DG1G/Einleitung/13
▷Die gotische Sprache bildet nur eine Periode; auch die Angelsächsische, neben welcher jedoch das aus ags. Grundbestandteil hervorgegangne, durch Zufluß des normannisch-französischen gemischte Alt- und Neuenglisch zu betrachten bleibt. Als Fortsetzung der altnordischen Zunge, deren Form sich auf Island beinahe noch heute geborgen hat, gelten die Neunordischen, in Schweden und Dänemark bald gleichmäßig bald mit Abweichungen ausgebildeten und regen Sprachen, am Isländischen zeigt sich, wie auch ein vollkommener und reiner Typus der alterthümlichen Formen, wenn er sich in den Schranken abgeschlossener Bevölkerung hält, fort zu dauern vermag, etwas Ähnliches gewahrt man an dem friesischen Dialekt des 13 und 14 Jh., der noch damals und umgeben von geschwächteren Mundarten, fast in der älteren Gestaltung beharrte, und dem ags. des 10 oder 11 Jh. näher stand als dem Altenglischen oder Mittelniederländischen jener jüngeren Zeit.