ob/Whk.
ob1
[1] Präp. ‘wegen, auf Grund’,
- heute ungebräuchlich,
- jedoch bis ins jüngere Nhd. noch in gehobener oder altertümelnder Ausdrucksweise;
- die ursprüngliche Funktion
- der aus einem lokalen Adverb hervorgegangenen Präposition,
- ein räumliches Verhältnis anzugeben
- (‘oberhalb von’, vgl. den Ortsnamen Rothenburg ob der Tauber),
- ist nur im Schweiz länger bewahrt,
- während sich sonst nahe verwandtes über durchsetzt.
- (‘oberhalb von’, vgl. den Ortsnamen Rothenburg ob der Tauber),
Reste des adverbiellen Gebrauchs
- begegnen im präfixartigen ersten Glied nominaler und verbaler Komposita.
Herleitung
- Ahd. oba (8. Jh.),
- mhd. ob(e)
- Ustw. ‘oben, oberhalb’,
- Vhnw. ‘über, oberhalb von’,
- aengl. ufe-
- (in ufeweard
- Adj. ‘aufwärts gerichtet, ansteigend, höher, später’,
- Hptw. ‘Oberteil, Außenseite’),
- (in ufeweard
- anord. of Präp. Adv. ‘auf, über, durch, zwischen, wegen, gegen’,
- got. uf Präp. ‘unter’
- gehen
- wie aind. úpa ‘gegen, hin, zu’,
- apers. upā̌ ‘hin, bei, in’,
- grie.
- hypó (ὑπό) Präp. ‘unter’,
- hýpo (ὕπο) Adv. ‘unten’,
- lat. subPräp. ‘unter’
- auf uig. *upo, *up, *eup ‘unten an etw. heran’,
- dann ‘(von unten) hinauf, über’ (s. auch auf)
- zurück.
ob2
[2] | o +b |
Die
- bis in die Gegenwart indirekte Fragen,
- in älterer Zeit auch konditionale (‘wenn, falls’)
- und konzessive (‘wenn auch, obwohl’)
- Gliedsätze einleitet;
- ahd. ibu (8. Jh.),
- dann (durch Vokalveränderung und Vokalumstellung,
- wenn nicht auf anderer Grundform beruhend)
- Varianten wie ibi, ubi, ube, oba, mhd. ob(e), op (frühmhd. ube) ‘ob, wenn (auch)’,
- dann (durch Vokalveränderung und Vokalumstellung,
- asächs. ef, of,
- mnd. of, ef
- und (durch Vermischung mit den mnd. Formen für oder) oft(e), eft(e) ‘ob, wenn’,
- anfrk. of ‘wenn’,
- mnl. of, jof ‘ob, wenn (auch)’,
- nl. of ‘ob, als’,
- afries. (i)ef, gef, (i)of, ieft ‘wenn’,
- aengl. gif,
- engl. if ‘ob, wenn (auch)’,
- anord. ef, if ‘wenn’,
- got. ibai, iba ‘ob denn, etwa, wohl, daß nicht’.
- ahd. ibu (8. Jh.),
Für die im Germ. bezeugten Verwendungen
- scheint man von einer den Zustand der Ungewißheit kennzeichnenden Partikel ausgehen zu können,
- deren Herleitung aber unklar bleibt.
Der Wortanfang
- läßt wahrscheinlich den Pronominalstamm uig. *e-, *i- (mit ursprünglich demonstrativer Funktion, s. ↗er, ↗es) erkennen,
- doch weisen die westgerm. Formen mit j-, i-, g- Anlaut, die got. jabai ‘wenn’ entsprechen, auf Einflüsse des Relativstamms uig. *i̯o-.
Der mit dem Esw./Labial beginnende zweite Wortteil könnte wie enklitisches got. ba ‘wenn’ zuawest. bā ‘fürwahr’, griech. phḗ (φή, φῆ) ‘wie, gleichwie’, armen. ba, bay ‘gewiß, freilich’, aslaw. bo ‘denn, nun, also’, lit. ba‘denn, ja’ gestellt und an die Beteuerungs- und Hervorhebungspartikel ie. *bhē̌, *bhō̌ angeschlossen werden, falls nichtie. *bhō(u) ‘beide’ (zweites Glied von ie. *ambhō(u), s. ↗beide) zugrunde liegt. Im Dt. eröffnet die Konjunktion seit den frühesten Zeugnissen abhängige Fragesätze, mit denen Zweifel an der Wahrheit eines Sachverhalts oder Streben nach Gewißheit zum Ausdruck gebracht werden; dabei wird (schon mhd.) der regierende Satz gelegentlich erspart, so vor allem bei verwundertem Wiederholen des Wortlauts einer absurden Frage (Ob ich diese Stadt kenne? Ich bin ja dort aufgewachsen.), woraus sich wiederum umgangssprachliches Und ob! als nachdrückliche Bejahung einer Entscheidungsfrage erklärt. Konditionaler Gebrauch ist im Ahd. und Mhd. üblich, seit frühnhd. Zeit wird ob jedoch in diesem Sinne zunehmend durch ↗wenn (s. d.) verdrängt und begegnet im 18./19. Jh. nur noch vereinzelt; es bleibt lebendig in der Verbindung mhd. nhd. als ob ‘wie wenn’ (bei angenommenem Vergleich, wo im Mhd. ob(e) bzw. als(ō)auch allein stehen kann). In den ältesten dt. Sprachstufen ermöglicht die Konjunktion außerdem den Anschluß von Konzessivsätzen; später tritt häufig ein die Einräumung verdeutlichendes Adverb hinzu, das im Nhd. mit obzusammenwächst und allenfalls in feierlich-altertümlicher Rede noch abgetrennt wird. Daher die zusammengesetzten Konjunktionen obwohl (17. Jh.), älter obwoln, ob wol (16. Jh.), ob(e) … wol(e) (15. Jh.); obgleich (16. Jh.), bis ins 18. Jh. daneben ob gleich, ob … gleich (16. Jh.); obschon (16. Jh.), bis ins 18. Jh. auch ob schon (16. Jh.), ob … schon (15. Jh.),mhd. (vereinzelt) obe schōne; obzwar (Ende 18. Jh.), zuvor ob zwar (17. Jh.), ob … zwar (16. Jh.).
ob (WKND)
Etymology 1
From Middle High German obe, ob, from Proto-Germanic *jabai (“when, if”). Compare English if.
Pronunciation
Conjunction
ob
(subordinating) if, whetherob ... oder ― if ... or
Etymology 2[edit]From Middle High Germanobe, from Old High Germanoba, from Proto-Germanic*ub(“under”), from Proto-Indo-European*upó(“under, below”). Related with über, oben. A chiefly southern word, pronounced with a short vowel in Alemannic areas and with a long vowel in Austro-Bavarian areas. In the north, the short vowel is from etymology 1, perhaps also reinforced by association with regional forms of auf (Central Franconianop, Low Germanup, op). The long vowel is standard in Obacht, beobachten.Pronunciation[edit]
IPA(key): /ɔp/ (German standard; Switzerland)
IPA(key): /oːp/ (Austria; Bavaria)
Preposition
ob
(formal, literary, + dative or genitive) on account of
(archaic or dialectal, + dative) over, above, on
Synonyms
(on account of): angesichts
(over, above): über
Antonyms
(over, above): unter; (obsolete) nied, nid
Derived terms
Further reading[edit]
ob in Duden online
ob in Duden online
“ob” in Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache
- ↑ „ob“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/ob>, abgerufen am 27.12.2023.
- ↑ „ob“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/ob>, abgerufen am 27.12.2023.