Sonde
sond + -e | f. ‘nautisches Senkblei, Lot’ zum Messen der Meerestiefe (17. Jh.), daraus verallgemeinert ‘Meß-, Prüfgerät’ in unterschiedlichen technischen Bereichen, vgl. Mondsonde, Radiosonde, Raketensonde, Raumsonde (20. Jh.), in der Medizin ‘Wundeisen, Senknadel’ zur Untersuchung der Tiefe von Wunden (18. Jh.), ‘Instrument, das zur Untersuchung und Behandlung in das Körperinnere eingeführt wird, Katheter’ (20. Jh.), vgl. Blasensonde, Magensonde, Herzsonde.
Der Ausdruck ist in seinen frühen Bedeutungen eine Übernahme von gleichbed. frz. sonde.
Man nimmt an, daß afrz. sonde ‘Lot, Senkblei’ als Seemannsausdruck aus ger. *sund- hervorgegangen sei, das als Entlehnung französischer Seeleute aus Bildungen wie aengl. sundgyrd ‘Stange zum Messen der Wassertiefe’, sundlīne ‘Lot’, sundrāp ‘Meßleine’ (vgl. aengl. sund ‘das Schwimmen, Meer, Wasser’, s. Sund) aufgefaßt wird.