Geltungssucht
Ein übersteigertes Bedürfnis nach Geltung wird als Geltungsdrang, Geltungstrieb oder Geltungssucht bezeichnet. Der Begriff bezeichnet das Bestreben, von anderen beachtet und anerkannt zu werden, und wurde in seiner überhöhten Form („Geltungssucht“) von der Individualpsychologie Alfred Adlers als Überkompensation von Minderwertigkeitsgefühlenaufgefasst.[1]
In diesem Zusammenhang wird auch häufig umgangssprachlich von einer Profilneurose gesprochen, womit Verhaltensweisen von Personen bezeichnet werden, die aus Minderwertigkeitsgefühlen ständig ihre Kompetenz unter Beweis stellen müssen.[2] Der Duden definiert den Begriff als „neurotische Angst, (besonders im Beruf) zu wenig zu gelten“ sowie „das daraus resultierende übersteigerte Bemühen, sich zu profilieren“.[3]
Geltungsdrang, der sich in auffälligem oder üppigem Konsum niederschlägt, wird als Geltungskonsum bezeichnet.
Ein klassisches Beispiel für übersteigerten Geltungsdrang und seine Folgen ist geschichtlich überliefert: Im antiken Griechenland versuchte Herostratos, seinen Namen unsterblich werden zu lassen, indem er eines der Sieben Weltwunder, den Tempel der Artemis in Ephesos, anzündete und damit völlig zerstörte. Um ihn an der Erreichung seines Ziels zu hindern, wurde ihm vor seiner Hinrichtung mitgeteilt, sein Name werde für alle Zeit nie mehr ausgesprochen (Damnatio memoriae).
- ↑ Geltungsdrang, Geltungsstreben, Geltungstrieb, Geltungsbedürfnis. Auf: wissen.de
- ↑ Sabine Schrader: Psychologie: Allgemeine Psychologie, Entwicklungspsychologie, Sozialpsychologie, Compact SilverLine 2008, S. 269, online auf Google Bücher
- ↑ Profilneurose in duden.de, abgerufen am 7. Januar 2013.