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Werk:De docta ignorantia/180

aus AufEinWort, der freien Forschung

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Sed omnia quidem in docta [1] ignorantia ab eis sciscitanti, quid sint aut quomodo aut ad quid, respondent:

«Ex nobis nihil neque ex nobis tibi aliud quam nihil respondere possumus, cum etiam scientiam nostri non nos habeamus, sed ille solus, per cuius intelligere id sumus, quod ipse in nobis vult, imperat [2] et scit. Muta quidem sumus omnia; ipse est, qui in omnibus loquitur. Qui fecit nos, solus scit, quid sumus, quomodo et ad quid. Si quid scire de nobis optas, hoc quidem in ratione et causa nostra, non in nobis quaere. Ibi reperies omnia, dum unum quaeris. Et neque teipsum nisi in eo reperire potes.»

[3] «Fac itaque», ait nostra docta ignorantia, «ut te in eo reperias; et cum omnia in ipso sunt ipse, nihil tibi deesse poterit. Hoc autem non est nostrum, ut inaccessibilem accedamus, sed eius qui nobis dedit faciem ad ipsum conversam cum summo desiderio [4] quaerendi; quod dum fecerimus, piissimus est et nos non deseret, sed seipso nobis ostenso, cum apparuerit gloria eius, aeternaliter satiabit. Qui sit in saecula benedictus.»

Alle aber antworten dem, der in wissender Unwissenheit von ihnen zu wissen begehrt, was sie sind oder wie und wozu sie sind: «Aus uns sind wir nichts und können dir auch nicht etwas anderes antworten als nichts, denn wir haben kein Wissen von uns. Nur der allein, durch dessen Denken wir das sind, was er selbst in uns will, befiehlt und weiß, kann Antwort geben. Wir alle sind stumm. Er ist es, der in uns spricht. Der uns gemacht hat, weiß allein, was wir sind, wie und wozu wir sind. Wenn du etwas von uns zu wissen begehrst, dann mußt du das in unserem Wesens- und Bestimmungsgrund suchen, nicht in uns. Dort wirst du alles finden, wenn du das Eine suchst. Auch dich selbst kannst du nur in ihm finden.»

«Sieh also zu», sagt unsere wissende Unwissenheit, «daß du dich in ihm findest. Und da alles in ihm er selbst ist, wird dir nichts fehlen können. Zu dem Unzugänglichen zu gehen, steht uns jedoch nicht zu. Unsere Aufgabe ist es, ihn, der uns den zu ihm gewandten Blick gab, mit größtem Verlangen zu suchen. Wenn wir das tun, wird er, der Allgütige, uns nicht verlassen, sondern, wenn seine Herrlichkeit erscheint, sich selbst uns zeigen und uns ewig sättigen. Er sei in Ewigkeit gepriesen!»== Einzelnachweise ==

  1. ↑ 113.20
  2. ↑ 113.25
  3. ↑ [p.114]
  4. ↑ 114.5