Zum Inhalt springen

π (Kreiszahl)/Formeln und Anwendungen

aus AufEinWort, der freien Forschung

Formeln, die π enthalten

[✐ | ✎]
Carl Friedrich Gauß
Jean Baptiste Joseph Fourier

Formeln der Geometrie

[✐ | ✎]

In der Geometrie treten die Eigenschaften von π als Kreiszahl unmittelbar hervor.

  • Umfang eines Kreises mit Radius r: U=2πr
  • Fläche eines Kreises mit Radius r: A=πr2
  • Volumen einer Kugel mit Radius r: V=43πr3
  • Oberfläche einer Kugel mit Radius r: AO=4πr2
  • n-dimensionale Volumen einer n-Sphäre mit Radius r: Vn=πn2Γ(n2+1)rn
  • n−1-dimensionale Hülle einer n-Sphäre mit Radius r: An=2πn2Γ(n2)rn−1
  • Volumen eines Zylinders mit Radius r und Höhe a: V=r2πa
  • Volumen eines durch die Rotation des Graphen y=f(x) um die x-Achse definierten Rotationskörpers mit den Grenzen a und b: V=π∫abf(x)2dx

Formeln der Analysis

[✐ | ✎]

Im Bereich der Analysis spielt π ebenfalls in vielen Zusammenhängen eine Rolle, zum Beispiel bei

Darüber hinaus wird die Bedeutung der Kreiszahl ebenfalls augenfällig in den Formeln zur Partialbruchzerlegung der komplexwertigen trigonometrischen Funktionen, die im Zusammenhang mit dem Satz von Mittag-Leffler stehen. Hier sind vor allem

πcot⁡πz=∑n=−∞+∞1z+n=1z+∑n=1∞(1z−n+1z+n)=1z+2z⋅∑n=1∞1z2−n2=z⋅∑n=−∞+∞1z2−n2(z∈ℂ∖ℤ)

zu erwähnen sowie die daraus – neben weiteren! – zu gewinnenden

(πsin⁡πz)2=∑n=−∞+∞1(z−n)2(z∈ℂ∖ℤ)(πcos⁡πz)2=∑n=−∞+∞1(z−2n−12)2(z∈ℂ∖{2n−12:n∈ℤ})

Die obige Partialbruchreihe zum Sinus liefert dann durch Einsetzen von z=12 die bekannte Reihendarstellung[8]

π28=1+19+125+149+⋯=∑n=1∞1(2n−1)2,

die ihrerseits direkt zu der eulerschen Reihendarstellung

π26=1+14+19+116+⋯=∑n=1∞1n2

führt, siehe Basler Problem.

Neben diesen von den Partialbruchreihen herrührenden π-Formeln kennt die Funktionentheorie noch eine große Anzahl weiterer davon, die statt der Darstellung mit unendlichen Reihen eine Darstellung mittels unendlicher Produkte aufweisen. Viele von ihnen gehen auf das Werk von Leonhard Euler zurück (s. u.).

Formeln der Zahlentheorie

[✐ | ✎]
limn→∞10n+2sin⁡(1∘55…5⏟n−mal)=limn→∞10n+2sin⁡(π180rad⌊59⋅10n⌋)=π.
Dabei ist ⌊⋅⌋ die Gaußklammer. Dies entspricht letztlich der Konvergenz limx→∞x⋅sin⁡πx=limx→∞x⋅πx=π.

Formeln der Physik

[✐ | ✎]

In der Physik spielt π neben

vor allem bei Wellen eine Rolle, da dort π über die Sinus- und Kosinusfunktion eingeht; somit also zum Beispiel

außerdem

Produktformeln von Leonhard Euler

[✐ | ✎]
unendliches Produkt endliche Approximation (3 Faktoren) Abweichung von π26, π490,π6945, π89450
π26 =ζ(2) =π22⋅3 =∏k=1∞pk2pk2−1 ≈>2222−1⋅3232−1⋅5252−1=43⋅98⋅2524 =:a2 1−6⋅a22π ≈2,54⋅10−2
π490 =ζ(4) =π42⋅32⋅5 =∏k=1∞pk4pk4−1 ≈>2424−1⋅3434−1⋅5454−1=1615⋅8180⋅625624 =:a4 1−90⋅a44π ≈1,37⋅10−4
π6945 =ζ(6) =π633⋅5⋅7 =∏k=1∞pk6pk6−1 ≈>2626−1⋅3636−1⋅5656−1=6463⋅729728⋅1562515624 =:a6 1−945⋅a66π ≈1,56⋅10−6
π89450 =ζ(8) =π82⋅33⋅52⋅7 =∏k=1∞pk8pk8−1 ≈>2828−1⋅3838−1⋅5858−1=256255⋅65616560⋅390625390624 =:a8 1−9450⋅a88π ≈2,25⋅10−8
⋮   ⋮ ⋱
Siehe dazu auch die Artikel über die Zeta-Funktion ζ und insbesondere den Abschnitt Funktionswerte für gerade natürliche Zahlen.
Die erste der drei folgenden Formeln bezeichnet man auch als eulerschen Ergänzungssatz. Bei den beiden anschließenden Produktformeln für Sinus und Kosinus handelt es sich um absolut konvergente Produkte. Beide Produktformeln ergeben sich aus dem Ergänzungssatz, wobei die Produktformel des Kosinus ihrerseits wegen cos⁡(z)=sin⁡(2z)2sin⁡(z) eine direkte Anwendung der Produktformel des Sinus ist.
Γ(z)⋅Γ(1−z)=πsin⁡πz(z∈ℂ∖ℤ)sin⁡πz=πz∏k=1∞(1−z2k2)(z∈ℂ)cos⁡πz=∏k=1∞(1−4z2(2k−1)2)(z∈ℂ)
Die Produktformel des Sinus führt dann mit z=i zu dieser interessanten Beziehung (Folge A156648 in OEIS):[14]
∏k=1∞(1+1k2)=eπ−e−π2π=sinh⁡ππ≈3,6760779103749
  1. ↑ Weierstraß-Definition von π. In: Guido Walz (Hrsg.): Lexikon der Mathematik. 1. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Mannheim/Heidelberg 2000, ISBN 3-8274-0439-8.
  2. ↑ E. Freitag: Funktionentheorie 1. Springer Verlag, ISBN 3-540-31764-3, S. 87.
  3. ↑ Heinrich Behnke, Friedrich Sommer: Theorie der analytischen Funktionen einer komplexen Veränderlichen (= Die Grundlehren der Mathematischen Wissenschaften in Einzeldarstellungen. Band 77). Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg / New York 1965, S. 120 ff.
  4. ↑ Heinrich Behnke, Friedrich Sommer: Theorie der analytischen Funktionen einer komplexen Veränderlichen (= Die Grundlehren der Mathematischen Wissenschaften in Einzeldarstellungen. Band 77). Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg / New York 1965, S. 245–246.
  5. ↑ Konrad Knopp: Theorie und Anwendung der unendlichen Reihen (= Die Grundlehren der Mathematischen Wissenschaften. Band 2). 5., berichtigte Auflage. Springer Verlag, Berlin (u. a.) 1964, ISBN 3-540-03138-3, S. 212–213.
  6. ↑ Konrad Knopp: Funktionentheorie II. Anwendungen und Weiterführung der allgemeinen Theorie (= Sammlung Göschen. Band 703). 11. Auflage. de Gruyter, Berlin 1965, S. 41–43.
  7. ↑ Herbert Meschkowski: Unendliche Reihen. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. BI Wissenschaftsverlag, Mannheim u. a. 1982, ISBN 3-411-01613-2, S. 150 ff.
  8. ↑ Klaus Jänich: Einführung in die Funktionentheorie. 2. Auflage. Springer-Verlag, Berlin (u. a.) 1980, ISBN 3-540-10032-6, S. 140.
  9. ↑ Peter Bundschuh: Einführung in die Zahlentheorie. 6. Auflage. Springer-Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-540-76490-8, S. 19 f., S. 51 f.
  10. ↑ M. Bischoff: Pi ist überall – Teil 3.14159: Die geheimnisvollen Fünfen. Spektrum.de, 23. September 2022, abgerufen am 20. Oktober 2022.
  11. ↑ Leonhard Euler: Einleitung in die Analysis des Unendlichen. Springer Verlag, Berlin / Heidelberg / New York 1983, ISBN 3-540-12218-4, S. 230 ff. (Erster Teil der Introductio in Analysin Infinitorum – Reprint der Ausgabe Berlin 1885).
  12. ↑ Konrad Knopp: Theorie und Anwendung der unendlichen Reihen (= Die Grundlehren der Mathematischen Wissenschaften. Band 2). 5., berichtigte Auflage. Springer Verlag, Berlin (u. a.) 1964, ISBN 3-540-03138-3, S. 397–398, 454.
  13. ↑ Eberhard Freitag, Rolf Busam: Funktionentheorie 1 (= Springer-Lehrbuch). 3., neu bearbeitet und erweiterte Auflage. Springer Verlag, Berlin (u. a.) 2000, ISBN 3-540-67641-4, S. 200–201.
  14. ↑ Konrad Knopp: Theorie und Anwendung der unendlichen Reihen (= Die Grundlehren der Mathematischen Wissenschaften. Band 2). 5., berichtigte Auflage. Springer Verlag, Berlin (u. a.) 1964, ISBN 3-540-03138-3, S. 454.


Referenzfehler: <ref>-Tags existieren für die Gruppe A, jedoch wurde kein dazugehöriges <references group="A" />-Tag gefunden.