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Lautsprache

aus AufEinWort, der freien Forschung

Laut + Sprache

„gesprochenen“ Sprachen im Gegensatz zu vglw. Gebärdensprache

Lautsprache

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Unter Lautsprache versteht man in der Sprachwissenschaft generell eine mittels der Artikulationsorgane Kehlkopf, Mund, Zunge (usw.) erzeugte Sprache. Der Lautsprache werden – unter verschiedenen Aspekten – andere Sprachsysteme gegenübergestellt: so die Gebärdensprache und andere Zeichensprachen, die geschriebene Sprache oder, in einem weiteren Sinne, auch manche bildlichen Symbolsysteme.

Eine Lautsprache besteht aus einer endlichen Menge von Sprachlauten, die in phonetische Merkmale zerlegt werden können. Für die Verschriftlichung von Lautsprachen gibt es mehrere Arten von Systemen, die sehr unterschiedlich angelegt sind. Die tatsächliche Lautung einer Sprache kann mittels einer eigens entwickelten, standardisierten Lautschrift wiedergegeben werden, die Symbole für die Laute aller natürlichen Sprachen bereithält.

Begriffsbestimmung

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Der Terminus „Lautsprache“ hat in der Sprachwissenschaft mehrere Bedeutungsnuancen und stellt ein Forschungsobjekt in unterschiedlichen Zusammenhängen dar:

  • Der Begriff „Lautsprache“ bezieht sich hauptsächlich auf die Gesamtheit der Sprachlaute als spezifisches Produktions- und Wahrnehmungsmedium von menschlicher Sprache. Er taucht mit dieser Bezugnahme in erster Linie im Forschungsbereich über den Spracherwerb und die Sprachproduktion von Gehörlosen auf sowie im Zusammenhang mit der dazugehörigen Sprecherziehung. Dabei werden häufig Lautsprache und Gebärdensprache als Systeme gegenübergestellt und Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen diesem definiert.
  • Die „Lautsprache“ kann weiters als Gegenstück zur „geschriebenen Sprache“ bzw. „verschrifteten Sprache“ verstanden werden, wobei in diesem Fall Sprechen und Schreiben als mögliche Formen der Sprachproduktion wie auch Hören und Lesen als Modalitäten der Sprachwahrnehmung im Mittelpunkt der Forschung stehen.
  • „Lautsprache“ kann aber auch unspezifisch jegliche einzelne Sprache meinen, die aus einer bestimmten Menge von Sprachlauten besteht. Diesbezüglich wird sie nach der Körpersprache als zweite Kommunikationsstufe des Menschen betrachtet.[1]
  • In seltenen Ausnahmefällen wird „Lautsprache“ – terminologisch falsch – mit „Lautschrift“, also mit der phonetischen Transkription von gesprochener Sprache gleichgesetzt.

„Lautsprache“ nimmt Bezug auf ein auch auf abstrakter Ebene zu beschreibendes Sprachsystem und ist nicht mit dem Begriff „gesprochene Sprache“ gleichzusetzen, denn letzterer Ausdruck bezieht sich nicht oder nur bedingt auf das Lautsystem einer Sprache. Der Begriff „gesprochene Sprache“ (oft auch synonym mit „Spontansprache“) verweist vielmehr auf syntaktische, textliche, stilistische und ähnliche Merkmale, die den Unterschied zwischen mündlich produzierten Texten (also etwa ein spontanes Alltagsgespräch) und schriftlich konzipierten Texten (wie beispielsweise einem Sachbuch oder einem Zeitungstext) kennzeichnen.

Siehe auch

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Literatur

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  • Patricia Ashby: Speech Sounds. Routledge, London 1998, ISBN 0-415-08571-3.
  • Heikki J. Hakkarainen: Phonetik des Deutschen. Fink, München 1995, ISBN 3-8252-1835-X.
  • Tracy Alan Hall: Phonologie. Eine Einführung. De Gruyter, Berlin 2000, ISBN 3-11-015641-5.
  • Katharina Puls: Deutsche Gebärdensprache und deutsche Lautsprache. Eine phonetisch/phonologische Gegenüberstellung. Unveröffentl. Mag. Schr. Hamburg 2006.
  • Elmar Ternes: Einführung in die Phonologie. 2. Aufl. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1999, ISBN 3-534-13870-8.
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Wiktionary: Lautsprache – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. Britta Günther, Herbert Günther: Erstsprache, Zweitsprache, Fremdsprache: Eine Einführung. Beltz-Verlag, Weinheim 2007, ISBN 978-3-407-25474-0, S. 40f.