Patchwork

Patchwork (, engl. patch für ‚Flicken‘) bzw. Flickwerk ist eine Form der Textiltechnik, bei der Reste verschiedener Materialien verwendet werden, um neue Textilien anzufertigen.

Die Technik des Patchworks ist bereits in früher Zeit im Orient und in Zentralasien belegt. Das älteste bekannte Stück ist ein Bahrtuch, das 1000 v. Chr. in Ägypten aus der Haut von Gazellen gefertigt wurde. Aus dem Mittelmeerraum stammend verbreitete sich die textile Technik in Europa vom 11. bis zum 13. Jahrhundert durch die Kreuzzüge.
Viele Patchworkarbeiten entstanden im Laufe der Jahrhunderte aus der Notwendigkeit heraus, die teuren handgesponnenen und handgewebten Stoffe bis auf den letzten Rest aufzubrauchen bzw. von defekten Kleidungsstücken und Haushaltstextilien die noch brauchbaren Teile wiederzuverwerten. Während in Europa Ende des 18. Jahrhunderts und im Laufe des 19. Jahrhunderts die Zahl der Patchworkarbeiten zurückging, da durch die industrielle Revolution immer günstigere Stoffe erhältlich waren, sah die Situation in Amerika anders aus, Stoffe waren lange Zeit nur wenig verfügbar. Dort wurde die Tradition des Patchworks und Quiltens.[1] noch viel länger erhalten und blieb so bis ins 20. Jahrhundert eine Tradition, die in vielen Familien gepflegt wurde.
Auch Ureinwohner wie die in Florida lebenden Seminole übernahmen die Technik und entwickelten das sogenannte Seminole-Patchwork.
Seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde das Patchworken und Quilten nicht nur in Europa, sondern weltweit wiederentdeckt.