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-haft

aus AufEinWort, der freien Forschung
  • -haft
    • Das Kompositionssuffix, mit dessen Hilfe Adjektive zu Substantiven, seltener zu Verben gebildet sind,
    • geht hervor aus dem gemeingerm., noch in den älteren dt. Sprachstufen lebendigen selbständigen Verbaladjektiv
      • ahd. (9. Jh.) haft,
      • mhd. haft,
      • asächs. haft, haht ‘gebunden, gefangen’,
        • mit Genitiv ‘schwanger’
      • (mhd., vereinzelt noch frühnhd. auch ‘eingenommen, besetzt’,
        • mit Dativ ‘verbunden, verpflichtet’),
      • aengl. hæft ‘gefangen’,
      • got. hafts ‘behaftet’ (vgl. anord.haptr ‘Gefangener, Leibeigener’).
      • Germ. *hafta- stimmt überein mit
        • lat. captus ‘ergriffen, gefangen’
          • (Part. Perf. von lat. capere ‘nehmen, fassen, ergreifen’),
        • air. cacht ‘Sklavin’
      • und gehört wie Haft1, Heft1, haben und heben (s. d.) zur Wurzel uig. *kap- ‘fassen’.
      • In Zusammensetzungen nimmt das Adjektiv schon früh Suffixcharakter an,
        • vgl. got. audahafts‘mit Glück behaftet, beglückt’, qiþuhaftō f. ‘Schwangere’
        • und ahd. Bildungen (seit dem 8./9. Jh.) wie
          • ēohaft (s. echt),
          • lībhaft (s. leibhaftig),
          • namahaft (s. namhaft),
          • sunthaft (s. sündhaft).
      • Seit mhd. Zeit lassen sich vor allem zwei bis in die Gegenwart reich bezeugte Typen denominativer Ableitungen deutlich unterscheiden,
        • durch die entweder das Vorhandensein des vom zugrundeliegenden Substantiv Bezeichneten
          • (‘versehen mit’, z. B. tugend-, prunk-, schamhaft)
        • oder eine diesem entsprechende Beschaffenheit
          • (‘in der Art von’, z. B. bruchstück-, katzen-, märchen-, sprunghaft, verbreitet
          • und bis heute produktiv in Verbindung mit Personenbezeichnungen,
            • z. B. greisen-, helden-, onkel-, tölpelhaft)
        • ausgedrückt wird.
      • Daneben steht eine begrenzte Zahl von Deverbativa,
        • die in der Regel erst dem Nhd. entstammen
          • (z. B. flatter-, nasch-, schwatzhaft,
          • vgl. aber bereits mhd. stelehaft ‘gestohlen’, s. stehlen, auch wonhaft, s. wohnhaft,
            • letzteres vielleicht vom Substantiv mhd. wone ‘Aufenthalt, Wohnung’).
      • Scheinbar an Adjektive anzuschließende Ableitungen wie krankhaft, wahrhaft
        • können historisch meist ebensogut auf Substantive zurückgeführt werden
          • (vgl. mhd. kranc m. ‘Schwäche, Mangel, Schaden’, wār n. ‘Wahrheit, Recht’).
      • Zum Suffix -haften twickelt sich in Angleichung an die gängige Adjektivendung -ig (mhd. -ec, -ic, ahd. -ag, -īg)
        • die besonders seit dem Spätmhd. vordringende erweiterte Nebenform -haftig.