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Werk:De docta ignorantia/121

aus AufEinWort, der freien Forschung

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Quiescunt igitur omnia in quolibet, quoniam non posset unus gradus esse sine alio, sicut in membris corporis quodlibet confert cuilibet et omnia in omni|bus contentantur. Postquam enim oculus [1] [2] non potest esse manus et pedes et alia omnia actu, contentatur se esse oculum, et pes pedem; et omnia membra sibi mutuo conferunt, ut quodlibet sit meliori modo, quo potest, id quod est. Et non est manus nec pes in oculo, sed in oculo sunt oculus, inquantum ipse oculus est immediate in homine; et ita omnia membra in pede, inquantum [3] pes immediate in homine, ut quodlibet membrum per quodlibet immediate sit in homine et homo sive totum per quodlibet membrum sit in quolibet, sicut totum in partibus est per quamlibet in qualibet.

Es ruht also alles in Jedem, da die eine Stufe nicht ohne die andere sein kann, so wie in den Gliedern des Körpers jedes jedem entspricht und alle in allen zufriedengestellt werden.

Da nämlich das Auge nicht Hand und Fuß und alle anderen Glieder wirklich sein kann, ist es damit zufrieden, Auge zu sein und der Fuß Fuß. Und alle Glieder unterstützen einander gegenseitig, so daß jedes auf die relativ beste Weise das ist, was es sein kann. Hand und Fuß sind im Auge nicht Hand und Fuß, sondern Auge, sofern das Auge selbst unmittelbar im Menschen ist. Ebenso sind alle Glieder im Fuß Fuß, insofern der Fuß unmittelbar im Menschen ist. Auf diese Weise ergibt sich, daß jedes Glied durch jedes andere Glied unmittelbar im Menschen ist und der Mensch, das Ganze, durch jedes Glied in jedem, genauso wie das Ganze in den Teilen durch jeden Teil in jedem ist. == Einzelnachweise ==

  1. ↑ fol.16v
  2. ↑ 78.10
  3. ↑ 78.15