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Phoneme

aus AufEinWort, der freien Forschung

Phonem + -e

Phoneme[1]

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In Hinblick auf die lautlichen Strukturen von Sprachen sind einzelne Laute gleichzeitig die kleinsten bedeutungsunterscheidenden Sprachelemente, sogenannte Phoneme. Ein Laut ist in einer bestimmten Sprache also gleichzeitig dann ein Phonem, wenn er in derselben lautlichen Umgebung gegen einen anderen Laut ausgetauscht eine Bedeutungsveränderung bewirkt. Im Deutschen sind zum Beispiel das „Zäpfchen-r“ ​[⁠ʁ⁠]​ und das „Zungen-r“ ​[⁠r⁠]​ zwar unterschiedliche Laute, aber – gegenseitig betrachtet – keine Phoneme, da es keinen Fall gibt, wo das eine gegen das andere ausgetauscht einen Bedeutungsunterschied eines Wortes bewirken würde: Das Wort „Rabe“ etwa bedeutet in beiden Artikulationsfällen dasselbe. Jedoch gilt das ​/⁠r⁠/​ „als solches“ als Phonem, da es Wörter gibt, die nach Austausch des /r/ gegen andere Laute eine neue Bedeutung erhalten, wie etwa im Wortpaar Rabe – Wabe.

Welche Laute als Phoneme gelten, ist über die Sprachen hinweg unterschiedlich. Was in der einen Sprache ein Phonem darstellt, muss in einer anderen keines sein. Auch die Anzahl der Phoneme variiert je nach Sprache oft sehr stark. So hat die Hawaiische Sprache mit nur 13 Phonemen eine der niedrigsten Phonemzahlen aller bekannten Sprachen und die Sprache Pirahã besitzt überhaupt nur 10 davon. Dagegen weist die Sprache ǃXóõ mit 141 die wohl höchste Anzahl an Phonemen auf. Die meisten Sprachen verfügen über etwa 30 bis 50, im Durchschnitt 40 Phoneme, was sich als praktikabelste Anzahl insofern erwiesen haben dürfte, weil damit einerseits noch eine gewisse sprachliche Ökonomie besteht und andererseits eine genügende Differenzierung gewährleistet ist.

Analog zu Lautsprachen werden diese sprachstrukturellen Einheiten auch in Gebärdensprachen als „Phoneme“ bezeichnet, von denen jede einzelne Gebärdensprache über ein bestimmtes Inventar verfügt.

Die Erforschung und Beschreibung von Phonemen bzw. der Sprachlaute hinsichtlich ihrer Funktionen in den einzelnen Sprachen nimmt die sprachwissenschaftliche Teildisziplin Phonologie vor. Aus dieser Warte werden die Lautsprachen auch dahingehend klassifiziert, ob es sich um Tonsprachen oder um Betonungssprachen handelt. Erstere (so etwa chinesische Sprachen) zeichnen sich dadurch aus, dass Vokale in einer Silbe oder in einem Morphem einen unterschiedlichen Tonverlauf annehmen können, also in der Tonhöhe ansteigend oder abfallend sind, wobei dieser Tonhöhenwechsel bedeutungsunterscheidend wirkt. (Das heißt, dass dasselbe Wort mit einem ansteigenden Ton eine andere Bedeutung hat als mit einem in gleicher Tonhöhe bleibenden oder abfallenden Ton.) In Betonungssprachen hingegen (beispielsweise alle indogermanischen Sprachen) wird ein Druckakzent auf einen Vokal einer Silbe gesetzt, es gibt keine bedeutungsunterscheidenden Tonhöhenunterschiede.