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Werk:Apologia doctae ignorantiae/36

aus AufEinWort, der freien Forschung

▷Et ego non sinens indiscussum relinqui id, quod de magistro Eckardo adversarius allegavit, interrogabam, an praeceptor aliquid de eo audisset. Qui ait se multa eius expositoria opera hincinde in librariis vidisse super plerisque libris Bibliae et sermones multos, disputata multa, atque etiam plures legisse articulos ex scriptis suis super Iohannem extractos, ab aliis notatos et refutatos, vidisseque Moguntiae breve scriptum eiusdem apud magistrum Iohannem Guldenschaf, ubi respondet illis, qui eum nisi fuerunt reprehendere, declarando se atque, quod reprehensores eum non intellexerunt, ostendendo. Aiebat tamen praeceptor se numquam legisse ipsum sensisse creaturam esse creatorem, laudans ingenium et studium ipsius; sed optavit, quod libri sui amoverentur de locis publicis, quia vulgus non est aptus ad ea, quae praeter consuetudinem aliorum doctorum ipse saepe intermiscet, licet per intelligentes multa subtilia et utilia in ipsis reperiantur.

Da ich das, was der Gegner vom Meister Eckhart gesagt hatte, nicht ungeklärt übergehen wollte, fragte ich den Meister, ob er etwas darüber gehört hätte.Er antwortete mir, daß er viele von dessen Kommentaren zu den meisten Büchern der Bibel in den Bibliotheken gesehen und viele Reden, viele Streitgespräche und noch mehr Artikel gelesen habe, die aus seinen Schriften über Johannes exzerpiert, von anderen angemerkt und angegriffen worden sind. Und in Mainz habe er bei dem Magister Johannes Guldenschaff eine kurze Schrift gesehen, in der er jenen, die nur darauf aus waren ihn zu tadeln, erwidert, indem er erklärte und zeigte, daß sie ihn nicht verstanden hätten. Dennoch sagte der Meister, habe er niemals gelesen, daß Eckharts Meinung nach das Geschöpf mit dem Schöpfer identisch sei. Er lobte seine Begabung und seinen Eifer, aber sprach zugleich auch den Wunsch aus, daß seine Bücher der Öffentlichkeit entzogen würden; denn, wenn auch die Einsichtigen viel Feines und Nutzbringendes darin fänden, so sei das Volk doch nicht reif für das, was er oft konträr zur Gepflogenheit der anderen Gelehrten einflicht. ◀▷