GDSG/Einwanderung/12
▷Wie nun zwischen den bis zum Rhein sich erstreckenden, diesen Strom schon überschreitenden Germanen und den Galliern muß ein gleich starker Verkehr eingetreten sein zwischen östlichen Germanen, welche die Donaugegend inne hatten, von da sich nordwärts bis zur Ostsee dehnten, und in ihrem Rücken hausenden thrakischen, sarmatischen Völkern. Ja, weil wir sahen, daß einzelne gallische Stämme eine zeitlang mitten in Germanien fortdauerten, wird nicht weiter gegen Osten bis zum Suslauf der Donau und noch tiefer hinten von deutschen Völkern die Rede sein dürfen, die ihren früher dort eingenommnen Sitz behaupteten? Die Wanderung erging nirgends auf einmal, ohne daß Haufen und Abteilungen einzelner Völker zurückblieben. Wer ein Auge hat für diese Verhältnisse kann nicht tadeln, daß dakische, getische, thrakische und selbst skythische Völkerschaften unter Gesichtspunkte gestellt werden, die den abgelegnen Römern entgingen; unsre älteste Geschichte hat dabei nur zu gewinnen und was ihr abgerissen wurde zu erobern. Dem unwandelbaren Naturgesetz großer Völkerbewegungen angemessen scheint es, sie langsam von morgen gegen abend vorschreiten zu lassen und alle dauernden Rückgänge abzulehnen. Wie keine Gallier über den Rhein setzend deutschen Grund und Boden, den sie bereits verlassen hatten, neu bewältigten, eben so wenig sind Goten, obwol es die Sage lügt, von Skandinavien aus zur Weichsel und an die Donaugestade hinterwärts gedrungen; durch die Geten aber könnte der deutsche Name weit über die Zeit der Snkunft in unserm jetzigen Vaterland hinauf geleitet werden. Ergossen sich deutsche Stämme noch viel später nach Gallien, Britannien, Italien, Spanien und Africa, so werden auch früher pannonische, thrakische und skythische Landstriche in ihrer Gewalt gewesen sein. Die bisher gültige Kritik suchte sich weder über Ankunft und Einzug der Germanen in Deutschland eine befriedigende vorstellunV zu bilden, noch den thrakischen und skythischen Einfluß auf die geschicke Europas zu würdigen.
◀Wie nun zwischen den bis zum Rhein sich erstreckenden, diesen strom schon überschreitenden Germanen und den Galliern musz ein gleich starker verkehr eingetreten sein zwischen östlichen Germanen, 169 welche die Donaugegend inne hatten, von da sich nordwärts bis zur ostsee dehnten, und in ihrem rücken hausenden thrakischen, sarmatischen völkern. ja, weil wir sahen, dasz einzelne gallische stämme eine zeitlang mitten in Germanien fortdauerten, wird nicht weiter gegen osten bis zum auslauf der Donau und noch tiefer hinten von deutschen völkern die rede sein dürfen, die ihren früher dort eingenommnen sitz behaupteten? die wanderung ergieng nirgends auf einmal, ohne dasz haufen und abtheilungen einzelner völker zurückblieben. wer ein auge hat für diese verhältnisse kann nicht tadeln, dasz dakische, getische, thrakische und selbst skythische völkerschaften unter gesichtspunkte gestellt werden, die den abgelegnen Römern entgiengen; unsre älteste geschichte hat dabei nur zu gewinnen und was ihr abgerissen wurde zu erobern. dem unwandelbaren naturgesetz groszer völkerbewegungen angemessen scheint es, sie langsam von morgen gegen abend vorschreiten zu lassen und alle dauernden rückgänge abzulehnen. wie keine Gallier über den Rhein setzend deutschen grund und boden, den sie bereits verlassen hatten, neu bewältigten, eben so wenig sind Gothen, obwol es die sage lügt, von Scandinavien aus zur Weichsel und an die Donaugestade hinterwärts gedrungen; durch die Geten aber könnte der deutsche name weit über die zeit der ankunft in unserm jetzigen vaterland hinauf geleitet werden. ergossen sich deutsche stämme noch viel später nach Gallien, Britannien, Italien, Spanien und Africa, so werden auch früher pannonische, thrakische und skythische landstriche in ihrer gewalt gewesen sein. Die bisher gültige critik suchte sich weder über ankunft und einzug der Germanen in Deutschland eine befriedigende vorstellung zu bilden, noch den thrakischen und skythischen einflusz auf die geschicke Europas zu würdigen.▷