π (Kreiszahl)/Formeln und Anwendungen


In der Geometrie treten die Eigenschaften von als Kreiszahl unmittelbar hervor.
- Umfang eines Kreises mit Radius :
- Fläche eines Kreises mit Radius :
- Volumen einer Kugel mit Radius :
- Oberfläche einer Kugel mit Radius :
- n-dimensionale Volumen einer n-Sphäre mit Radius :
- n−1-dimensionale Hülle einer n-Sphäre mit Radius :
- Volumen eines Zylinders mit Radius und Höhe :
- Volumen eines durch die Rotation des Graphen um die -Achse definierten Rotationskörpers mit den Grenzen und :
Im Bereich der Analysis spielt ebenfalls in vielen Zusammenhängen eine Rolle, zum Beispiel bei
- der Integraldarstellung , die Karl Weierstraß 1841 nutzte, um zu definieren,[1]
- der unendlichen Reihe: (Euler, siehe Basler Problem und auch Riemannsche Zetafunktion),
- der gaußschen Normalverteilung: oder in anderer Darstellung: ,
- der Stirling-Formel als Näherung der Fakultät für große : ,
- der Fourier-Transformation: .
- den Formeln der Funktionentheorie: Wie für alle Teilgebiete der Analysis ist auch für die Funktionentheorie (und darüber hinaus für die gesamte komplexe Analysis) die Kreiszahl von grundlegender Bedeutung. Als herausragende Beispiele sind hier
- die Euler-Identität [A 1] zu nennen sowie
- die Integralformel von Cauchy .[2][3]
Darüber hinaus wird die Bedeutung der Kreiszahl ebenfalls augenfällig in den Formeln zur Partialbruchzerlegung der komplexwertigen trigonometrischen Funktionen, die im Zusammenhang mit dem Satz von Mittag-Leffler stehen. Hier sind vor allem
zu erwähnen sowie die daraus – neben weiteren! – zu gewinnenden
- Partialbruchzerlegungen zu Sinus und Kosinus:
Die obige Partialbruchreihe zum Sinus liefert dann durch Einsetzen von die bekannte Reihendarstellung[8]
- ,
die ihrerseits direkt zu der eulerschen Reihendarstellung
führt, siehe Basler Problem.
Neben diesen von den Partialbruchreihen herrührenden π-Formeln kennt die Funktionentheorie noch eine große Anzahl weiterer davon, die statt der Darstellung mit unendlichen Reihen eine Darstellung mittels unendlicher Produkte aufweisen. Viele von ihnen gehen auf das Werk von Leonhard Euler zurück (s. u.).
- Die relative Häufigkeit, dass zwei zufällig gewählte natürliche Zahlen, die unterhalb einer Schranke liegen, teilerfremd sind, strebt mit gegen (Satz von Ernesto Cesàro, 1881[9]).
- Nimmt man eine ganze Zahl z, deren Dezimaldarstellung aus Fünfen besteht, und berechnet das -Fache des Sinus des z-ten Teils eines Grades, dann strebt das Resultat mit wachsendem gegen π:[10]
- Dabei ist die Gaußklammer. Dies entspricht letztlich der Konvergenz .
In der Physik spielt neben
- der Kreisbewegung: (Winkelgeschwindigkeit gleich mal Umlauffrequenz)
vor allem bei Wellen eine Rolle, da dort über die Sinus- und Kosinusfunktion eingeht; somit also zum Beispiel
- in der Quantenmechanik: (Heisenbergsche Unschärferelation),
außerdem
- in der Berechnung der Knicklast ,
- bei der Reibung von Partikeln in Flüssigkeiten (Gesetz von Stokes)
- sowie beim Coulombschen Gesetz der Elektrostatik und Biot-Savart-Gesetz der Magnetostatik.
- Wird die Folge der Primzahlen mit bezeichnet, so gilt:[11]
unendliches Produkt endliche Approximation (3 Faktoren) Abweichung von , ,,
- Siehe dazu auch die Artikel über die Zeta-Funktion und insbesondere den Abschnitt Funktionswerte für gerade natürliche Zahlen.
- Auf Euler gehen auch die folgenden Produktformeln zurück, welche die Kreiszahl mit der komplexen Gammafunktion und dem komplexen Sinus und Kosinus verbinden:[12][13]
- Die erste der drei folgenden Formeln bezeichnet man auch als eulerschen Ergänzungssatz. Bei den beiden anschließenden Produktformeln für Sinus und Kosinus handelt es sich um absolut konvergente Produkte. Beide Produktformeln ergeben sich aus dem Ergänzungssatz, wobei die Produktformel des Kosinus ihrerseits wegen eine direkte Anwendung der Produktformel des Sinus ist.
- Die Produktformel des Sinus führt dann mit zu dieser interessanten Beziehung (Folge A156648 in OEIS):[14]
- ↑ Weierstraß-Definition von . In: Guido Walz (Hrsg.): Lexikon der Mathematik. 1. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Mannheim/Heidelberg 2000, ISBN 3-8274-0439-8.
- ↑ E. Freitag: Funktionentheorie 1. Springer Verlag, ISBN 3-540-31764-3, S. 87.
- ↑ Heinrich Behnke, Friedrich Sommer: Theorie der analytischen Funktionen einer komplexen Veränderlichen (= Die Grundlehren der Mathematischen Wissenschaften in Einzeldarstellungen. Band 77). Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg / New York 1965, S. 120 ff.
- ↑ Heinrich Behnke, Friedrich Sommer: Theorie der analytischen Funktionen einer komplexen Veränderlichen (= Die Grundlehren der Mathematischen Wissenschaften in Einzeldarstellungen. Band 77). Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg / New York 1965, S. 245–246.
- ↑ Konrad Knopp: Theorie und Anwendung der unendlichen Reihen (= Die Grundlehren der Mathematischen Wissenschaften. Band 2). 5., berichtigte Auflage. Springer Verlag, Berlin (u. a.) 1964, ISBN 3-540-03138-3, S. 212–213.
- ↑ Konrad Knopp: Funktionentheorie II. Anwendungen und Weiterführung der allgemeinen Theorie (= Sammlung Göschen. Band 703). 11. Auflage. de Gruyter, Berlin 1965, S. 41–43.
- ↑ Herbert Meschkowski: Unendliche Reihen. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. BI Wissenschaftsverlag, Mannheim u. a. 1982, ISBN 3-411-01613-2, S. 150 ff.
- ↑ Klaus Jänich: Einführung in die Funktionentheorie. 2. Auflage. Springer-Verlag, Berlin (u. a.) 1980, ISBN 3-540-10032-6, S. 140.
- ↑ Peter Bundschuh: Einführung in die Zahlentheorie. 6. Auflage. Springer-Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-540-76490-8, S. 19 f., S. 51 f.
- ↑ M. Bischoff: Pi ist überall – Teil 3.14159: Die geheimnisvollen Fünfen. Spektrum.de, 23. September 2022, abgerufen am 20. Oktober 2022.
- ↑ Leonhard Euler: Einleitung in die Analysis des Unendlichen. Springer Verlag, Berlin / Heidelberg / New York 1983, ISBN 3-540-12218-4, S. 230 ff. (Erster Teil der Introductio in Analysin Infinitorum – Reprint der Ausgabe Berlin 1885).
- ↑ Konrad Knopp: Theorie und Anwendung der unendlichen Reihen (= Die Grundlehren der Mathematischen Wissenschaften. Band 2). 5., berichtigte Auflage. Springer Verlag, Berlin (u. a.) 1964, ISBN 3-540-03138-3, S. 397–398, 454.
- ↑ Eberhard Freitag, Rolf Busam: Funktionentheorie 1 (= Springer-Lehrbuch). 3., neu bearbeitet und erweiterte Auflage. Springer Verlag, Berlin (u. a.) 2000, ISBN 3-540-67641-4, S. 200–201.
- ↑ Konrad Knopp: Theorie und Anwendung der unendlichen Reihen (= Die Grundlehren der Mathematischen Wissenschaften. Band 2). 5., berichtigte Auflage. Springer Verlag, Berlin (u. a.) 1964, ISBN 3-540-03138-3, S. 454.
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