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WTH/Zur Logik des Diskurses/5

aus AufEinWort, der freien Forschung

▶Die Erwarturrg, daß die Triftigkeit eines Argumentes in logischer Notwendigkeit und/oder Erfahrungsevidenz gründen müsse, entsteht unter der irrigen Voraussetzung, daß eine Argumentation aus einer Kette von Sätzen besteht. Nur in diesem Fall muß der Übergang von einem Satz zum anderen entweder durch logische (aussagen- oder modallogische) Verknüpfung oder durch einen (realistisch gedeuteten) Bezug zur Erfahrungsbasis gerechtfertigt werden. Diese Alternative stellt sich nicht, sobald wir sehen, daß eine Argumentation aus einer Kette nicht von Sätzen, sondern von Sprechakten besteht. Zwischen diesen pragmatischen Einheiten der Rede kann der Übergang weder ausschließlich logisch begründet werden (denn es handelt sich nicht um Aussagen, sondern um Äußerungen, d. h. um Behauptungen und Erklärungen, Gebote bzw. Bewertungen und Rechtfertigungen), noch kann er empirisch begründet werden (denn die pragmatischen Einheiten der Rede haben ihren jeweils spezifischen Bezug zur Wirklichkeit bereits interpretiert, während Sätze erst noch zur Realität in Beziehung gesetzt werden müssen).