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Werk:De ven. sap./16

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16▶Id in quo meae quiescunt venationum coniecturae, hoc est, quod non est nisi una omnium causa creatrix posse fieri omnium et quod [1] illa omne posse fieri praecedat sitque ipsius terminus; quae nec est nominabilis nec participabilis, sed eius similitudo in omnibus participatur. Et quia varia participantia sunt in omnibus, quae secundum eandem speciem similitudinis participant ipsius causae similitudinem, est devenire ad unum quod est maxime tale et est [2] primum seu praecipuum aut principium illius specificae participationis  et in ordine ad alia eiusdem speciei maxime tale et per se tale, cuius specificam similitudinem alia illius ordinis participant; sicut lucem dicimus primae causae similitudinem, quae in maxime lucido, puta sole, primo et principaliter resplendet ut in per se [3] lucido, in aliis vero lucidis ut in participantibus solarem lucem. Causa autem solaris lucis nihil commune habet cum luce solis, sed est omnium causa, ideo nihil omnium.

Quo vero rationis discursu venationes fecerim, nunc revelabo, ut tam praedicta quam quae sequuntur capias et iudices.

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Übs. Sg.

Der Punkt, an dem die Mutmaßungen meiner Jagdzüge zur Ruhe kommen, liegt in der Erkenntnis, daß es nur eine einzige Ursache für alles gibt, welche das Werden-Können für alle Dinge erschafft, und daß diese Ursache allem Werden-Können vorangeht und zugleich sein Ziel ist. Sie entzieht sich aller Benennung und Teilhabe, an ihrer Ähnlichkeit aber haben alle Dinge teil. Bei allen Dingen gibt es vielgestaltige Formen der Teilhabe, die doch in derselben Art der Ähnlichkeit an der Ähnlichkeit der Ursache teilhaben. Man muß infolgedessen zu einem gelangen, das dieses spezifische Sosein in höchster Reinheit besitzt und das das Erste oder Ausgezeichnete oder der Ursprung jener Art von Teilhabe ist, das im Vergleich mit anderen artgleichen Gegenständen dieses arteigene Sosein in höchster Reinheit besitzt und das an sich sobeschaffen ist und an dessen arteigener Ähnlichkeit die anderen Gegenstände dieser Gruppe teilhaben. So nennen wir das Licht Ähnlichkeit der ersten Ursache, das im allerleuchtendsten, z. B. der Sonne, zuerst und ursprunghaft widerstrahlt als in dem an sich Lichthaften, in den anderen lichthaften Dingen aber, insofern sie am Sonnenlicht teilhaben. Die Ursache des Sonnenlichts hat indes nichts gemein mit dem Sonnenlicht, sondern ist die Ursache von allem und deshalb keines von allen.

In welcher Gedankenfolge ich meine Jagdzüge aufgebaut habe, das will ich jetzt aufdecken, um dir das Verständnis und die Beurteilung des bisher Gesagten wie des Folgenden zu ermöglichen.

Übs. Dp.

Der Punkt, in dem die Mutmaßungen meiner Jagdzüge zur Ruhe kommen, ist die Erkenntnis, daß es nur einen Grund von allem gibt, den schöpferischen Ursprung des Werden-Könnens aller Dinge und daß er allem Werden-Können vorangeht und sein Ziel ist.

Ihn kann man weder nennen noch an ihm teilhaben, aber an seiner Ähnlichkeit haben alle Dinge teil.

Und weil die verschiedenen Teilhabenden in allen sind, die nach derselben Art der Ähnlichkeit an der Ähnlichkeit jenes Ursprungsgrundes teilhaben, muß man zu einem gelangen, das am meisten ein solches ist. Es ist das erste oder wichtigste oder der Ursprung jener eigengestaltlichen Teilhabe und im Zusammenhang mit den andern der selben Art am meisten und durch sich selbst ein solches, an dessen eigengestaltlicher Ähnlichkeit die andern dieser Ordnung teilhaben.

So nennen wir das Licht ein Abbild des ersten Grundes, welcher im Lichthaftesten, wie zum Beispiel der Sonne, da sie aus sich selbst leuchtet, zuerst und im besonderen Maße widerstrahlt, in allem andern Lichthaften aber als in des Sonnenlichtes Teilhaftigem. Der Grund des Sonnenlichtes hat jedoch nichts mit dem Licht der Sonne gemeinsam; er ist der Grund von allem und daher nichts von allem.

Damit man sowohl das Vorausgegangene als auch das Folgende verstehen und beurteilen kann, werde ich jetzt darlegen, nach welcher Methode des Denkens ich meine Jagdzüge unternommen habe.

  1. ↑ Z.5
  2. ↑ Z.10
  3. ↑ Z.15