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Nous

aus AufEinWort, der freien Forschung
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Nous Νοῦς agr.-deu., Wrtdtng: z. agr. νοῦς noûs, zusammengezogene Wortform v. nóos agr. νόος "Faden, Gespinn, String", vwdt. mit dt. nähen, es wurde offenbar zur Antike sinnbildlich Gedanke auf Faden, Denken auf Nähen, Spinnen, Gedankenvorstellung auf Gespinnst, … übertragen.

Nous oder Nus (altgriechisch νοῦς [nûːs]) ist ein Begriff der antiken griechischen Philosophie. In der philosophischen Fachsprache bezeichnet der Ausdruck die menschliche Fähigkeit, etwas geistig zu erfassen, und die Instanz im Menschen, die für das Erkennen und Denken zuständig ist. Außerdem hat das Wort im allgemeinen Sprachgebrauch auch andere Bedeutungen. Im Deutschen wird „Nous“ meist mit „Geist“, „Intellekt“, „Verstand“ oder „Vernunft“ wiedergegeben. Die gängigste lateinische Entsprechung ist intellectus, doch werden auch mens, ratio und ingenium als Äquivalente verwendet. In metaphysischen und kosmologischen Lehren, die von einer göttlichen Lenkung der Welt ausgehen, wird als Nous auch ein im Kosmos wirkendes Prinzip bezeichnet, die göttliche Weltvernunft.

Die Etymologie des Wortes nous ist in der Forschung umstritten. Einer älteren Hypothese zufolge ist es von einer erschlossenen Form σνόϝος (snówos) abzuleiten, die mit „schnüffeln“ im Sinne von „eine Gefahr wittern“ zusammenhängt (vergleiche auch englisch to sniff). Demnach handelt es sich um das Erfassen eines Sachverhalts aufgrund von Sinneswahrnehmung. Nach einer neueren Forschungsmeinung besteht ein Zusammenhang mit νεῖσΘαι (neísthai, „zurückkehren“) und νόστος (nóstos, „Rückkehr“).[1]

Das zugehörige Verb ist νοεῖν (noeín, „wahrnehmen, denken“). Zur selben Wortfamilie gehören weitere philosophische Begriffe: „Noesis“ (Denktätigkeit, Denkakt) mit dem zugehörigen Adjektiv „noetisch“ (griechisch νοητός noētós), „Noetik“ (ein Teilgebiet der Logik oder eine nichtpsychologische Erkenntnislehre, bei Edmund Husserl die Phänomenologie der Vernunft), „Noema“ (Gedanke, einzelner Denkinhalt), „Noumenon“ (das Gedachte, bei Kant das Ding an sich) und „Dianoia“ (diskursives Denken). Während im Griechischen diánoia (διάνοια) oft eine „dianoetische“ Denkweise (schlussfolgerndes Voranschreiten) bezeichnet, ist mit nous häufig speziell ein intuitives „noetisches“ Denken gemeint (unmittelbares Erfassen eines evidenten Sachverhalts). Somit entspricht dianoia eher dem deutschen Begriff „Verstand“, nous eher dem deutschen Vernunft-Begriff. Der Sprachgebrauch in den antiken Quellen ist allerdings nicht einheitlich und nicht immer klar.[2]

Der Nous als Instanz im Menschen

Der Nous als ontologisches und kosmologisches Prinzip