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DG1G/Einleitung/02

aus AufEinWort, der freien Forschung
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▷Es wäre ersprießlich, wenn die Geschichte jeder Hauptsprache vollständig durch alle ihre Dialekte verfolgt werden könnte, aber einzelne Volksstämme pflegen unterzugehn, andere sich zu verrücken, zu mengen und umzugestalten, daß in ihnen die alte Grundlage nur zum Teil kenntlich bleibt. Die deutsche Grammatik, vielfacher Verluste eingedenk, denen ihre oft verschütteten Quellen ausgesetzt waren, hat sich dennoch des Glücks zu erfreuen, daß sie ihr von uralter Zeit her an zahllosen Stellen aufsprudeln und erfrischende Nahrung verabreichen, zwar steht jede Sprache auf eignen Füßen und schreibt sich selbst ihre Gesetze; doch den stillen Zusammenhang unsrer Gegenwart mit dem Altertum, den Grund warum die heutige Regel hervorgegangen sein kann aus einer ganz verschieden lautenden früheren deckt uns bloß die Geschichte auf. Kaum ladet irgend eine andere Sprache so dringend zu historischer Betrachtung wie die Deutsche ein, und keine ihrer Mundarten ist so gering oder unscheinbar, daß sie nicht im einzelnen das große Ganze neu zu beleuchten und fester zu bestätigen vermöchte.


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