Zum Inhalt springen

Werk:Apologia doctae ignorantiae/38

aus AufEinWort, der freien Forschung

▷Similiter etiam, quando allegat magistrum Eckardum; nam Eckardus circa principium Genesis, ubi praemittit de esse, postquam probavit Deum esse ipsum esse et qui dat esse et formas particulares hoc et hoc esse: subiungit per hoc non tolli subsistentias rerum in proprio esse, sed potius fundari, probando hoc per tria similia, scilicet ma|teriam[1], partes totius et humanitatem Christi. Non enim tollitur materia et penitus in nihil vertitur per hoc, quod omne esse totius est a forma, nec pars per hoc, quod partis esse est penitus ab esse totius; nec per hoc, quod dicimus in Christo unicum esse personale hypostaticum ipsius Verbi, negamus Christum fuisse verum hominem cum aliis hominibus, addendo ibidem ad hoc rationes.»

Genauso verhält es sich mit seinem Hinweis auf Meister Eckhart. Denn nachdem dieser im Kommentar zum Anfang der Genesis, wo er zuerst über das Sein spricht, bewiesen hat, daß Gott das Sein ist und das Sein gibt, so daß auch die Einzelgestalten des So- und So-Seins sind, fügt er hinzu, daß dadurch die Bestandgründe der Dinge im eigentlichen Sein nicht aufgehoben, sondern eher begründet werden. Das bewies er durch drei analoge Beispiele, nämlich die Materie, die Teile des Ganzen und die Menschheit Christi. Dadurch, daß alles Sein von der Gestalt des Ganzen kommt, wird die Materie nicht aufgehoben und völlig ins Nichts verwandelt, noch dadurch, daß das Sein des Teiles völlig vom Sein des Ganzen ist, der Teil; auch leugnen wir nicht, wenn wir sagen, daß in Christus die personale Hypostase des Wortes eine einzige sei, daß Christus mit den andern Menschen ein wahrer Mensch gewesen ist. – Er führt dort noch weitere diesbezügliche Gründe an.»

◀▷

  1. ↑ fol.39v