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WTH/Zur Logik des Diskurses/3

aus AufEinWort, der freien Forschung

▶Die Konsensustheorie der Wahrheit beansprucht, den eigentümlich zwanglosen Zwang des besseren Argumentes durch formale Eigenschaften des Diskurses zu erklären und nicht durch etwas, das entweder, wie die logische Konsistenz von Sätzen, dem Argumentationszusammenhang zugrundeliegt oder, wie die Evidenz von Erfahrungen, von außen gleichsam in die Argumentation eindringt. Der Ausgang eines Diskurses kann weder durch logischen noch durch empirisch en Zwang allein entschieden werden, sondern durch die "Kraft des besseren Argumentes". Diese Kraft nennen wir rationale Motivation. Sie muß im Rahmen einer Logik des Diskurses geklärt werden, ftir die es, soweit ich sehe, erst wenige Vorarbeiten gibt. Von seiten der Rhetorik sind Ch. Perelmanns Untersuchungen, von seiten der Logik Arbeiten von Y. Bar-Hillel zu nennen. Ich werde mich auf St. Toulmins Analyse des Gebrauchs von Argumenten stützen[1], weil Toulmin die für eine Logik des Diskurses angemessene lJntersuchungsebene wählt.

  1. ↑ St. Toulmin: The Uses of Argument. Cambridge 1964.