Zum Inhalt springen

Gränze

aus AufEinWort, der freien Forschung
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 14. April 2025 um 07:25 Uhr durch Nikolaos (Diskussion | Beiträge) (Textersetzung - „-e“ durch „Wortglied::-e“). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.

grenz-e apol.-dt. Grenze f. 'Kante, Rand, Ecke; Ende, Gemerk, Mark, Rain, Scheide'

    • „Linie, die zwei Staaten, Länder, Grundstücke oder andere Bereiche voneinander trennt“.
      • mhd. graniza, graenizen, greniz
    • stammt aus apoln. granica, grańca „Grenzzeichen, Grenzlinie“ (poln. granica)
      • und wird auf der gesamten Länge des polnisch-deutschen Grenzgebietes entlehnt;
        • vgl. der Krautsalat.
      • Entsprechungen
        • russ. graníca (граница),
        • tschech. hranice (zu deren Grundwörtern s. Granne).
    • Die verschiedenen mhd. Formen finden sich im 12. und 13. Jh.
      • (neben Belegen aus dem sorb. wie elb- und ostseeslaw. Substratgebiet)
      • vor allem in lat. Urkunden.
    • Grenze, ich bin 14. Jh. im Obsächs. bereits allgemein gültig,
      • dringt im 14./15. Jh. in den nd. und hd. Sprachraum vor (in der Lutherbibel steht es ausschließlich)
      • und erscheint im Westmd. vereinzelt in der 1. Hälfte des 16. Jhs.
    • Es ist um 1700 im gesamten Sprachgebiet allen Thalben anzutreffen,
      • erlangte literatursprachlichen Rang und besitzt in der Sprache der Gegenwart (neben Staatsgrenze) uneingeschränkte Geltung;
    • Alte Bezeichnungen wie Ende, Gemerk, Mark, Rain, Scheide gelten heute als Dialektwörter,
      • haben eine andere Bedeutung angenommen oder sind ausgestorben.
      • Dazu schon im 15. Jh. sterben dt. Ableitungen grenzen Vb. und Grenzer m. „Grenzwächter“.
      • – Vgl. K. Müller in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 3 (1976) 21 ff.