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Über Nennung und Namung

aus AufEinWort, der freien Forschung

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Entwurf Liste Werke von Klaus Feldmann 

Ausgabe 01
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2023103101 Über Nennung und Namung.pages

Wenn Engländer für den Vorgang, Dingen, Lebewesen, Menschen Namen zu geben naming sagen, so wird doch sicherlich niemand Etwas dem entgegensetzen, wenn wir abgesehen von der einer frühen Lautverschiebung des Selbstlaut vom althochdeutschen u zu i, also -ung zu -ing, zu demselben Vorgang Namung anstelle von Namensgebungsagen und uns fortan diese Umständlichkeit ersparen.

Wenn altenglisch nemnan gesagt wurde, so sagte Man althochdeutsch nemnen und mittelhochdeutsch wurde aus dem m ein n und wir sagen seither nennen und meinen seit je her so verstanden, daß man den bereits durch Namung vergebenen Namen sagt oder ausruft. alos nennt und wenn kein Name vergeben oder bekannt war, so fragte man sich "wie nennen wir das Ding" und so benannte Man das Ding mit Namen und wenn jemand lateinisch Nomen sagt, so bedeutet es wie sanskritisch  Nā́man , urgermanisch Namô, althriechisch  Ónuma nichts anderes als Name gemäß gemeinsamen urindogermanischen Wortgen und gleichwelcher Wortart.

So war alles Namung und Nennung, zu nennen dessen das ist, vergleichsweise erkennt man dies an der Wortwahl "Wie nennt man es zu Fuß schnell zu gehen, faßt schon zu rennen?", "man nennt es laufen" und so ist laufen der Name für schnell gehendes Fortbewegen, und wir stellen bei weiterer Schau fest, daß wie im Fall von Wort das Einzelwort , Wortewort, gar eine Rede oder gesamter Buchinhalt ein Wort ist, dass alles zugleich aufgrund von Namung, Nennung und Benennung jedes Wort ein Name ist oder einer Namung entspricht.

Wie Adelung es sagt "Das Hauptwort Nahme leidet auch das Vorwort bey. Jemanden bey seinem rechten Nahmen nennen. Jemanden bey Nahmen nennen. Das ist mein Nahme bey dem man mich nennen sol" [1] un gibt die Wortbestimmung für benennen "bei nennen", der Name entspricht einem beigegebenen, zugefügten Wort, durch den eine bestimmte räumliche Bedeutungseinheit benennend bestimmt wird, nennen bedeutetet an sich "namenen", Namen + -en, heute sagen wir dazu benennen, ein anderes Wort wurde aufgrund der im Wortwandel entstandenen lautlichen Nähe zu nehmen bedingt, die Nahme, der Name klingt nahezu gleich.

Wir sagen nennen oder benennen, wir sagen nicht zu dem als Vorgang oder Ergbniß der Nennung oder Namung etwa "besagen" und schon gar nicht "beworten", nach DIN 2342[2] sei Benennung die "aus einem Wort oder mehreren Wörtern bestehende Bezeichnung", damit Wird Benennung mit Bezeichnung gleichgesetzt, wo doch bezeichnen ‘durch Zeichen kenntlich machen, markieren", dann auch bedingt der Sprachwissenschaftler "benennen, nennen, charakterisieren", zuvor althochdeutsch bizeihhanen, bizeihhanōn (9. Jh.), mhd. bezeichnen ‘bildlich vorstellen, mit einem Zeichen ausdrücken, bedeuten’, und  Bezeichnung f. ‘das Kenntlichmachen, Kennzeichnung, Benennung’, ahd.bizeihhanunga (11. Jh.), mhd. bezeichenunge ‘Vorzeichen, Symbol, Bedeutung’[3] , bezeichnen also an sich "bei Zeichen", ein Zeichen beifügen, Zeichen ist mit zeigen, Zeiger verwandt, davon abgeleitet und Sprachwissenschaftler oder Gelehrte ordneten Bezeichnung der Benennung über, offenbar weil wir Schriftzeichen für Namen verwenden, doch gab es die Benennung gewiß vor jeder Bezeichnung und sind wenn dann zueinander gleichrangig, Bestimmungen unterschiedlicher Vorgänge, DIN hin oder her, diese gelehrten Wortbedeutungen sind falsch und zugleich verdummend.

Die Nennung, Benennung nennt oder vergibt einen Namen, die Zeichnung, Bezeichnung erstellt oder vergibt ein Zeichen, "Wortung, Bewortung" würde ein Wort "worten" oder vergeben, findet sich bei uns im Sprachgebrauch jedoch nicht, Sagung und Besagung auch nicht, so kann vom Sprachgebrauch vorbedingt nur nennen und benennen für den Vorgang der Verwortung einer räumlichen Bedeutungseinheit infrage kommen, wodurch der Oberbegriff aller Wortarten das Wort Name zu verwenden ist – doch wann ist ein Name ein Name?

Bevor man bestimmen kann, was ein Name ist, sollte man begriffen haben, was ein Wort ist oder einem Wort entspricht, wie es vergleichsweise in Vorwort (HfwB) ab 6. Absatz erläutert wurde, von dort ausgehend ist Name das Ergebniß eine Namung zweckst genauer Bestimmung zur Nennung des jeweils benannten Lebewesen, Ding, Dasein, Geschehen oder Ereigniß, beruhend auf der Wortbildung aus bekannten Wörtern aller Wortarten zum Namen, wobei alle Namen wiederum eine eigene Wortart herausbilden, die je nach Besonderheiten und Eigenheiten der Namen wiederum aufgegliedernd mit Namen benannt werden, vergleichsweise Eigennamen, Nachnamen, Vornamen, Personennamen, ..., somit zu begreifen ist, daß Namen vom Ursprung her keine unmittelbaren Wortbildungen sind, Namen immer mittelbar aus bereits gebildeten Worten und oder Namen infolge zu neuen Namen gebildet werden.

Nehmen wir alle Namen aus dem Sprachgebrauch weg und versetzen uns in die Lage des ersten Mensch der den Bedarf der Bestimmung und Vergabe eines Namen für seinen unmittelbaren Nachkommen hat, so kommen dieser womöglich aufgrund der aus früher Zeit überlieferten Gewohnheit, kniend zu gebären, sowie des Brauches, ein Kind dadurch anzuerkennen, daß es sich der Vater aufs Knie setzt und angesichts von urindogermanische Wortgen der Wortwurzel *g̑ena- ‘erzeugen, gebären’ und *g̑eno- ‘erkennen, kennen’ mit *g̑enu-, so würde wohl dieser sprachkundige Vater seinem ersten und einzigen Nachkommen "Kind" als sogenannten Rufnamen nennen, welches gemäß der Sprachwissenschaft als Wortbildung gemäß diesen Wortgenen abgeleitet worden sei, doch beim zweiten Kind entsteht der Bedarf zwecks deren Unterscheidung mittels jeweils eindeutigen Rufnamen jedem Kind einen Eigennamen zu geben und Kind als Gattungsnamen weiterzuverwenden, doch angesichts des anfänglichen Umstands nicht verfügbarer Namen bleiben da nur die bereits für Eigenschaften, Tätigkeiten, Umstände und Verhältnisse bekannten Wörter, mittels deren Verdinglichung Dingwörter als Eigennamen gebildet werden können und so nimmt man für einen Namen vergleichsweise althochdeutsch willo „Wille, Verlangen“ und bald „kühn, tapfer“ und bildet daraus den Namen Willibald und fügte mittels dem Namen dem Kind die Bedeutung "Der mit kühner Entschlusskraft Ausgestattete“ hinzu, ob Wunschtraum oder nicht, steht der Sohn nun in der für ihn unbewußten Verpflichtung seiner Benennung gerecht zu werden, da durch dessen häufige Nennung diese Bedeutung mitangeregt wird und dies einen Einfluß auf die Wesensartbildung des Kind hat, der Vater auf diese Weise einen Helden zu erschaffen sucht, die meisten Kinder ehr aufgrund der Benennung es zu einem Rabauken gelangen, wobei derartige Namen oft erst im Nachhinein vergeben werden, wie vergleichsweise im Fall Karl der Große.

Karl ist letzteren Fall der eigentliche Name, der von dessen Eltern für das Kind bestimmt wurde und erst weit nach seinem Tod wurde im Mittelalter dem Karl der Beiname "der Große" hinzugefügt, daß sich auf die große Herrschaftsleistung Karl's bezieht, wichtig ist den Umstand zu kennen, daß der Name eines Menschen der Name zur Geburt war, der Geburtsname, also nur dieses Willibald, doch beim Rufen wird es lästig immer Willibald auszurufen, also ruft man Willi, der Rufname, wodurch der Wechsel vom wirklichen Namen, also die Wesensart des Jungen beeinflussende Bedeutung das bald, das Kühne verliert und nur das Wollen verbleibt und der Junge fortan mehr will als sich holt und es einst an sich keine Nachnamen gab, nach dem Namen gestellte Namen erst mit dem Bedarf aufkam den einen Willi vom anderen Willi zu unterscheiden, soweit sich dies nicht mittels abgewandelter Rufnamen zu bewerkstelligen ließ, Nachnamen haben sich aus Beinamen heraus entwickelt, wodurch der Bedarf entstand das Wort Name zu Vorname zu ändern und nun mit Name den Vornamen mit Nachnamen zu meinen, erst ab dem 9. Jahrhundert wurde es üblich Beinamen zu vererben, wodurch sie zu Nachnamen wurden und bedingt der Vererbung wurde der Nachname ab etwa dem 12. Jahrhundert auch zum Familienname, welches im 15. Jahrhundert noch nicht durchgängig im Lande der Deutschsprachler der Fall war, während man beim Adel ebenfalls aufgrund Erbstreitereien bereits im 11. Jahrhundert begann Hausnamen oder Ortsnamen dem Rufnamen hinzuzufügen, wir so einen Wilibald von Schulenburgerhalten, das Adelsgeschlecht zugleich mit "von" verdeutlichend, von deren Familiensitz der Schulenburg abstammend, erst ab dem 19. Jahrhundert wurden dann nach dem Muster Vorname-Nachname ein amtlich eingetragener Personenname für alle Personen verpflichtend, wobei alle Name enthaltende Wortbildungen weiterhin in Verwendung sind und um weitere Wortbildungen nach Bedarf ergänzt wurden, wie vergleichsweise aufgrund einer besonderen Kunst der Künstlername als Name gebildet wurde und im Grunde sind seit dem ersten Menschenkind gebildete Dingwörter(Hauptwörter) alles Namen für Etwas oder Jemand, für Dasein, Daseinszustände, Lebewesen, Dinge, Gegenstände, Geschehen, Ereignisse, Gattungen, Arten, Orte, ... denen wiederum Gruppennamen zugewiesen wurden, so daß wir Gattungsname, Ortsname, Straßenname, ... erhielten.

Um Sich Klarheit zu verschaffen muß man Name als Grundbegriff bestimmen und wenn irgendwo Name als Einzelwort verwendung findet, dann ist es wenn die Kurzform einer Wortbildung aus Name als Bestimmungswort und oder Name als Grundwort zu einem Wortewort, es also auch ein Namename als Namenwort geben kann, doch sollte Man sich dessen bewußt verbleiben, daß Namen bedingt aus der Verdinglichung von Eigenschaften, Tätigkeiten, Umständen und Verhältnissen zu Dingwörtern gebildet wurden, so auch den Dingwort Name solches vorausgegangen sein muß, Sprachwissenschaftler gehen meist davon aus, das "nennen" von Name abgeleitet wurde, und althochdeutsch nemnen, nem "Name" und - der Endung -nen sprechen dafür, doch bei Kenntniß vieler Lehnwörter ist mir im Deutsch aufgefallen, daß dies nur bei Fremdwörtern der Fall ist und im Deutsch, wie im Sanskrit oder Pali die Dingwörter der eigenen Sprache aus den Nichtdingwörter gebildet werden, sodaß Name schon im Germanisch ein Lehnwort gewesen sein müßte, schauen wir uns die Wortrückbildung germanisch *namnijaną "benennen, anrufen, einen Namen geben" an, von denen nennen abstammt, so bleibt für nennen "rufen" und für Name "Ruf" als eigentliche Wortsinnbedeutungübrig, auf Deutsch ist Name als Grundbegriff ein als Name bestimmtes Wort, mit dem Man ruft, aufruft, ausruft, anruft, herbeiruft, ... und wahrscheinlich das einzige Wort, das dafür nicht verwendet wird, man kann mit "Name?" einen Namen erfragen

Name m. ‘Benennung, Bezeichnung, Eigenname, Ansehen’, ahd. namo (8. Jh.; Genitiv namen), mhd. nam(e), asächs.namo, mnd. mnl. nāme, nl. naam, afries. aengl. nama, engl. name, (mit ursprünglich neutralem Genus) got. namō, germ. *naman-, (und mit veränderter Stammbildung) anord. nafn (aus *namn-), schwed. namn. Außergerm.vergleichbar sind aind. nā́ma, lat. nōmen, griech. ónoma (ὄνομα), aslaw. imę, russ. ímja (имя), air. ainmm. Als Ansatz läßt sich erschließen ie.*en(o)men-, *nomen- ‘Name’, das in den Einzelsprachen in unterschiedlichen Ablautformen vorliegt. S. auch nennen. –

Wortform

Wortart

Wortgeschlecht (Wortfamilie)

Wortstamm

Wortgen (Wortwurzel)


Mittelwort

Stammwort Simplizia (Stammwörter), beispielsweise: Schalter, Taster, Griff

Wortzusammensetzung Komposita (zusammengesetzte Wörter), beispielsweise: Schraubstock, Rolltreppe, Fahrstuhl

Wortableitung Derivate (abgeleitete Wörter), beispielsweise: Verbindung, Zähigkeit, Umzäunung

  1. ↑ nennen, Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798, S. 466-467.
  2. ↑ DIN 2342 Begriffe der Terminologielehre (1992:2), dort: Benennung: aus einem Wort oder mehreren Wörtern bestehende Bezeichnung, zitiert nach Reiner Arntz, Heribert Picht, Felix Mayer: Einführung in die Terminologiearbeit, 5. Auflage, Georg Olms Verlag, 2004, S. 112
  3. ↑ bezeichnen, Bezeichnung, zeichnen, Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993),