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Sklave

aus AufEinWort, der freien Forschung

sklav-e m. ‘als Eigentum eines Sklavenhalters aller Rechte (Freiheit, Wohnung, Besitz) Beraubter, Mensch, der von etw., einer Person abhängig ist’.

  • Das Substantiv ist gleichen Ursprungs wie Slawe.
  • Mlat. Sclavus,
    • das sich wie mlat. Slavus aus der Eigenbenennung der slawischen Völker- und Sprachgruppe herleitet (s. Slawist),
    • erscheint in Urkunden der Karolingerzeit, die sich auf bayerische Klöster beziehen, in doppelter Bedeutung.
  • Es dient einerseits zur Bezeichnung von Angehörigen slawischer Stämme
    • und kann dabei in gleicher Weise Freie und Unfreie (bzw. in Abhängigkeit Lebende) meinen
      • (vgl. mlat. Sclavi, liberi et servi, 9. Jh.).
    • Es bezeichnet andererseits Unfreie im Gegensatz zu den Freien (vgl. mlat. homines liberos et Sclavos, 9. Jh.).
    • Auch im Mlat. Italiens entsteht im 10. Jh. die Bedeutung ‘Sklave’.
  • Aus sachlichen Gründen (Entwicklung des Sklavenhandels) vermutet man einen Bedeutungsübergang ‘Slawe’ zu ‘Sklave’
    • (von dem auch byzant.-griech. Sklábos, Σκλάβος, s. Slawist, betroffen wird) bereits für das 9. oder 10. Jh. auf dem Balkan.
  • Wann sich in mlat. Sclavus, Slavus ‘Unfreier, Höriger’ die Vorstellung des ‘unfreien Slawen’ verliert, läßt sich nicht genau sagen.
  • Das aus dem Mlat. entlehnte mhd. slave ‘Unfreier, Knecht’ kann jedenfalls ohne diesen Nebensinn gebraucht werden.
    • Mhd. sl- entwickelt sich lautgerecht zu nhd. Schl-, daher findet sich seit dem 16. (bis ins 18.) Jh. die Form Schlave, Schlav.
    • Daneben stehen weiterhin mit Sl- anlautende Formen wie Slafe, Slaf aber auch solche mit Scl-, Skl-.
  • Die endgültige formale und semantische Differenzierung zwischen Slawe und Sklave setzt sich erst im 18. Jh. durch.
    • Zuvor können alle Formen in doppelter Bedeutung auftreten.
    • Andere germ. Sprachen haben auch in den Wörtern für ‘Sklave’ den Anlaut sl-, vgl. mnd. slāve, nd. Slāw(e), engl. dän. slave, nl. slaaf.