Vers
ver-s; eigtl. Wende, Kehre; eigentlich ‘das Umwenden der Erde durch den Pflug und die dadurch entstandene Furche’;
rhythmische (durch Reim begrenzte) Einheit, Zeile eines Gedichts, einer Dichtung in gebundener Rede; a Strophe eines Liedes, besonders eines Kirchenliedes; ‘rhythmisch gegliederte, oft mit Reim versehene Zeile einer Dichtung, Bibelstelle’,
- ahd. fers (9. Jh.),
- mhd. vers,
- entlehnt aus
- lat. versus ‘Linie, Strich, Reihe, Zeile, Verszeile’,
- mlat. ‘(gesungener) Abschnitt eines Psalms’,
- eigentlich ‘das Umwenden der Erde durch den Pflug und die dadurch entstandene Furche’,
- zu lat. vertere (versum) ‘kehren, wenden, drehen’.
- Im allgemeinen Sprachgebrauch steht Vers vielfach im Sinne von Strophe.
¦√¦ uig. *wert- "wenden, drehen";
¦↵¦ uig. *wértti; uital. *wertō; uital. *worssos zu vertō "wenden, umkehren"; lat. vorsus
verwandt mit Sanskrit वर्तते (vártate, “er wendet”), Sanskrit वर्तयति (vartáyati, “er wendet”), Avestan (varət), Proto-Slavic *vьrtěti (Old Church Slavonic врьтѣти (vrĭtěti), Russian вертеть (vertetʹ, “drehen”)), Proto-Baltic *wert- (Lithuanian ver̃sti), Persian گرد (gard, “wachsen; wenden”), Proto-Germanic *werþaną (“werden”) (Old English weorþan (“wird geschehen”), English worth), Old Irish dofortad (“forttun, ausgießen”)