DG1G/Einleitung/04
▷Auf der entgegengesetzten Westseite haben andere Auswanderer, die Angelsachsen, sehr bedeutende freilich um vier und mehr Jahrhunderte jüngere Denkmäler ihrer Sprache, in Poesie wie in Prosa, hinterlassen, aus welchen ein außerordentlicher Gewinn gezogen wird, denn wenn auch die Gedichte sämtlich schon in christlicher Zeit aufgeschrieben oder abgefaßt sind, enthalten sie doch Anklänge an frühere heidnische Darstellung, vorzüglich Beovulf, Cædmon und die eben erst in Vercelli glücklich aufgefundnen Andreas und Elene. Eine Menge der seltensten Wörter, Formen und Ausdrücke ist uns durch diese Dichtungen offenbart. Auch hier bestimmt den Namen der Stamm; später durch den Zutritt eines romanischen Elements ging die angelsächsische Sprache[1] in die Englische über.
- ↑ 1) Im neunten Jh. scheint man sie die anglische geheißen zu haben, vgl. nachher $. 13 und das abecedarium anguliscum im cod. sgall. 878 p. 321 linguā Anglorum bei Beda 13, 19 gibt Älfred durch on englisc. In Urkunden auch die Benennung sächsisch: fures quos saxonice dicimus vergeldþeóvas (a. 796.) Kembles ch. ags. I, 172. 207. Den zusammengesetzten Namen Engilsahsun haben erst spätere Glossen (Graft* 1, 351.)