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Werk:De docta ignorantia/130

aus AufEinWort, der freien Forschung

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Est deinde nexus contrahentis et contrahibilis sive materiae et formae aut possibilitatis et necessitatis complexionis, qui actu perficitur quasi quodam spiritu amoris motu quodam illa unientis. Et hic nexus [1] determinata possibilitas a quibusdam nominari consuevit, quoniam posse esse ad actu esse hoc vel illud determinatur ex unione ipsius determinantis formae et determinabilis materiae. Hunc autem nexum a Spiritu sancto, qui est nexus infinitus, descendere manifestum est.

[2] Est igitur unitas universi trina, quoniam ex possibilitate, necessitate complexionis et nexu, quae potentia, actus et nexus dici possunt. [3] Et ex hoc quattuor modos universales essendi collige. Nam est modus essendi, qui absoluta necessitas dicitur, ut scilicet Deus est forma formarum, ens entium, rerum ratio sive quidditas; et in hoc essendi modo omnia in Deo sunt ipsa necessitas absoluta. Alius modus est, ut [4] res sunt in necessitate complexionis, in qua sunt rerum formae in se verae cum distinctione et ordine naturae, sicut in mente; an autem an autem hoc ita sit, videbimus infra. Alius modus essendi est, ut res sunt in possibilitate determinata actu hoc vel illud. Et infimus modus essendi est, ut res possunt esse, et est possibilitas absoluta.

Schließlich gibt es eine Verknüpfung von Verschränkendem und Verschränkbarem bzw. von Stoff und Gestalt oder von Möglichkeit und Notwendigkeit des Zusammenhangs; sie wird durch den Geist der Liebe, der jene in seiner Bewegung eint, verwirklicht. Da das Sein-Können auf Grund der Einung der bestimmenden Gestalt und des bestimmbaren Stoffes zu diesem oder jenem Wirklich-Sein bestimmt wird, pflegen manche Leute diese Verknüpfung «bestimmte Möglichkeit» zu nennen. Es ist offenkundig, daß diese Verknüpfung vom Heiligen Geist stammt, der die unendliche Verknüpfung ist.

Die Einheit des Gesamt ist also eine dreifache: sie besteht aus Möglichkeit, Notwendigkeit des Zusammenhangs und Verknüpfung; man kann sie Möglichkeit, Wirklichkeit und Verknüpfung nennen. Daraus kann man vier allgemeine Arten des Seins gewinnen.

Zuerst gibt es die der Wirklichkeit, die die absolute Notwendigkeit genannt wird; das ist Gott als Gestalt der Gestalten, als Sein des Seienden, als Wesenssinn und Grundbestimmung der Dinge bzw. als Washeit. In diesem Seinsmodus ist alles in Gott die absolute Notwendigkeit.

Der zweite Modus besteht darin, daß die Dinge in der Notwendigkeit ihres Zusammenhangs sind; in diesem befinden sich die in sich wahren Gestalten der Dinge nach der Unterscheidung und Ordnung der Natur sowie im Geist geordnet. Ob sich dies auch so verhält, werden wir später sehen.

[p.361] Die dritte Seinsart ist jene, wie die Dinge in der bestimmten Möglichkeit als dieses oder jenes wirklich sind.

Die letzte Art des Seins besteht darin, daß die Dinge sein können. Es ist die absolute Möglichkeit.== Einzelnachweise ==

  1. ↑ 83.15
  2. ↑ 83.20
  3. ↑ [p.84]
  4. ↑ 84.5