Zum Inhalt springen

Werk:De docta ignorantia/177

aus AufEinWort, der freien Forschung

▲▼ ▶[1]

Et ad ignem terra se habet quasi ut mundus ad Deum. Multas enim Dei similitudines ignis habet in ordine ad terram, cuius potentiae non est finis, omnia in terra operans, penetrans, illustrans et distinguens atque formans per medium aeris et aquae, ut nihil quasi [2] in omnibus sit, quae ex terra gignuntur, nisi alia et alia ignis operatio, ut rerum formae diversae ex diversitate resplendentiae ignis sint. Est tamen ipse ignis rebus immersus, sine quibus nec est nec res sunt terrenae. Deus autem non est nisi absolutus; unde quasi ignis consumens absolutus et claritas absoluta Deus, qui lux, in quo non sunt [3] tenebrae, ab antiquis vocatur; cuius quasi igneitatem atque claritatem omnia, quae sunt, nituntur iuxta posse participare, ut in omnibus astris conspicimus, ubi reperitur ipsa talis claritas materialiter contracta; quae quidem discretiva et penetrativa claritas quasi immaterialiter est contracta in vita viventium vita intellectiva.

Zum Feuer verhält sich die Erde gleichsam so wie die Welt zu Gott. Denn in seiner Beziehung zur Erde besitzt das Feuer viele Ähnlichkeiten mit Gott, seine Mächtigkeit kennt keine Grenze, es wirkt alles auf der Erde; [p.415] durchdringt, erleuchtet, unterscheidet und gestaltet vermittels der Luft und des Wassers, so daß gleichsam nichts von allem, was aus der Erde entsteht, etwas anderes ist, als irgendeine Tätigkeit des Feuers, da die verschiedenen Gestalten der Dinge aus dem verschiedenen Widerschein des Feuers stammen. Dennoch ist das Feuer selbst in den Dingen enthalten. Ohne sie gibt es weder Feuer, noch gibt es irdische Dinge. Gott aber ist absolut. Darum ist er verzehrendes, absolutes Feuer und absolute Heiligkeit; Gott ist, wie die Alten sagten, das Licht, in dem es keine Schatten gibt. An seinem Feuer und an seiner Klarheit versucht alles, seinem Können gemäß teilzunehmen; wir sehen es in allen Sternen, wo sich diese besondere und durchdringende Helligkeit stofflich verschränkt findet; unstofflich verschränkt ist sie dagegen im Leben des Lebendigen und im geistigen Leben.== Einzelnachweise ==

  1. ↑ [p.112]
  2. ↑ 112.5
  3. ↑ 112.10