die daraus gezogene Folge, folgende Gründe.
        • 1. In der Figur des z ist keine Spur einer Zusammensetzung,
          • sondern es ist ein bloßes einfaches Zeichen so wie die übrigen.
          • Die Zusammensetzung müßte also bloß in dem Laute liegen.
          • Allein auch hier kann sie
        • 2. nicht liegen,
          • weil der Druck, mit welchem ein Buchstab vor andern seiner Classe ausgesprochen wird,
            • noch keine Zusammensetzung macht.
          • F, k, p und t
            • sind gleichfalls die harten Buchstaben ihrer Classe,
            • erfordern also auch einen Druck,
              • der, wenn man ihn langsam auflöset,
              • Ähnlichkeit mit einem h hat,
              • ohne das es bisher noch jemanden eingefallen wäre,
              • diese Buchstaben für zusammen gesetzt zu halten.
        • 3. Ein doppelter Buchstab
          • fordert zwar der Regel nach einen geschärften Vocal vor sich,
            • und wahr ist es,
              • daß das z im Hochdeutschen fast allemahl nach geschärften Vocalen stehet.
            • Allein,
              • wäre es seiner Natur nach doppelt,
              • so könnte es weder in den Mundarten noch in andern Sprachen nach gedehnten Vocalen stehen,
              • welches doch häufig genug geschiehet:
                • gaza, oryza,
                • die eigenen Nahmen Buzo, Mozyr, Wizo, Rozan,
                • die provinziellen kuzeln für kitzeln, Striezel, Kietz, biezeln, bröckeln,
                • und viele andere mehr,
                • und selbst die Hochdeutschen Hiez, Miez, Katzen zu rufen, der Biez, u.s.f.
        • 4. Die Etymologie zeiget sehr deutlich,
          • daß das z am Ende einer Sylbe
          • und in der Mitte der Wörter
          • aus dem gelindern s entstanden ist,
            • besonders wenn es nach gewissen Consonanten stehen sollte,
              • die ihrer Natur nach dieses s gern in das härtere z verwandeln,
              • wohin besonders l, n und r gehören:
                • schmelzen, salzen, schmerzen, tanzen, u.s.f.
                • wo es aus den Ableitungssylben -sen und seln entstanden ist.
            • Wenn das t ein s nach sich haben sollte,
              • so theilet sich dessen eigenthühmlicher Druck gern auch dem folgenden s mit,
                • daher dasselbe gleichfalls in ein z übergehet:
                  • Platz, sitzen, Schatz, hetzen, schützen, reitzen, putzen u.s.f.
              • Man sehe, was von jedem dieser Wörter in Ansehung der Etymologie gesaget worden,
                • so wird man allemahl finden,
                  • daß das z aus einem bloßen gelinden s entstanden ist,
                    • und daß folglich das t zur Wurzel gehöret;
                  • daher auch die Niederdeutschen,
                    • welche das s gern durch ein t ausdrucken,[3]
                      • dergleichen Wörter oft vermittelst eines tt sprechen und schreiben:
                        • Schatt, sitten, schütten,
                      • außer wo die Onomatopöie noch zu merklich ist,
                        • wie in blitzen, platzen u.s.f.
                • Es ist also eine wahre Verstümmelung und Verletzung der nächsten Abstammung,
                  • wenn man in solchen Fällen das t,
                    • da es doch zur Wurzel gehöret, weglassen,
                      • und Schaz, sizen, hezen u.s.f. schreiben wollte,
                      • weil dergleichen Wörter nicht anders als gedehnt gesprochen werden können,
                        • Schāz, sīzen, hēzen.
                • Eben so groß ist die Verstümmelung,
                  • wenn man dem tz ein zz unterschieben will,
                    • weil zwar die Aussprache dadurch erhalten,
                    • aber der Bau des Wortes nicht minder zerstöret,
                    • und zugleich eine Wirkung ohne Ursache angenommen und angebracht wird;
                      • indem das z in allen diesen Fällen seinen Grund bloß in dem vorher gehenden t hat,
                      • und wieder in ein s übergehen müßte,
                        • wenn dieses wegfallen könnte,
                    • daher auch ein zz ganz wider die Analogie der Deutschen Sprache ist.
                • Es ist dieser zugleich ein neuer Beweis,
                  • daß alle solche Neuerungen aus Unkunde der wahren Sprachgründe herrühren,
                  • und zwar einreißen und zerstören,
                  • aber niemahls bauen und bessern.
                  • S. auch, was schon zu Ende des Buchstaben T von dem tz gesaget worden.

Eben so wenig

  • kann das z,
    • wenn es zu Anfange eines Wortes stehet,
    • für einen doppelten Buchstaben gelten,
      • indem die Niederdeutsche Mundart,
        • als eine Feindinn der Sauselaute,
        • ihn gern mit dem zwar eben so harten, aber dennoch einfachen t vertauschet:
          • taë, Tagel, Tack, Tahl, tehen u.s.f.
          • für, zähe, Zagel, Zacke, Zahl, ziehen;
        • dagegen sie in manchen andern Fällen
          • das sanftere Hochdeutsche s
          • in das härtere z verwandelt:
            • Zabel, zuften, für, Säbel, seufzen.

Den alten Mundarten hatte dieses z noch nicht Härte genug, daher sie es noch durch ein vorgesetztes c verdoppelten: erczaigen, Pfalczgraff, Maincz, czu, Getäncz, churcz, Arczt, Erczeney, Churczweyl.

  1. ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 1641-1642. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000543411; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 1641 | 1642; Kategorien: Lexikalischer Artikel
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