Werk:Apologia doctae ignorantiae/28
▷«Sic ergo scriba Doctae ignorantiae intrans caliginem tenebrarum, linquens omnem speciem et decorem creaturarum, evanescit in cogitationibus; et non valens Deum intueri, sicuti est, quia adhuc viator, ipsum nequaquam glorificat, sed in tenebris suis eans culmen divinae laudis, ad quod omnis psalmodia perducitur, derelinquit. Quod fore nefandissimum et incredulum quis fidelium ignorat?», addens, quomodo «ad hunc errorem eum paucitas instructionis logicae induxit, qua putavit in sua ignorantia adaequatam et praecisam ad Deum proportionem tamquam medium Deum venandi et noscendi se repperisse.» » Ad quae ego: «Ecce mendacis et arrogantis hominis verba, qui omni theologia caret.»
«So also betritt der Schreiber der Docta ignorantia tiefe Dunkelheit, verläßt alle Form und Schönheit der Geschöpfe und verliert sich in seinen Gedankengängen; und als einer, der noch auf der Wanderschaft ist, ist er unfähig, Gott so, wie er ist, zu betrachten. Er lobt ihn in keiner Weise, sondern verläßt auf dem Gang durch seine Dunkelheit für immer den Gipfel des Göttlichen Lobes, zu dem alle Psalmengesänge führen. Und welcher Gläubige weiß nicht, daß dies höchst frevelhaft und ungläubig ist?» und er fügt hinzu, daß «ihn zu diesem Irrtum seine ungenügende Ausbildung in der Logik führte, auf Grund deren er glaubte, in seiner Unwissenheit ein angemessenes und präzises Verhältnis zu Gott, gleichsam als Mittel ihn zu erjagen und zu erkennen, gefunden zu haben». Darauf sagte ich: «Dies sind Worte eines verlogenen und hochmütigen Mannes, der von der Theologie keine Ahnung hat.» ◀▷