Werk:De docta ignorantia/140
Et hoc quidem singularius considerandum. Unde, cum possibilitas absoluta sit Deus, si mundum consideramus ut in ipsa est, tunc est ut in Deo et est ipsa aeternitas; si ut est in possibilitate contracta consideramus, tunc possibilitas natura tantum mundum praecedit, et [1] non est illa possibilitas contracta nec aeternitas nec Deo coaeterna, sed cadens ab ipsa, ut contractum ab absoluto, quae distant per infinitum. Hoc enim modo ea, quae de potentia aut possibilitate sive materia dicuntur, secundum regulas doctae ignorantiae limitari necesse est. Quomodo autem possibilitas ad actum gradatim progrediatur, libro [2] De coniecturis tangendum relinquimus.
Das muß man noch eingehender betrachten. Die absolute Notwendigkeit ist Gott; wenn wir die Welt so betrachten, wie sie in dieser ist, ist sie in Gott und die Ewigkeit selbst; wenn wir sie betrachten, wie sie in der verschränkten Möglichkeit ist, geht diese nur der Natur nach der Welt voraus und ist weder die Ewigkeit noch mit Gott gleich ewig. Sie weicht vielmehr von ihr ab wie das Verschränkte vom Losgelösten, die voneinander unendlich entfernt sind.
[p.371] Auf diese Weise ist es notwendig, das, was über die Möglichkeit oder den Stoff gesagt wurde, der Regel der wissenden Unwissenheit entsprechend zu begrenzen. Wie aber die Möglichkeit stufenweise wirklich wird, wollen wir hier übergehen, um es in «De coniecturis» zu berühren.== Einzelnachweise ==