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Werk:Apologia doctae ignorantiae/8

aus AufEinWort, der freien Forschung

▷Dixit haec praeceptor, sed ad punctum cuncta nec cepi nec scripsi. Ego autem continuo admonui, ut me legentem Ignotam litteraturam ad eius confutationem animum erigeret; sed segnis atque tardior mihi visus est, quam optabam. Nam non est sibi visum scriptum illud tanti esse, quod aut legi aut reprehendi conveniat. Adduxit in testimonium non decere gravem virum attendere ad confutationem ignorantium illud, quod magnus Dionysius scribit undecimo capitulo De divinis nominibus, ubi ait Paulum, quia dicebat Deum se ignorare non posse, per Elymam magum, quasi negasset Deum omnipotentem, reprehensum; quem cum Dionysius reprehendere proponeret, dicebat se vehementer timere, ne ut amens rideretur, qui puerorum ludentium structuras et supra arenam fundatas et infirmas evertere moliretur; quem dixit imitatorem athletarum imperitorum, qui saepe imbecillos sibi adversarios esse suadentes contraque absentes ipsos fortiter adumbrata pugna dimicantes et aerem cassis ictibus constanter ferientes adversarios ipsos superasse arbitrantur seque victores bucinantur, cum neque illorum noverint vires. Hoc proprie aiebat propinquum esse proposito. Ego autem adieci eo non obstante Dionysium illius magi malam consequentiam refellisse; quod et fatebatur.

So ungefähr sprach der Meister, wenn ich auch nicht alles genau begriffen und niedergeschrieben habe. Ich mahnte ihn aber ständig, daß er mich die Ignota litteratura vorlesen lasse und mich zu ihrer Widerlegung ermuntere. Da ihm jedoch die Schrift nicht soviel wert zu sein schien, daß es sich lohne, sie zu lesen oder zu widerlegen, schien er mir dabei langsamer und zurückhaltender vorzugehen, als ich es wünschte. Als Zeugnis dafür, daß es einem besonnenen Mann nicht zieme, sich um die Widerlegung irgendwelcher Toren zu kümmern, zog er eine Stelle aus dem Buch des Dionysius im 11. Kapitel von «De divinis nominibus» heran. Dort schreibt dieser, daß Paulus, als er sagte, daß Gott sich selbst nicht unbekannt sein könne, von dem Magier Elymas, der die Allmacht Gottes leugnete, angegriffen wurde; als Dionysius Paulus den Rat gab, diesen zu tadeln, erwiderte er, er fürchte, als ein Verrückter verlacht zu werden, der sich bemühe, die auf Sand errichteten, schwankenden Bauten spielender Kinder zu zerstören. Er würde jenen törichten Ringkämpfern gleich handeln, die sich oft vorstellen, kraftlose Gegner vor sich zu haben und tapfer gegen die Abwesenden einen Scheinkampf führen; wenn sie dann die Luft ständig mit leeren Hieben geschlagen haben, bilden sie sich ein, ihre Gegner überwunden zu haben und brüsten sich als Sieger, obwohl sie ihre Kräfte nicht erprobt haben. Das komme jenem Vorhaben genau gleich. Ich hielt ihm aber entgegen, daß ohne den Widerstand des Paulus Dionysius die bösen Folgen der Behauptungen jenes Magiers durch eine Widerlegung verhindert hätte, was er auch zugab.◀▷