Miet
Erscheinungsbild
Miet-e ahd.-deu. Lohn für etwas; kurz für Mobiliarmiete, Immobiliarmiete (19.Jh.) zuvor für Wohnungen Mietzins
Miete1 f.
- ‘Entgelt für die zeitweilige Überlassung einer Wohnung, eines Gegenstandes’,
- seltener ‘zeitweilige Übernahme’,
- ahd. mieta ‘Lohn, Geschenk’ (8. Jh.),
- mhd. miet(e) ‘Lohn, Belohnung, Vergeltung, Begabung, Beschenkung, Bestechung’,
- asächs. mēda,
- mnd. mēde,
- aengl. mēd,
- engl. (poetisch) meed
- führen (mit Verlust der Spirans und Ersatzdehnung) ebenso wie
- (mit erhaltener oder in r übergegangener alter stimmhafter Spirans vor stimmhaftem Konsonanten)
- got. mizdō,
- aengl. meord
- (mit erhaltener oder in r übergegangener alter stimmhafter Spirans vor stimmhaftem Konsonanten)
- auf germ. *mizdō f.
- und mit
- grie. misthós (μισθός) ‘Lohn, Sold, Miete, Belohnung, Tagelohn’,
- aind. miḍhám ‘Streit, Wettkampf, Gewinn, Lohn’,
- aslaw. mьzda ‘Lohn’,
- ruß. (älter) mzda(мзда) ‘Lohn, Entgelt, Belohnung’
- auf uig. *mizdho-, *mizdhā ‘Lohn, Sold’.
- (Die germ. Feminina sind allerdings zum Teil in die Deklination der n-Stämme übergetreten.) –
- s. mieten
Miete2 f.
- ‘aufgeschütteter, zum Schutz vor Frost mit Stroh und Erde bedeckter Haufen von Knollenfrüchten’
- gelangt im 18. Jh. aus dem Nd. ins Hd.
- Das nd. Mīte, mundartlich auch ‘aufgeschichteter Holzhaufen, Heuhaufen, Strohhaufen, Garbenhaufen, Misthaufen’,
- beruht wie mnl. mīte, nl. mijt ‘Holzstoß, Heuhaufen’
- Auf Grund des Übergangs von ē zu ī muß trotz später Bezeugung der germ. Formen der Entlehnungsvorgang in früher Zeit stattgefunden haben.