Zum Inhalt springen

Werk:De docta ignorantia/126

aus AufEinWort, der freien Forschung

▲▼ ▶

Quomodo autem universale [1] per abstractionem sit in intellectu, in libro Coniecturarum videbimus, licet ex superioribus hoc satis patere posset, cum non sint ibi nisi intellectus, et ita intellectualiter contracte; cuius intelligere, cum non sit esse clarius et altius, apprehendit universalium contractionem in se et in aliis. Canes enim et cetera animalia eiusdem speciei uniuntur [2] propter naturam communem specificam, quae in eis est; quae etiam in ipsis contracta esset, si Platonis intellectus species ex comparatione similitudinum sibi non fabricaret. Sequitur igitur intelligere esse et vivere, quoad operationem suam, quoniam per operationem suam [3] nec potest dare esse nec vivere nec intelligere; sed intelligere ipsius intellectus, quoad res intellectas, sequitur esse et vivere et intelligere naturae in similitudine. Quare universalia, quae ex comparatione facit, sunt similitudo universalium contractorum in rebus; quae in ipso intellectu iam sunt contracte, antequam etiam exteris illis notis [4] explicet per intelligere, quod est operari ipsius. Nihil enim intelligere potest, quod non sit iam in ipso contracte ipsum. Intelligendo igitur mundum quendam similitudinarium, qui est in ipso contractus, notis et signis similitudinariis explicat.

De unitate et contractione universi in rebus hoc loco satis dictum [5] est. Amplius de trinitate eius subiciamus.

Im Buch «De coniecturis» werden wir sehen, wie das Allgemeine durch Abstraktion im Geist ist. Allerdings ließe sich auch aus dem Gesagten genügend verdeutlichen, daß sie dort nur im Geist und darum in geistiger Verschränkung sind. Da sein Erkennen das deutlichste und tiefste Sein ist, das es gibt, begreift er die Verschränkung der Universalien in sich und im anderen.

[p.355] Der Hund und die übrigen Tiere derselben Eigengestalt sind wegen der ihnen einwohnenden gemeinsamen, eigengestaltlichen Natur vereint. Diese wäre auch dann in ihnen verschränkt, wenn der Geist Platos sich die Eigengestalten aus dem Vergleich der Ähnlichkeiten nicht gebildet hätte. In bezug auf seine Tätigkeit folgt also das verstehende Begreifen dem Sein und Leben, denn es kann durch seine Tätigkeit weder Sein noch Leben noch Denken geben. Aber in bezug auf die erkannten und verstandenen Dinge folgt das Erkennen des Geistes dem Sein, Leben und Erkennen in der Ähnlichkeit der eigenen Natur.

Darum sind die Universalien, die der Geist durch Vergleich bildet, Abbilder der in den Dingen verschränkten Universalien. Diese sind, noch bevor er sie durch jene äußeren Merkmale in verstehendem Begreifen seiner eigentlichen Tätigkeit entfaltet, im Geist selbst schon in Verschränkung. Denn er vermag nichts zu begreifen, das nicht schon in Verschränkung in ihm er selbst wäre. Im verstehenden Begreifen entfaltet er also in Merkmalen und Zeichen der Ähnlichkeit eine Art Abbild der Welt, die in ihm verschränkt ist. Über Einheit und Verschränkung des Gesamt in den Dingen ist an dieser Stelle genug gesagt. Nun wollen wir über seine Dreiheit einiges hinzufügen.== Einzelnachweise ==

  1. ↑ 80.25
  2. ↑ [p.81]
  3. ↑ 81.5
  4. ↑ 81.10
  5. ↑ 81.15