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Werk:TDPC/57.1

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▷Bernardus: Quoniam abbas per verbum breve et concisum se intrasse in profunda ostendit, ne ego nil dicendo videar in vacuum tot alta audisse, dicam quoddam aenigma non reiciendum in ipso possest: Video E simplicem vocalem unitrinam. Nam est vocalis ipsius possE, ipsius Esse et nExus utriusque. Vocalitas eius utique simplicissima est trina. Et ut refertur ad posse non refertur ad esse et ut refertur ad Esse non refertur ad posse et ita ut refertur ad nExum utriusque non refertur nec ad posse nec ad esse sed nExum. Has igitur relationes in ipso E inconfusas et quamlibet per se veram et perfectam video non esse tres vocales seu vocalitates sed unam simplicissimam et indivisibilem vocalitatem. Cum igitur haec sic mente contemplor, magnum mihi praebet haec aenigmatica visio fidei orthodoxae argumentum, ut deum unitrinum simplicissimum credam principium esse in mundo aliquali similitudine licet remotissima ut vocalitas ipsius E in possest, a quo mundus habet quod potest esse et quod est et conexionem utriusque. Sicut enim probatur vocalitatem E dare omnia ipsi possest, quoniam E sublato penitus desinit esse dictio significativa, sic deo sublato mundus penitus desineret. Nec opus video ut de hac aenigmatis assimilativa proprietate plura dicam, cum vos ipsi melius me applicare possitis.


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BERNH: Weil der Abt anhand eines kurzen und treffenden Wortes gezeigt hat, daß er in die Tiefe gedrungen ist, will auch ich, um nicht durch Schweigen den Eindruck zu erwecken, daß ich vergeblich so viel Hohes gehört habe, ein Rätselbild nennen, das im Können-Ist unabweisbar enthalten ist: Ich sehe das einfache E als dreieinigen Laut. Denn es ist Vokal des KönnEns, des SEins und der VEr- knüpfung beider. Seine ganz einfache Lauthaftigkeit ist dreifach. Und sofern es auf das Können bezogen ist, ist es nicht auf das Sein bezogen, und sofern es auf das Sein he- zogen ist, ist es nicht auf das Können bezogen, und sofern es auf die Verknüpfung beider bezogen ist, ist es weder auf das Können noch auf das Sein bezogen, sondern eben auf die Verknüpfung. Ich sehe nun, daß diese Bezogenheiten, die im E selbst unvermischt und eine jede in sich wahr und vollkommen sind, nicht drei Laute oder Klänge sind, son- dern ein ganz einfacher und unteilbarer Klang. Betrachte ich dies nun so im Geiste, dann bietet mir diese rätselhafte Schau einen Beweis für den rechten Glauben in dem Sinne, daß ich glaube, der dreieinige Gott sei als einfachster Ursprung in der Welt[1] in gewisser, wenn auch sehr entfernter Ähnlichkeit zu dem, wie der Klang des E im possest, von dem die Welt hat, daß sie sein kann, daß sie ist und beider Verknüpfung. Wie sich nämlich erweist, daß der Klang E dem possest alles gibt, weil dieses, wenn man das E wegnimmt, vollständig aufhört ein sinnbezeichnender Ausdruck zu sein, so würde, Gott weggenommen, die Welt völlig aufhören.[2] Ich halte es nicht für nötig, mehr über diese zum Vergleich herausfordernde Eigenart des Rätselbildes zu sagen, da ihr selbst es besser anwenden könnt als ich.

Bernhard: Da der Abt durch ein kurzes und treffendes Wort gezeigt hat, daß er in die Tiefe des Verständnisses eingedrungen ist, will auch ich nicht durch Schweigen den Eindruck erwecken, daß ich diese erhabenen Dinge vergeblich gehört habe. Darum will ich ein nicht von der Hand zu weisendes Gleichnis im Können-Ist vorbringen. Ich sehe das E als einfachen, einigdreien Vokal. Es ist der Vokal des KönnEns, des SEins und der VErknüpfung beider; seine einfache Vokalheit ist also dreifach. Sofern sie auf das KönnEn bezogen ist, ist sie nicht auf das Sein bezogen, und sofern sie auf das SEin bezogen ist, ist sie nicht auf das Können bezogen und sofern sie auf die VErknüpfung beider bezogen ist, ist sie weder auf das Können noch auf das Sein bezogen, sondern auf die Verknüpfung bezogen. In dem E sehe ich diese Beziehung unvermischt; jede ist durch sich wahr und vollkommen. Ich sehe sie nicht als drei Vokale oder Laute, sondern als einen ganz einfachen und unteilbaren Vokal. Betrachte ich dies im Geiste, dann bietet mir diese gleichnishafte Schau einen guten Beweis für die rechtgläubige Lehre; ich glaube, daß der dreieinige Gott der einfachste Ursprung ist und in der Welt in einem wenn auch nur sehr entfernten Abbild erscheint, so wie der Laut des E im KönnEn-Ist. Von ihm hat die Welt, daß sie sein kann, daß sie ist und die Verknüpfung von beidem. Wie sich zeigt, daß der Vokal E dem Wort KönnEn-Ist alles gibt – denn würde man das E entfernen, hätte das Wort keine Bedeutung mehr –, so würde auch die Welt, entfernte man Gott, völlig aufhören. Ich halte es nicht für nötig, mehr über die zum Vergleich so gut geeignete Art dieses Gleichnisses zu sagen; ihr wißt es ja besser anzuwenden als ich.