Werk:De docta ignorantia/176
Admirabili itaque ordine elementa constituta sunt per Deum, qui omnia in numero, pondere et mensura creavit. Numerus pertinet ad arithmeticam, pondus ad musicam, mensura ad geometriam. Gravitas enim levitate constringente sustinetur – terra enim gravis [1] quasi in medio suspensa ab igne –, levitas autem gravitati innititur, ut ignis terrae. Et dum haec aeterna sapientia ordinaret, proportione inexpressibili usa est, ut, quantum quodlibet elementum aliud praecedere deberet, praesciret ponderans ita elementa, ut, quanto aqua terra levior, tanto aer aqua et ignis aere, ut simul pondus cum magnitudine [2] concurreret et continens maiorem locum occuparet contento.
Et tali habitudine ipsa ad invicem connexuit, ut unum in alio necessario sit; ubi terra est quasi animal quoddam – ut ait Plato – habens lapides loco ossium, rivos loco venarum, arbores loco pilorum, et sunt animalia, quae intra illos terrae capillos nutriuntur | ut vermiculi [3] [4] inter pilos animalium.
In wunderbarer Ordnung sind die Elemente von Gott begründet, der alles in Zahl, Gewicht und Maß erschuf. Die Zahl bezieht sich auf die Arithmetik, das Gewicht auf die Musik, das Maß auf die Geometrie. Die Schwere wird durch die sie bekämpfende Leichtigkeit aufrechterhalten – die schwere Erde steht gleichsam in der Mitte vom Feuer gehalten –, die Leichtigkeit aber stützt sich auf die Schwere, so wie das Feuer auf die Erde. Und während die ewige Weisheit dies ordnete, gebrauchte sie unaussprechbaren Verhältnisbezug, wußte wägend die Grundbestandteile so im voraus, daß, um wieviel leichter das Wasser war als die Erde, auch die Luft leichter als das Wasser und das Feuer als die Luft waren, so daß das Gewicht zugleich mit der Größe übereinstimmte und das Zusammenhaltende den größeren Platz innehielt als das Zusammengehaltene. In solchem Verhältnis verknüpft sie sie miteinander, so daß das eine notwendig im andern ist. So ist die Erde gleichsam ein Lebewesen, wie Plato sagt; sie hat Steine an Stelle der Gebeine, an Stelle der Adern Flüsse, an Stelle der Haare Bäume und die Lebewesen ernähren sich zwischen diesen Haaren der Erde wie das Ungeziefer zwischen den Haaren der Tiere.== Einzelnachweise ==