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Werk:De docta ignorantia/205

aus AufEinWort, der freien Forschung

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Manuducamur aliqualiter ad ista hoc exemplo: Sensualis cognitio [1] est quaedam contracta cognitio, propter quod sensus non attingit nisi particularia. Intellectualis cognitio est universalis, propter quod respectu sensualis absoluta existit atque abstracta a contractione particulari. Contrahitur autem sensatio varie ad varios gradus, per quas quidem contractiones variae animalium species exoriuntur secundum [2] gradus nobilitatis et perfectionis. Et quamvis ad maximum gradum simpliciter non ascendat, ut superius ostendimus, in specie tamen illa, quae actu suprema est in genere animalitatis, puta humana, ibi sensus tale animal efficit, quod ita est animal, ut et sit intellectus. Homo enim est suus intellectus, ubi contractio sensualis quodammodo [3] in intellectuali natura suppositatur, intellectuali natura existente quoddam divinum separatum abstractum esse, sensuali vero remanente temporali et corruptibili secundum suam naturam.

Folgendes Beispiel wird uns helfen, das zu verstehen: Die sinnliche Erkenntnis ist deshalb, weil der Sinn nur das Partikuläre berührt, eine verschränkte Erkenntnis. Die [p.449] geistige Erkenntnis ist eine allgemeine, da sie in Hinblick auf die sinnliche Erkenntnis als losgelöst und von der partikulären Verschränkung getrennt existiert.

Die sinnliche Wahrnehmung aber wird zu verschiedenen Abstufungen verschieden verschränkt, und durch die Verschränkungen entstehen je nach den Abstufungen der Vornehmheit und Vollkommenheit die verschiedenen Eigengestalten der Lebewesen. Obwohl sie, wie oben gezeigt, nicht zur schlechthin größten Stufe gelangt, so bewirkt der Sinn in jener Eigengestalt, die in der Gattung der Lebewesen die höchste ist, nämlich in der menschlichen, dennoch ein solches Lebewesen, das zugleich dies und Geist ist. Der Mensch nämlich ist sein Geist und Denken. Darin wird die sinnliche Verschränkung in der geistigen Natur gewissermaßen begründet; während die existierende, intellektuelle Natur eine Art göttliches, getrenntes, abstraktes Sein besitzt, verbleibt das Sinnliche seiner Natur gemäß im Zeitlichen und Vergänglichen.== Einzelnachweise ==

  1. ↑ 131.15
  2. ↑ 131.20
  3. ↑ 131.25