GAWMP/VI.
VI.
Wie solche außeinander folgen, wird also erkandt; Aller Menschen Actiones zeigen klar an, daß man nichts anders damit intendire, als den Leib ohne Schmerzen, und daß Gemüth ohne Unruhe zu erhalten: Uno verbo, die tranquillitatem mentis sich zu procuriren. Die Mittel, die nun ordinair hierzu gebraucht werden, sind also beschaffen, das sie fast stets das contrarium, und also den Menschen in die höchste Unruhe setzen. Aber hierzu nun, nehmlich der Vergnügung oder Ruhe des Gemüths zu gelangen, ist kein ander Weg , als der Tugend sich auffrichtig und ernstlich zu ergeben, welche nichts anders ist, als eine stete Verbesserung unserer Natur nach den rechten Gesetzen der unveränderlichen Wahrheit. Hieraus folgert von sich selbst, daß gleich wie ein Mensch im finstern ohne Anstoß nicht hurtig fort kommen kann, wann er kein Licht bey sich hat; Also müßte auch die Erkänntniß der Warheit das rechte Licht seyn, daraus unsere Actiones, und also die rechte Tugend hergeleitet wird.
§. VI.
Wie solche außeinander folgen, wird also erkannt; Aller Menschen Handlungen zeigen klar an, daß man nichts anders damit beabsichtige, als den Leib ohne Schmerzen, und daß Gemüt ohne Unruhe zu erhalten: Mit einem Wort, die Beruhigung des Verstand sich zu verschreiben. Die Mittel, die nun gewöhnlich hierzu gebraucht werden, sind also beschaffen, das sie fast stets der Gegensatz, und also den Menschen in die höchste Unruhe setzen. Aber hierzu nun, nemlich der Vergnügung oder Ruhe des Gemüt zu gelangen, ist kein ander Weg , als der Tugend sich aufrichtig und ernstlich zu ergeben, welche nichts anders ist, als eine stete Verbesserung unserer Natur nach den rechten Gesetzen der unveränderlichen Wahrheit. Hieraus folgert von sich selbst, daß gleich wie ein Mensch im finstern ohne Anstoß nicht hurtig fort kommen kann, wann er kein Licht bei sich hat; Also müßte auch die Erkenntniß der Wahrheit das rechte Licht sein, daraus unsere Handlungen, und also die rechte Tugend hergeleitet wird.