Zum Inhalt springen

GDSG/Zeitalter und Sprachen/08

aus AufEinWort, der freien Forschung

▷Nach den allenthalben unternommen Ausgrabungen hat man drei verschiedne Zeitalter ermittelt, die jenen Mythischen zu begegnen scheinen. zuerst angesetzt wird ein Steinalter, aus welchem mächtige Felsengräber mit unverbrannten Leichen und steinernen Waffen übrig sind; das Volk welches sie baute und brauchte, soll nur Jagd und Fischerei getrieben, aller Metalle entbehrt haben. hierauf sei die eherne Zeit oder das Brennalter gefolgt [1], dem Gold und Erz [Lisch jahrb. 25, 228] zu Waffen und Schmuck eigen waren, das im Feuer schmiedete und durch dasselbe Element seine Leichen zerstörte, deren Asche in irdnen Krügen beisetzte, Ackerbau, Weberei und Schiffart kannte. Endlich ein Eisenalter, welches wieder unverbrannte Leichen in Hügel begrabend eiserne Waffen und Schrift besessen habe. Diesen Kennzeichen gemäß pflegt man die aufgefundnen Denkmäler zu ordnen und sorgsam zu betrachten; es scheint einleuchtend daß jene Steingrüfte den Riesenbetten der Sage entsprechen und der Volksglaube versetzt die unterirdischen Schmiede des Zwergstamms mit ihren Schätzen unmittelbar in die Grabhügel der ehernen Zeit[2], so daß mit der Eisernen das treiben und die Kraft des menschlichen Geschlechts eingetreten wäre.


◀Nach den allenthalben unternommen ausgrabungen hat man drei verschiedne zeitalter ermittelt, die jenen mythischen zu begegnen scheinen. zuerst angesetzt wird ein steinalter, aus welchem mächtige felsengräber mit unverbrannten leichen und steinernen waffen übrig sind; das volk welches sie baute und brauchte, soll nur jagd und fischerei getrieben, aller metalle entbehrt haben. hierauf sei die eherne zeit oder das brennalter gefolgt, dem gold und erz [Lisch jahrb. 25, 228] zu waffen und schmuck eigen waren, das im feuer schmiedete und durch dasselbe element seine leichen zerstörte, deren asche in irdnen krügen beisetzte, ackerbau, weberei und schiffart kannte. endlich ein eisenalter, welches wieder unverbrannte leichen in hügel begrabend eiserne waffen und schrift besessen habe. Diesen kennzeichen gemäsz pflegt man die aufgefundnen denkmäler zu ordnen und sorgsam zu betrachten; es scheint einleuchtend dasz jene steingrüfte den riesenbetten der sage entsprechen und der volksglaube versetzt die unterirdischen schmiede des zwergstamms mit ihren schätzen unmittelbar in die grabhügel der ehernen zeit, so dasz mit der eisernen das treiben und die kraft des menschlichen geschlechts eingetreten wäre.▷

  1. ↑ 'ipsum cremare apud Romanos non fuit veteris instituti; terra condebantur. at postquam longinquis bellis obrutos erui cognovere, tune institutum. et tamen multae familiae priscos servavere ritus' "Bei den Römern war die Einäscherung kein alter Brauch; die Erde war gelegt Aber nachdem ich vor der Überwältigung durch ferne Kriege gerettet worden war, erfuhr ich, dass die Institution dann gegründet wurde. und doch behielten viele Familien die alten Riten bei" Plinius 7, 54. sicher ward auch bei den Griechen begraben, eh das schönere verbrennen allgemein eingang fand.
  2. ↑ Müllenhoffs Sagen no. 381. 385 und Lisch jahrb. 11, 366.