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Anmerkung:Die Sphäre des Begriffs und die Logik der Sphäre/13

aus AufEinWort, der freien Forschung

syneches nach Parmenides

Nach Parmenides kann es nur ein Sein geben, wenn es ein inneres Zusammenhaltendes gibt. Heute wird Sein dagegen äußerst oberflächlich nur als »Vorhandensein« verstanden.

»Die Welt, der Raum, die Zeit: jedes dieser Worte verweist auf eine Einheit. Dank dieser Einheit bilden Raum und Zeit, wie wir sagen, ein Kontinuum. Dieser Begriff stammt von Parmenides, das griechische Wort heißt to syneches – das Zusammenhaltende. Was Parmenides 'das Seiende' nennt, das definiert er als das Eine, das Zusammenhaltende« (Picht, Anima-Kommentar, S. 382).

Picht bezieht sich auf Fragment 8 von Parmenides. Es ist nur als Zitat innerhalb des Kommentars von Simplikios zur Physik von Aristoteles überliefert:

»Als einzige Aussage des Argument-Weges bleibt: daß es ist; auf diesem Weg gibt es Zeichen sehr viele: daß unentstanden Seiendes und unzerstörbar ist, denn es ist ein Ganzes und Bewegungsloses und nicht erst noch zu Vollendendes; niemals war es, nie wird es sein, da es jetzt ist, alles zugleich, das Eine, kontinuierlich (suneches); denn welche Erzeugung wirst du für es suchen? Wie, woher könnte es wachsen?« (Parmenides, Fragment 8, in deutscher Übersetzung und griechischem Original verfügbar in Link)

Aristoteles hat diesen Begriff übernommen (Met. VII.11 1036b, Phys. V.3 227a) und ebenso Proklos in seinem Euklid-Kommentar (In Eucl., S. 278.9-9.2).

Doch das genügt nicht. Es muss zweitens hinzukommen, dass dasjenige, was als seiend erkannt wird, sich zeigt. Von dem, was sich nie zeigt, kann der Mensch nicht sagen, dass es ist.

»Da-Sein heißt: es ist von sich aus manifest, es präsentiert sich, es kann verifiziert werden. Deshalb setzt auch die moderne Naturwissenschaft voraus: Sein ist seinem Wesen nach Offenbar-Sein. Was heißt aber Offenbar-Sein? Wenn wir von Offenbar-Sein sprechen, denken wir notwendig den Horizont hinzu, in den hinein das Sein sich offenbart. Die Sphäre, in die hinein das sinnlich Wahrnehmbare sich manifestiert, kann die Physik heute beschreiben. Aber wie steht es mit dem Raum im Ganzen? Mit der Zeit im Ganzen? Wie steht es mit der Einheit von Raum und Zeit? Auch die moderne Physik setzt die Einheit von Raum und Zeit notwendig voraus« (Picht, Anima-Kommentar, S. 384). »So ist evident, daß man, wie Parmenides sagt, die Einheit des Seins nicht ohne das geistige Schauen, das heißt (nicht) ohne den Horizont finden kann, in den hinein es sich manifestiert. Das geistige Schauen des Menschen kann hier nicht gemeint sein, denn die Einheit der Welt manifestiert sich auch dort, wo Menschen nicht sind. Es kann nur das geistige Schauen Gottes sein« (ebd., S. 384). »So setzen wir voraus, daß der Mensch die Möglichkeit in sich trägt, an dem Anschauen Gottes, für das das Seiende sich manifestiert, zu partizipieren, und überall, wo das eintritt, gebrauchen wir das Wort 'Wahrheit'« (ebd., S. 385).

Siehe zu Parmenides ferner Anmerkung[1].


  1. ↑